Leitlinien-Detailansicht

Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung

Registernummer 076 - 006
Klassifikation S3

Stand: 01.01.2021 , gültig bis 31.12.2025

27.10.2021: Zusatzdokumente Vortragsfolien eingestellt; 19.05.2021: Kitteltaschversionen publiziert / 23.03.2021: redaktionell überarbeitete Lang- und Kurzfassung eingestellt

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung"
Langfassung der Leitlinie "Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung"
Leitlinienreport
Angaben zu Interessenkonflikten
Kitteltaschenversion "Factsheet Haus-/Fachärztinnen und -ärzte"
Kitteltaschenversion "Factsheet Ärztinnen und Ärzte für Psychiatrie und Psychotherapie / Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten"
Kitteltaschenversion "Factsheet Stationäre Behandlung"
Kitteltaschenversion "Factsheet Tabakentwöhnungstherapeutinnen und -therapeuten"
Vortragsfolien deutsch
Vortragsfolien englisch

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung"
    Langfassung der Leitlinie "Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung"
    Leitlinienreport
    Angaben zu Interessenkonflikten
    Kitteltaschenversion "Factsheet Haus-/Fachärztinnen und -ärzte"
    Kitteltaschenversion "Factsheet Ärztinnen und Ärzte für Psychiatrie und Psychotherapie / Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten"
    Kitteltaschenversion "Factsheet Stationäre Behandlung"
    Kitteltaschenversion "Factsheet Tabakentwöhnungstherapeutinnen und -therapeuten"
    Vortragsfolien deutsch
    Vortragsfolien englisch

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die vorliegende Leitlinie soll als Entscheidungsgrundlage bzw. Handlungshilfe für folgenden Personenkreis dienen:

    - Erwachsene Menschen, die Tabakprodukte konsumieren, insbesondere bei bestehendem schädlichen Gebrauch oder einer Tabakabhängigkeit, spezifische Patientengruppen mit besonderen Bedürfnissen (Kinder und Jugendliche, Frauen und Schwangere, ältere Menschen), Betroffene mit komorbiden somatischen und psychischen Begleit- und Folgeerkrankungen.

    - Professionell Tätige (wie Psychiater, ärztliche Psychotherapeuten und Allgemeinärzte, psychologische Psychotherapeuten und andere Psychologen, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Pflegepersonal, Ergotherapeuten, Personal in anderen Einrichtungen, gesetzliche Betreuer und andere, die im Hilfesystem tätig sind).

    - Andere Personen und Entscheidungsträger im Gesundheits- und Sozialsystem, die Unterstützungsleistungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen anbieten oder organisieren

    Patientenzielgruppe

    Da die Ziele der Leitlinie umfassend sind, richten sich ihre Empfehlungen an eine breite Zielgruppe. Die Leitlinie richtet sich primär an erwachsene Raucherinnen und Raucher (im Alter von 18 bis 65 Jahren). Ergänzend wurden Empfehlungen für Patienten mit besonderen Bedürfnissen erarbeitet: Kinder- und Jugendliche (bis zum Alter von 17 Jahren), Frauen und Schwangere, ältere Menschen sowie Betroffene mit somatischen und psychischen Begleit- oder Folgeerkrankungen. Diese Zielgruppen werden in der Versorgung oft nicht adäquat berücksichtigt.  

    Versorgungsbereich

    Raucherinnen und Raucher sollen möglichst frühzeitig auf ihren gesundheitlich riskanten Lebensstil angesprochen und hinsichtlich einer möglichen Tabakabhängigkeit untersucht werden. Deshalb bezieht die Leitlinie ein breites Spektrum an Settings und Versorgungsbereichen ein. Screenings, Motivierungs- und Frühinterventionsmaßnahmen können beispielsweise in der medizinischen Grundversorgung (Allgemeinarztpraxen, Allgemeinkrankenhäusern und Notfallambulanzen) sowie in den Bereichen Arbeitsplatz oder Ausbildung (Schulen, Universitäten) eingesetzt werden. Darüber hinaus existiert ein differenziertes Versorgungssystem für tabakabhängige Menschen mit einer Vielzahl von Angeboten.  
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
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    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)
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    Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM)
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    Deutsche Gesellschaft für Biologische Psychiatrie e. V. (DGBP)
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    Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP)
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    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)
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    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP)
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    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
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    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)
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    Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V. (DGRW)
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    Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e.V. (DGSMP)
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    Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V.
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    Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Arbeitskreis der Chefärztinnen und Chefärzte von Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie an Allgemeinkrankenhäusern in Deutschland, ACKPA
    Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) e.V. (BAS)
    Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP)
    Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG)
    Bundesdirektorenkonferenz Verband leitender Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie e. V. (BDK)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss)
    Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs
    Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG)
    Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. (dg sps)
    Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT)
    Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)
    Deutsche Rentenversicherung Bund
    Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V. (DGS)
    Deutscher Bundesverband der Chefärztinnen und Chefärzte der Fachkliniken für Suchtkranke (DBCS)
    Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.
    Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
    Fachverband Sucht e.V. (FVS)
    Frauen aktiv contra Tabak e.V. (FACT)
    Gesamtverband für Suchthilfe (GVS)
    Wissenschaftlicher Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) e.V.,
    Deutsche Suchtmedizinische Fachgesellschaft (DSF)

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Dr. Kay Uwe Petersen Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
    Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung
    Calwer Str. 14
    72076 Tübingen Tel.: 07071 29-82602 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Anil Batra Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
    Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung
    Calwer Str. 14
    72076 Tübingen e-Mail senden
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Der Drogen- und Suchtbericht 2020 beschreibt das Rauchen weiterhin als das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland mit geschätzten 127.000 darauf unmittelbar zurückzuführenden Todesfällen pro Jahr (S. 13). Mehr als die Hälfte der regelmäßigen Raucherinnen und Raucher stirbt vorzeitig, davon etwa die Hälfte bereits im mittleren Lebensalter. 

    Daher sei ein vorrangiges Anliegen der Gesundheitspolitik, den Tabakkonsum bei Frauen und Männern in allen Altersgruppen deutlich zu verringern. 

    Für entwöhnungswillige Raucherinnen und Raucher stehen zahlreiche Entwöhnungsange-bote zur Verfügung. Nicht nur ausgewiesene Suchtexperten, sondern auch Mediziner, Psychologen, Pädagogen und manche aus anderen Disziplinen ohne spezifische Qualifikation für die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen, engagieren sich in der Entwicklung, Vermittlung und Durchführung von Entwöhnungsstrategien für Raucherinnen und Raucher. Allerdings entbehren immer noch viele der auf dem Markt befindlichen Tabakentwöhnungsverfahren einer soliden wissenschaftlichen Grundlage oder einer klaren theoretischen Fundierung.  

    Mit der aus dem Jahr 2014 vorliegenden Tabakleitlinie (Batra et al. 2015) wurde – gemeinsam mit der Leitlinie zur Behandlung alkoholbezogener Störungen - erstmals in Deutschland die höchste Entwicklungsstufe einer evidenz- und konsensbasierten Leitlinie zur Behandlung einer Suchterkrankung erreicht. Der Forschungsstand hat sich allerdings seit 2014 bedeutsam weiterentwickelt (Petersen & Batra 2019), so dass eine Überarbeitung der Tabakleitlinie nicht nur aus formalen, sondern auch aus inhaltlichen Gründen notwendig erschien. Der vorliegende Leitlinienreport beschreibt den Überarbeitungsprozess in seinen methodischen Schritten. 

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Das Ziel dieser S3-Leitlinienaktualisierung ist es, die bestehende systematisch entwickelte Entscheidungsgrundlage für alle behandelnden und betreuenden Berufsgruppen, Betroffenen und deren Angehörige auf einem aktuellen Forschungsstand zu halten. Die Leitlinie umfasst aktuelle, evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen zum Screening, der Diagnostik, der Behandlung und der Versorgungsorganisation. Die Leitlinie dient auch zur Information von Rauchern und ihren Angehörigen, so lange keine spezifische Patientenversion der Leitlinie existiert. Durch die Empfehlungen soll die Qualität der Behandlung und Betreuung von Rauchern und Angehörigen verbessert werden. Die Anwendung wirksamer und hilfreicher Verfahren soll gestärkt werden. Gleichzeitig werden bei einzelnen Verfahren bei Hinweisen auf fehlende Wirksamkeit oder bei negativer Kosten-Nutzen-Abwägung Empfehlungen gegen eine Anwendung gegeben. Die Leitlinie stellt jedoch keine verbindlichen Regeln im Sinne von Richtlinien auf. Die Behandlung eines Patienten ist immer ein individueller Prozess, bei dem die Behandelnden den Rahmen der Leitlinie als Grundlage nehmen, aber die Schritte in Diagnostik und Therapie an den einzelnen Betroffenen ausrichten sollen. 

    Schlüsselwörter:

    Rauchen, Tabak, Tabakkonsum, Nikotin, Sucht