Leitlinien-Detailansicht

Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms

Registernummer 043 - 022OL
Klassifikation S3

Stand: 01.04.2018 , gültig bis 30.04.2021

Versorgungsbereich:

ambulante, teilstationäre, stationäre, rehabilitative Versorgung

Gründe für die Themenwahl:

In Deutschland ist das Prostatakarzinom beim Mann der häufigste bösartige Tumor. Im Jahre 2010 erkrankten etwa 64.000 Männer neu an diesem Tumor. Schätzungsweise 11.135 verstarben in diesem Zeitraum in Deutschland daran. Damit stellt das Prostatakarzinom nach dem Bronchialkarzinom und dem kolorektalen Karzinom unter den Krebstodesursachen beim Mann die dritthäufigste Entität dar. Der Tumor ist eine ausgesprochene Alterserkrankung, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. Vor dem 50. Lebensjahr ist das Prostatakarzinom selten [1].

Die "Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zu Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" (2. Aktualisierung) [2] wurden im Oktober 2014 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie in der Version 3 vorgestellt. Sie ist ein wichtiger Meilenstein in der Prostatakrebstherapie, die bei der Therapieentscheidung einen Fokus auf Patientenpräferenzen legt und beim frühen Prostatakarzinom auch defensive Strategien empfiehlt. Als so genannte "Living Guideline" soll die S3-Leitlinie kontinuierlich aktualisiert werden. Bei der ersten und zweiten Aktualisierung der S3-Leitlinie wurden jeweils in etwa 10 spezifische Fragestellungen bearbeitet. Im Rahmen der anstehenden Aktualisierungen soll die Leitlinie komplett überarbeitet werden. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Die interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms ist ein evidenz- und konsensbasiertes Instrument, um Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms zu verbessern.

Männer und Ärzte sollen durch die Leitlinie bei der Entscheidung über Früherkennungsmaßnahmen unterstützt werden. Die Leitlinie soll dazu beitragen, eine angemessene Information und Förderung der informierten Entscheidung bei der Früherkennung sicherzustellen. Es ist weiterhin die Aufgabe der Leitlinie, Patienten (mit Verdacht auf Prostatakarzinom oder nachgewiesenem Prostatakarzinom) angemessene, wissenschaftlich begründete und aktuelle Verfahren in der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation anzubieten. Dies gilt sowohl für die lokal begrenzte oder lokal fortgeschrittene Erkrankung als auch bei Vorliegen eines Rezidivs oder von Fernmetastasen.

Die Leitlinie soll neben dem Beitrag für eine angemessene Gesundheitsversorgung auch die Basis für eine individuell zugeschnittene, qualitativ hochwertige Therapie bieten. Mittel- und langfristig sollen so die Morbidität und Mortalität von Patienten mit Prostatakarzinom gesenkt und die Lebensqualität erhöht werden. Durch die Implementierung leitliniengerechter Behandlung sollen unerwünschte Folgen der Prostatakarzinombehandlung minimiert werden. Kurz- und Langzeitfolgen, insbesondere die Rate an Patienten mit erektiler Dysfunktion, Inkontinenz und Darmschädigung (u.a. Proktitis) werden für jedes primäre Behandlungsverfahren Prostatakarzinoms verständlich dargestellt um die gemeinsame Therapieentscheidung zu unterstützen.

  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms"
    Langfassung der Leitlinie "Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms"
    Patientenleitlinie "Früherkennung von Prostatakrebs"
    Patientenleitlinie "Prostatakrebs 1 – lokal begrenztes Prostatakarzinom"
    Patientenleitlinie "Prostatakrebs 2 - Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom"
    Leitlinienreport
    Evidenzbericht

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Empfehlungen richten sich an alle Betroffenen und alle Berufsgruppen, die mit der Prävention und Früherkennung von Prostatakarzinom befasst sind sowie alle Berufsgruppen, die Patienten mit Verdacht auf bzw. mit nachgewiesenem Prostatakarzinom jeglichen Stadiums behandeln, oder deren Angehörige betreuen. Weitere Adressaten dieser Leitlinie sind übergeordnete Organisationen (z. B. Krankenkassen und Einrichtungen der ärztlichen Selbstverwaltung) und die interessierte Fachöffentlichkeit.

    Patientenzielgruppe

    Patienten mit Verdacht auf bzw. mit nachgewiesenem Prostatakarzinom jeglichen Stadiums.

    Versorgungsbereich

    Ambulanter und stationärer Bereich sowie Rehabilitation.
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)
    Visitenkarte
    Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU)
    Berufsverband der Deutschen Radiologen (BDR)
    Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten e.V. (BVDST)
    Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.
    Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS)
    Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege der DKG, KOK
    Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der DKG, ASORS
    Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) der DKG
    Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Office des Leitlinienprogramm Onkologie
    c/o Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
    Kuno-Fischer-Straße 8
    14075 Berlin e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wirth Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie
    Universitätsklinik ”Carl Gustav Carus”
    Technische Universität Dresden
    Fetscherstraße 74
    01307 Dresden
  • Inhalte
    Versorgungsbereich:

    ambulante, teilstationäre, stationäre, rehabilitative Versorgung

    Gründe für die Themenwahl:

    In Deutschland ist das Prostatakarzinom beim Mann der häufigste bösartige Tumor. Im Jahre 2010 erkrankten etwa 64.000 Männer neu an diesem Tumor. Schätzungsweise 11.135 verstarben in diesem Zeitraum in Deutschland daran. Damit stellt das Prostatakarzinom nach dem Bronchialkarzinom und dem kolorektalen Karzinom unter den Krebstodesursachen beim Mann die dritthäufigste Entität dar. Der Tumor ist eine ausgesprochene Alterserkrankung, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. Vor dem 50. Lebensjahr ist das Prostatakarzinom selten [1].

    Die "Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zu Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" (2. Aktualisierung) [2] wurden im Oktober 2014 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie in der Version 3 vorgestellt. Sie ist ein wichtiger Meilenstein in der Prostatakrebstherapie, die bei der Therapieentscheidung einen Fokus auf Patientenpräferenzen legt und beim frühen Prostatakarzinom auch defensive Strategien empfiehlt. Als so genannte "Living Guideline" soll die S3-Leitlinie kontinuierlich aktualisiert werden. Bei der ersten und zweiten Aktualisierung der S3-Leitlinie wurden jeweils in etwa 10 spezifische Fragestellungen bearbeitet. Im Rahmen der anstehenden Aktualisierungen soll die Leitlinie komplett überarbeitet werden. 

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Die interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms ist ein evidenz- und konsensbasiertes Instrument, um Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms zu verbessern.

    Männer und Ärzte sollen durch die Leitlinie bei der Entscheidung über Früherkennungsmaßnahmen unterstützt werden. Die Leitlinie soll dazu beitragen, eine angemessene Information und Förderung der informierten Entscheidung bei der Früherkennung sicherzustellen. Es ist weiterhin die Aufgabe der Leitlinie, Patienten (mit Verdacht auf Prostatakarzinom oder nachgewiesenem Prostatakarzinom) angemessene, wissenschaftlich begründete und aktuelle Verfahren in der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation anzubieten. Dies gilt sowohl für die lokal begrenzte oder lokal fortgeschrittene Erkrankung als auch bei Vorliegen eines Rezidivs oder von Fernmetastasen.

    Die Leitlinie soll neben dem Beitrag für eine angemessene Gesundheitsversorgung auch die Basis für eine individuell zugeschnittene, qualitativ hochwertige Therapie bieten. Mittel- und langfristig sollen so die Morbidität und Mortalität von Patienten mit Prostatakarzinom gesenkt und die Lebensqualität erhöht werden. Durch die Implementierung leitliniengerechter Behandlung sollen unerwünschte Folgen der Prostatakarzinombehandlung minimiert werden. Kurz- und Langzeitfolgen, insbesondere die Rate an Patienten mit erektiler Dysfunktion, Inkontinenz und Darmschädigung (u.a. Proktitis) werden für jedes primäre Behandlungsverfahren Prostatakarzinoms verständlich dargestellt um die gemeinsame Therapieentscheidung zu unterstützen.