Leitlinien-Detailansicht

Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen)

Registernummer 081 - 004OL
Klassifikation S3

Stand: 12.10.2020 , gültig bis 11.10.2025

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen)"
Langfassung der Leitlinie "Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen)"
Leitlinienreport
Evidenzbericht
auch verfügbar in der OL-App

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK)
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  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen)"
    Langfassung der Leitlinie "Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen)"
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    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die vorliegende Leitlinie richtet sich an folgende ärztliche und nicht-ärztliche Gesundheitsversorger*innen, die Patient*innen mit einem Plattenepithelkarzinom des Analkanals und/oder des Analrands (Analkarzinom) behandeln: Ärzt*innen der Fachrichtungen Proktologie, Chirurgie, Dermatologie und Gastroenterologie, die im Erstkontakt bei V.a. Analkarzinom die notwendigen diagnostischen Schritte veranlassen oder an einen Spe-zialisten überweisen. Weitere Adressat*innen sind Ärzt*innen der Fachrichtungen Proktologie, Chirurgie und Dermatologie, die zur Diagnostik und/oder Therapie Patient*innen mit einem Analkarzinom operieren sowie der Fachrichtungen Strahlentherapie und Onkologie, die kurative oder palliative Therapiekonzepte durchführen. Darüber hinaus richtet sich diese Leitlinie an alle Professionen und Disziplinen, die in die Behandlung von Patient*innen mit einem Analkarzinom eingebunden sein sollten, v.a. in der Diagnostik (Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin) sowie Therapie und Begleitung (u.a. Stomatherapie, Psychoonkologie, Palliativmedizin). Des Weiteren dient die Leitlinie zur Information für allgemeinmedizinisch Tätige und kann Kosten- und Entscheidungsträger*innen als Orientierung im Themenfeld dienen.

    Patientenzielgruppe

    Als Patientenzielgruppe sind alle erwachsenen Patient*innen mit einem histologisch gesicherten analen Plattenepithelkarzinom, ausgehend vom Analkanal oder dem Analrand, unabhängig von der Tumorausbreitung und der Prognose definiert.

    Versorgungsbereich

    Die S3-Leitlinie Analkarzinom soll Handlungsempfehlungen für folgende Versorgungs-bereiche formulieren: ambulante Versorgung, insbesondere in der Primärdiagnostik und Nachsorge (u.a. Proktologie, Chirurgie, Dermatologie, Gastroenterologie/Endoskopie) sowie der stationäre Bereich für das erweiterte Staging und die Therapie (Koloproktologie/Viszeralchirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Nuklearmedizin, Onkologie und Pal-liativmedizin sowie onkologische Rehabilitation).
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG)
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    Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)
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    Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)
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    Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)
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    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
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    Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)
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    Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)
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    Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)
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    Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)
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    Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V. (DGRW)
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    Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)
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    Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG)
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    Gesellschaft für Virologie e.V. (GfV)
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    Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Coloproktologie (CACP)
    Chirurgische Arbeitsgruppe "Funktionalität in der kolorektalen Chirurgie" der DGAV
    Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Onkologie der DKG, CAO
    Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pathologie der DKG, AOP
    Arbeitsgemeinschaft für Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin (AGORS)
    Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO
    Arbeitsgemeinschaft für radiologische Onkologie der DKG, ARO
    Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie in der DKG
    Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands (BCD)
    Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten e.V. (BVDST)
    Arbeitsgemeinschaft für Coloproktologie Österreich (ACP)
    Schweizerische Arbeitsgruppe für Koloproktologie (SAKP)
    Vereinigung für Stomaträger und für Menschen mit Darmkrebs, Deutsche ILCO

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Office Leitlinienprogramm Onkologie
    c/o Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
    Kuno-Fischer-Straße 8
    14057 Berlin e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    PD Dr. med. Felix Aigner Charité – Universitätsmedizin Berlin
    Chirurgische Klinik, Campus Charité Mitte/ Campus Virchow-Klinikum, Berlin
    und
    Abteilung für Chirurgie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Graz, Österreich

    Leitlinienkoordination:

    PD Dr. med. Robert Siegel Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie
    Helios Klinikum Berlin-Buch, Berlin
    und
    Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Die Diagnostik und Therapie des Analkarzinoms wird bisher durch die heterogene Versorgung bzw. den Erstkontakt bei verschiedenen Disziplinen (u.a. bei Dermatologen, Proktologen, Chirurgen, Gastroenterologen) erschwert und erfolgt nicht immer standardisiert. Aufgrund der relativ geringen Inzidenz besteht in der Fläche wenig Erfahrung in Diagnostik und Therapie sowie Nachsorge des Analkarzinoms. Ziel dieses Antrages ist es daher, durch eine Förderung im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie die Entwicklung einer Leitlinie für alle Patienten mit einem Analkarzinom zu ermöglichen.

    Zudem ist das Analkarzinom im Vergleich mit anderen gastrointestinalen Tumoren selten, zeigt aber in den letzten Jahren eine signifikant zunehmende Inzidenz in Deutschland und in der westlichen Welt. Aufgrund dieser kontinuierlich steigenden Inzidenz besteht ein dringlicher Handlungsbedarf für ein Evidenz- und Konsensbasiertes Vorgehen bei Diagnostik, Therapie und Nachsorge, um ein drohendes Versorgungsproblem zu verhindern. Erschwerend in der frühzeitigen und adäquaten Diagnostik des Analkarzinoms ist die schambesetzte und teils tabuisierte Thematik von Anogenitalregion und Stuhlausscheidung. Mit dieser Leitlinie soll die interdisziplinäre, interprofessionelle und sektorenübergreifende Versorgung von Patienten mit einem Analkarzinom optimiert und somit ein erhöhter gesundheitlicher Nutzen für diese Patienten und das Gesundheitssystem erreicht werden.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Die Leitlinie soll mit den in ihr enthaltenen Handlungsempfehlungen für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Analkarzinoms zu einer Verbesserung der Versorgungs-qualität und interdisziplinären Kooperation in der Versorgung von Patient*innen mit Analkarzinom beitragen. Vorrangige Ziele sind die Erstellung einheitlicher Empfehlungen für die Primärdiagnostik, die Therapieentscheidung (insbesondere die kurative operative Resektion vs. kurative Radiochemotherapie), die Responsebeurteilung nach Radiochemotherapie und die Nachsorge nach kurativer Behandlung. Kriterien für eine gemeinsame Entscheidungshilfe („shared decision making“) insbesondere in Bezug auf die Endpunkte Überleben, Rezidivfreiheit, Stuhlkontinenz und Überleben ohne Stoma sollen durch die Leitlinie bereitgestellt werden. Diese Entscheidungshilfen sollen Eingang finden in die sich auf der S3-Leitlinie aufbauenden, laienverständlichen Patientenleitlinie. Die Entwicklung von Qualitätsindikatoren als Elemente und Erfolgsparameter soll dar-über hinaus zur Messung einer Verbesserung der Versorgung von Patient*innen mit Analkarzinom beitragen.