Leitlinien-Detailansicht

Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien

Registernummer 082 - 002
Klassifikation S3

Stand: 01.05.2020 , gültig bis 30.04.2025

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien"
Langfassung der Leitlinie "Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien"
Leitlinienreport
Evidenzbericht

Federführende Fachgesellschaft

Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien"
    Langfassung der Leitlinie "Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien"
    Leitlinienreport
    Evidenzbericht

    Federführende Fachgesellschaft

    Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Adressaten der Leitlinie sind alle in der Impfversorgung tätigen Ärztinnen und Ärzte, die in ärztlichem Kontakt mit der Patientenzielgruppe stehen (Allgemeinmedizin, Pädiatrie, Gynäkologie, Dermatologie, Urologie, etc.).

    Patientenzielgruppe

    Ziel der Leitlinie ist die Erstellung Evidenz-basierter und konsentierter Empfehlungen für die HPV-Vakzinierung verschiedener Patientenpopulationen:

    1. Mädchen / Frauen:

    a) 9-14 Jahre, vor erstem Sexualkontakt

    b) ältere (15+ Jahre) Frauen, nach erstem Sexualkontakt  

    2. Jungen / Männer:

    c) 9-14 Jahre, vor erstem Sexualkontakt

    d) ältere (15+ Jahre) Männer, nach erstem Sexualkontakt jeweils unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie etwa des Immunstatus und sexueller Orientierung (Männer).  

    Weitere praxisrelevante Fragen sollen konsensbasiert beantwortet werden:

    • Sollen Impf-naive PatientInnen mit (Z.n.) manifesten HPV-assoziierten anogenitalen oder oropharyngealen Läsionen (anogenitale Warzen, intraepitheliale Neoplasien, Karzinome) eine Impfung erhalten?

    • Sollen Vorsorgeuntersuchungen (Cervix-Karzinom Screening) für Frauen nach regelhafter Impfung im Rahmen bisheriger Empfehlungen hinsichtlich des Alters und der Intervalle erfolgen?

    • Sollen Impf-naive PatientInnen vor der Einleitung einer immunsuppressiven Therapie (z.B. im Rahmen einer Organtransplantation oder bei rheumatischen, dermatologischen oder sonstigen immunologisch bedingten Erkrankungen) eine Vakzinierung gegen HPV erhalten? 

    Versorgungsbereich

    Die angemeldete Leitlinie intendiert die Erstellung und Bereitstellung von evidenzbasierten und konsentierten Impfempfehlungen für die ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland. 
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)
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    Gesellschaft für Virologie e.V. (GfV)
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    Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG)
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    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
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    Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e.V. (DGEpi)
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    Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI)
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    Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC)
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    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
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    Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie e.V. (DGK)
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    Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V. (DGPI)
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    Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)
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    Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
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    Deutsche STI-Gesellschaft e.V. (DSTIG) - Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., BVDD
    Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF)
    Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)
    Arbeitsgemeinschaft Zervixpathologie und Kolposkopie der DGGG
    Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
    Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) der OEGGG
    Bundesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.
    Studiengruppe Kolposkopie e. V.

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Dr. Ricardo N. Werner Division of Evidence-Based Medicine (dEBM)
    Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
    Charité – Universitätsmedizin Berlin
    Charitéplatz 1
    10117 Berlin e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. em. Dr. med. Gerd E. Gross Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie
    Strempelstr. 13
    Medizinische Fakultät Rostock
    Augustenstraße 80
    18055 Rostock e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. Ulrike Wieland Institut für Virologie
    Nationales Referenzzentrum für Papillom- und Polyomaviren, Universitätsklinikum Köln
    Fürst-Pückler-Str. 56
    50935 Köln e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Dr. med. Ricardo N. Werner Division of Evidence-Based Medicine (dEBM)
    Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
    Charité – Universitätsmedizin Berlin
    Charitéplatz 1
    10117 Berlin
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Anogenitale HPV-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Infektionen. Im Fall einer klinisch manifesten Erkrankung ist die HPV-Infektion mit erheblichen Auswirkungen auf die Lebensqualität assoziiert, die Behandlung geht mit einer hohen Rezidivrate einher und invasive Neoplasien (z.B. Zervix-, Anal-, Vulva-, Penis-Karzinom) sind zudem durch eine signifikante Mortalität gekennzeichnet. Die ökonomischen Auswirkungen der Behandlung HPV-assoziierter anogenitaler Läsionen auf das Gesundheitssystem sind erheblich. Die HPV-Impfung stellt einen effektiven und sicheren Schutz vor HPV-assoziierten anogenitalen Läsionen dar und wird in Deutschland von der STIKO seit 2014 für Mädchen (9-14 Jahre) vor dem ersten Sexualkontakt empfohlen. Für Jungen bzw. Männer liegt seitens der STIKO eine aktualisierte Impfempfehlung seit Juni 2018 vor. 

    Die Durchimpfungsraten von Frauen in Deutschland sind jedoch nach wie vor gering. Insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) unterliegen nicht dem Herdenschutz durch die bisherige Standardimpfung für Frauen, repräsentieren aber ein in besonderem Maße von HPV-assoziierten benignen, prämalignen und malignen anogenitalen Läsionen betroffenes Kollektiv. Angesichts der geringen Durchimpfungsraten ist die möglichst weitreichende Implementierung der Impfempfehlungen von hoher Priorität. Darüber hinaus sollen durch das Leitlinienprojekt spezifische, im Praxisalltag relevante Fragestellungen bzgl. besonderer Situationen geklärt werden

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Das vorliegende Projekt zur Erstellung einer evidenz- und konsensbasierten Leitlinie soll die Effektivität der drei in Deutschland verfügbaren HPV-Impfstoffe (Bivalenter HPV-Impfstoff, Quadrivalenter HPV-Impfstoff, Nonavalenter HPV-Impfstoff) für verschiedene Patientenpopulationen unter evidenzbasierten Gesichtspunkten beleuchten. Auf dieser Grundlage werden von einem repräsentativen Gremium erstellte, formell konsentierte Empfehlungen erarbeitet. Ziel ist es, die populationsbezogene Krankheitslast HPV-assoziierter anogenitaler Läsionen – insbesondere hinsichtlich invasiver, mit Mortalität assoziierter Karzinome – zu reduzieren. Zudem werden weitere im Praxisalltag relevante Fragestellungen konsensbasiert beantwortet.