Leitlinien-Detailansicht

Rehabilitation der Mobilität nach Schlaganfall

Registernummer 080 - 004
Klassifikation S2e

Stand: 30.09.2015 , gültig bis 29.09.2020

Verfügbare Dokumente

Langfassung der Leitlinie "Rehabilitation der Mobilität nach Schlaganfall"
Leitlinienreport
Angaben zu Interessenkonflikten

Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Rehabilitation der Mobilität nach Schlaganfall"
    Leitlinienreport
    Angaben zu Interessenkonflikten

    Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Neurorehabilitativ tätiger Arzt, Therapeuten (Physiotherapeut, Sporttherapeut), Patient/Angehörige;Information für Ärzte der Gebiete Allgemeinmedizin, physikalische und rehabilitative Medizin,Geriatrie

    Patientenzielgruppe

    Patienten nach Schlaganfall, deren Mobilität gestört ist und deren Ziel dasWiedererlernen desGehens ist.

    Versorgungsbereich

    Stationäre, rehabilitative, und ambulante Versorgung (Krankenhäuser, Rehakliniken, ärztl. undtherapeutische Praxen)
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Universität Halle-Wittenberg
    Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Prof. Dr. med. Thomas Platz Chefarzt und Ärztlicher Direktor
    BDH-Klinik Greifswald GmbH Neurologisches Rehabilitationszentrum und
    Querschnittgelähmtenzentrum
    Karl-Liebknecht-Ring 26a
    17491 Greifswald Tel.: 0 38 04 / 871 - 201 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Dr. med. Christian Dohle, Dr. med. Klaus Martin Stephan
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Eine Störung der Mobilität ist eine der häufigsten Folgen eines Schlaganfalls. Circa 260 000 Personen erleiden pro Jahr in Deutschland einen Schlaganfall (Daten für das Jahr 2008 in Heuschmann et al.,2010). Bei ungefähr 80% der Patienten findet sich ein sensomotorisches Defizit einer Seite (Rathoreet al., 2002;Warlow et al., 2008), bei ca. 2/3 der Patienten ist zumindest initial die Mobilität gestört (Jorgensen 1995; Shaughnessy 2005). Fast alle Patienten mit einer solchen Störung geben das Wiedererlernen des Gehens als ein Hauptziel für die Rehabilitation an.

    Das genaue Schädigungsmuster wird dabei entscheidend von dem Ort und der Größe der Läsionbeeinflusst. Am häufigsten ist ein Infarkt im Versorgungsgebiet der Arteria cerebri media. Dann ist die Halbseitenlähmung meist brachiofacial betont und für eine Verbesserung der Beinfunktion und damit für dasWiedererlernen des Gehens besteht eine bessere Prognose als für die Rückkehr der Armfunktion. Sowohl für supratentorielle Läsionen, als auch für Läsionen im Bereich des Mittelhirns und des Hirnstamms sind der genaue Läsionsort und das daraus resultierende Ausmaß der Schädigungen prognostisch entscheidend.

    Klinisch bedeutsam ist zudem die Dauer der Paresen und der Funktionsstörungen. Der größte Teil der funktionell bedeutsamen Erholung ist nach drei bis sechs Monaten abgeschlossen. Wenn es daher in den ersten drei bis sechs Monaten nicht zu einer deutlichen Besserung der Beinmotorik gekommen ist und ein Gehen mit Hilfe nicht möglich geworden ist, so ist die Prognose für das Erlernen des selbstständigen Gehens leider schlecht (Kwakkel et al., 2006; Kwakkel&Kollen, 2013).

    Ein weiterer kritischer Punkt ist das Ausmaß der Vorschädigungen: vorangegangene Schlaganfälle,orthopädische Erkrankungen, Amputationen und Prothesenversorgung können genauso das Wiedererlernen des Gehens erschweren wie schwere Einschränkungen der kardiopulmonalen Belastbarkeit oder fortschreitende Tumorerkrankungen.

    Die klinische Erfahrung hat gezeigt, dass therapeutische Interventionen nicht zu allen Zeiten nach einem Schlaganfall gleich wirksam sind. Um die differentielle Wirksamkeit der Interventionen besser zu erfassen, haben wir in dieser Leitlinie ihre Wirksamkeit jeweils im akuten, subakuten oder chronischen Stadium nach Schlaganfall erfasst. Für die Zwecke der nachfolgenden Leitlinie wurden die Zeitpunkte 3Wochen bzw. 6 Monate als Grenzen zwischen den Behandlungsphasen akut –subakut – chronisch definiert.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Da in der Leitlinie keine Einschränkung der Form der rehabilitativen Interventionen zur Verbesserungdes Stehens und Gehens gemacht wurde, war es auch auf Grund des Umfangs der gefunden Studiennotwendig, die Zielkriterien auf funktionell relevante Parameter zu beschränken, Die Auswahl undEinstufung der Zielparameter erfolgte zunächst in einer ausführlichen Zwischenanalyse von 204Referenzen (Publikationszeitraum April 2004 – Oktober 2006). Die Einstufung der Zielparameterwurde im Konsens der Leitliniengruppe auf die folgenden klinisch relevanten Punkte beschränkt:

    - Gehfähigkeit (keine Symmetriedaten)

    - Sturzgefahr / Stürze / Frakturen / klinische Skalen zur Standsicherheit (nicht

    posturographische Parameter)

    - Gehgeschwindigkeit (nicht Kadenz, Schrittlänge etc.)

    - Ausdauer bezogen auf die Strecke (nicht metabolische Parameter oder PCI)

    Aus dieser Klassifizierung ergibt sich dann auch die Gliederung der nachfolgenden Leitlinie nach

    Zielkriterien. Explizit nicht berücksichtigt werden allgemeine motorische Skalen wie Fugl-Meyer

    Assessment, RivermeadMotor Assessment oder auch Gesamt-ADL Skalen wie Barthel-Index, FIM etc.

    Auch wurden Arbeiten zur Intervention, die ausschließliche Ergebnisse auf „noch physiologischen“

    Parametern (Muskelkraft, kinematische Parameter) erfasst, nicht in die Leitlinie eingeschlossen.