Leitlinien-Detailansicht

Transition von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin

Registernummer 186 - 001
Klassifikation S3

Stand: 08.03.2021 , gültig bis 31.03.2024

23.4.2021: redaktionell überarbeitete Langfassung und Leitlinienreport ausgetauscht

Verfügbare Dokumente

Langfassung der Leitlinie "Transition von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin"
Leitlinienreport
Evidenztabelle, Dokument 1 - Search strategies for electronic databases
Evidenztabelle, Dokument 2 - Search strategies for electronic databases
Publikation: Somatic outcomes of young people with chronic diseases participating in transition programs: a systematic review
Publikation: Psychosocial benefit and adherence of adolescents with chronic diseases participating in transition programs: a systematic review

Federführende Fachgesellschaft

Gesellschaft für Transitionsmedizin e.V. (GfTM)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Transition von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin"
    Leitlinienreport
    Evidenztabelle, Dokument 1 - Search strategies for electronic databases
    Evidenztabelle, Dokument 2 - Search strategies for electronic databases
    Publikation: Somatic outcomes of young people with chronic diseases participating in transition programs: a systematic review
    Publikation: Psychosocial benefit and adherence of adolescents with chronic diseases participating in transition programs: a systematic review

    Federführende Fachgesellschaft

    Gesellschaft für Transitionsmedizin e.V. (GfTM)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Diese Leitlinie richtet sich vorrangig an Transitionsmediziner, Internisten, Kinder- und Jugendmediziner, Kinderchirurgen, Nephrologen (auch Pädiatrische Nephrologen), Palliativmediziner, Pneumologen, Rheumatologen (auch Kinder- und Jugendrheumatologen), Pädiatrische Onkologen und Hämatologen, Ärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Epileptologen, Gastroenterologen, Kinderendokrinologen, Neuropädiatern und Patienten und Selbsthilfeorganisationen. Sie dient zur Information für Allgemeinmediziner, Neurologen, medizinische Assistenzberufe und nicht-medizinische Berufsgruppen.

    Diese Leitlinie ist als übergreifende Leitlinie zur Transition als Ergänzung zu krankheitsspezifischen Empfehlungen zu verstehen (Cameron et al. 2018, Foster et al. 2017, Neu et al. 2015, Oommen & Schütz 2019, Sable et al. 2011).

    Patientenzielgruppe

    Die vorliegenden Empfehlungen gelten für Jugendliche und junge Erwachsene mit chronisch somatischen Gesundheitsstörungen (in der Regel 12-24 Jahre), die zu einer weitgehend selbständigen Lebensführung in der Lage sind.

    Eine Erweiterung auf Adoleszente, die aufgrund ihrer körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen dauerhaft auf fremde Unterstützung angewiesen sind, soll später erfolgen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine ausreichende Evidenz, um eine S3-Leitlinie für diese Personengruppe zu formulieren. Dennoch können viele Empfehlungen der vorliegenden Leitlinien auch auf diese Gruppe von Adoleszenten übertragen bzw. angepasst werden (z.B. Schulung von Eltern oder ständigen Betreuungspersonen). Ihr Unterstützungsbedarf ist jedoch deutlich größer und schließt in der Regel mehr Beteiligte ein.

    Versorgungsbereich

    Die Leitlinie wird für ambulante, teilstationäre und stationäre Versorgungsbereiche gelten (primärärztliche und fachärztliche Versorgung) und auch für Rehabilitation gelten.
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Gesellschaft für Transitionsmedizin e.V. (GfTM)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)
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    Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)
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    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
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    Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH)
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    Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN)
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    Deutsche Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie e.V. (DGKED)
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    Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP)
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    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)
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    Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)
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    Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh)
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    Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ)
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    Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin e.V. (DKPM)
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    Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie e.V. (GKJR)
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    Gesellschaft für Neuropädiatrie e.V. (GNP)
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    Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH)
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    Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie e.V. (GPN)
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    Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. (DGfE)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie (AGPD)
    Keks e.V. - Patienten und Selbsthilfeorganisation für Kinder und Erwachsene mit kranker Speiseröhre
    Deutsche Rheuma-Liga
    Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE)
    Berliner TransitionsProgramm (BTP)
    Kompetenznetz Patientenschulung im Kindes- und Jugendalter (KomPaS)
    TRANSNephro
    Bundesvereinigung Jugendliche und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (JEMAH)

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Gesellschaft für Transitionsmedizin (GfTM)
    Kirsten Gerber
    Grethe-Jürgens-Straße 30
    30655 Hannover
    e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Lars Pape Direktor, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin II
    Hufelandstraße 55
    45147 Essen e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Dr. Gundula Ernst Medizinische Psychologie
    Medizinische Hochschule Hannover
    Carl-Neuberg-Straße 1
    30625 Hannover
    e-Mail senden
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Die Notwendigkeit für eine Transitionsleitlinie wird begründet dadurch, dass in Deutschland bei 13,7% der Jugendlichen ein besonderer Bedarf an Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung besteht. (Scheidt-Nave C, Ellert U et al. 2008) Etwa 40% der Patienten während des Übergangs von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenmedizin den Anschluss an eine entsprechende Spezialversorgung verlieren, (Walleg-hem N van, MacDonald CA et al. 2008) und im Rahmen von evaluierten Transitionsprogrammen mit einem Fokus auf Fallmanagement diese Quote um ca. 75% auf 11% der Patienten mit besonderem Versorgungsbedarf gesenkt werden konnte (Walleghem N van, MacDonald CA et al. 2008).

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Ziel der Leitlinie ist es, die Transition von der pädiatrischen Versorgung in Versorgungseinrichtungen der Erwachsenenmedizin für chronisch kranke Jugendliche und junge Erwachsene bzw. solche in Nachsorge nach einer schwerwiegenden Erkrankung [1] fachübergreifend zu strukturieren und zu standardisieren. Damit soll eine kontinuierliche spezialisierte medizinische Betreuung über die vulnerable Lebensphase der Adoleszenz bis in das junge Erwachsenenalter hinein sichergestellt werden.  

    Durch eine gute Vorbereitung spätestens ab Beginn der Pubertät sollen Adoleszente mit somatischen Krankheiten zudem die Fähigkeit zum eigenständigen Management ihrer Krankheit erlangen. Hierdurch sollen die Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter reduziert sowie die Lebensqualität und die soziale Teilhabe verbessert werden. Somit ist eine gelungene Transition nicht nur für die jungen Patienten und ihre Familien wichtig, sondern auch gesundheitsökonomisch relevant.  

    Diese Leitlinie soll dazu beitragen, dass im deutschen Gesundheitswesen Transitionsleistungen regelhaft zur Versorgung von chronisch kranken Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehören und gesichert von den Kostenträgern finanziert werden.

    [1] Jugendliche in der Nachsorge nach einer schwerwiegenden Erkrankung, wie z.B. nach einer hämatologischen oder onkologischen Erkrankung oder nach einer Organtransplantation, sind formal nicht chronisch krank und erleben sich häufig auch nicht so. Dennoch ist eine regelmäßige multidisziplinäre Nachsorge wichtig. Im Folgenden werden sie nicht gesondert genannt, sondern unter dem Begriff „chronisch krank“ subsummiert.