Leitlinien-Detailansicht

Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung

Registernummer 128 - 001OL
Klassifikation S3

Stand: 27.08.2019 , gültig bis 26.08.2024

Gründe für die Themenwahl:

Angesichts der hohen Prävalenz von onkologischen Erkrankungen und der entsprechenden Anzahl an Patienten, die an einer unheilbaren Krebserkrankung leiden und versterben, ist neben einer optimalen onkologischen Versorgung eine palliativmedizinische Versorgung notwendig, die sich bei Patienten mit belastenden Symptomen und komplexen Bedürfnissen um eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Lebensende bemüht.

Im Rahmen der Aktualisierung sollen vorwiegend weitere Themen der Palliativmedizin in der Leitlinie adressiert werden, die im ersten Teil bisher nicht berücksichtigt werden konnten:

(1) Maligne Intestinale Obstruktion (MIO)

(2) Übelkeit/Erbrechen (unabhängig von einer Chemotherapie)

(3) Schlafstörungen/Nächtliche Unruhe,

(4) Wundpflege (z.B. exulzerierende Tumorwunden),

(5) Fatigue

(6) Angst

(7) Therapiezielfindung

(8) Umgang mit Todeswunsch.

Diese Themen haben eine hohe Relevanz für die Versorgung von Krebspatienten. Während des Prozesses der Neuerstellung der Palliativleitlinie wurde wiederholt betont, dass diese Themen aktuell in einer Leitlinie nicht abgebildet sind und einer Leitlinien-Bearbeitung bedürfen.

Zielorientierung der Leitlinie:

Das Hauptziel dieser Leitlinie ist die Verbesserung der Symptomkontrolle und der palliativmedizinischen Versorgung von Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung und ihren Angehörigen. Die Verbesserung der Versorgungsqualität soll dadurch erreicht werden, dass:

  • die den Bedürfnissen der Betroffenen entsprechende palliativmedizinische Versorgungsstruktur rechtzeitig angeboten wird (Kapitel Versorgungsstrukturen),
  • die häufigen Symptome und Probleme nach dem aktuellen Stand der Wissen-schaft und klinischen Expertise behandelt werden (Kapitel Atemnot, Schmerz, Angst, Depression, Obstipation, Übelkeit und Erbrechen, Schlafstörungen, Fatigue, sowie Maligne intestinale Obstruktion (MIO) und Maligne Wunden),
  • die Gespräche mit Patienten und Angehörigen angemessen geführt und die Therapieziele gemeinsam festgelegt werden können (Kapitel Kommunikation, sowie Therapiezielfindung und Kriterien der Entscheidungsfindung),
  • die Gespräche mit Menschen mit Todeswünsche empathisch und angemessen geführt werden können und ein angemessener und hilfreicher Umgang ermöglicht wird (Kapitel Todeswünsche),
  • die Betreuung in der Sterbephase angemessen und optimal erfolgen kann (Kapitel Sterbephase)

Die vorliegende Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebser-krankung stellt Grundprinzipien der palliativmedizinischen Versorgung dar, die in organspezifischen Leitlinien repetitiv wären und/oder nicht ausführlich genug behandelt werden können. Die vorliegende Leitlinie äußert sich nicht zu tumorspezifischen Maß-nahmen (z.B. Strahlentherapie, operative Verfahren, medikamentöse Tumortherapien), auch wenn diese mit dem primären oder sekundären Ziel der Symptomlinderung ange-wendet werden, sondern verweist diesbezüglich auf die organspezifischen Leitlinien, u.a. des Leitlinienprogramms Onkologie. Bezüglich psychoonkologischer Aspekte bzw. supportiver Therapie und zum Thema Komplementärmedizin (in Erstellung) verweisen wir auch auf die entsprechenden S3-Leitlinien