Leitlinien-Detailansicht

Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen

Registernummer 038 - 020
Klassifikation S3

Stand: 02.10.2018 , gültig bis 01.10.2023

Verfügbare Dokumente

Langfassung der Leitlinie "Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen"
Patientenleitlinie "Patientenleitlinie zur Behandlungsleitlinie"
Patientenleitlinie "Patienteninformation - alle Themen auf einen Blick"
Leitlinienreport

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
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  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen"
    Patientenleitlinie "Patientenleitlinie zur Behandlungsleitlinie"
    Patientenleitlinie "Patienteninformation - alle Themen auf einen Blick"
    Leitlinienreport

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die vorliegende Leitlinie soll als Entscheidungsgrundlage bzw. Handlungshilfe für folgenden Personenkreis dienen:

    - erwachsene Menschen mit einer schweren psychischen Erkrankung und deren Angehörige,

    - professionell psychiatrisch, psychotherapeutisch und psychosozial Tätige (wie beispielsweise Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Neurologie, ärztliche Psychotherapeuten und Fachärzte für Allgemeinmedizin und hausärztlich tätige Internisten, Psychologische Psychotherapeuten, Diplom-Psychologen, Ergotherapeuten, Sozialarbeiter, Pflegefachkräfte, Personal in anderen psychiatrischen Einrichtungen, Therapeuten Künstlerischer Therapien, Therapeuten von Bewegungsinterventionen, gesetzliche Betreuer und andere, die im Hilfesystem tätig sind),

    - andere Personen und Entscheidungsträger im Gesundheits- und Sozialsystem, die Unterstützungsleistungen für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen anbieten oder organisieren (z. B. Mitarbeiter der Jobcenter, Entscheidungsträger in Ministerien, Gesundheitsämter).

    Patientenzielgruppe

    Zielgruppe dieser Leitlinie sind Menschen mit einer psychiatrischen Diagnose, welche überlängere Zeit, d. h. über mindestens zwei Jahre, Krankheitssymptome aufweisen bzw. in Behandlungsind, die mit erheblichen Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens und das sozialeFunktionsniveau einhergehen sowie häufig mit einer intensiven Inanspruchnahme des Behandlungsundpsychosozialen Hilfesystems verbunden sind.

    Versorgungsbereich

    Die Leitlinienaussagen sind nicht auf einen bestimmten Versorgungssektor begrenzt. Die Versorgung
    schwer psychisch kranker Menschen mit psychosozialen Interventionen findet quasi überall dort
    statt, wo die im Folgenden beschriebenen Interventionen zur Anwendung kommen können. Die
    Möglichkeiten sind hier sehr breit und gehen über rein medizinische Behandlungseinrichtungen weit
    hinaus. Wo sich Aussagen spezifisch auf das ambulante, stationäre oder teilstationäre Setting
    beziehen, wird dies im Text deutlich. Setting-bezogene Aspekte waren oft Inhalt der
    Konsentierungsprozesse (vgl. z. B. Kapitel „Multiprofessionelle gemeindepsychiatrische teambasierte
    Behandlung“). In Kapitel D der Leitlinie wird eine Verankerung der einzelnen Interventionen im
    deutschen Versorgungssystem angestrebt.
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
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    Deutsche Gesellschaft für Biologische Psychiatrie e. V. (DGBP)
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    Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP)
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    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Arbeitskreis der Chefärztinnen und Chefärzte von Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie an Allgemeinkrankenhäusern in Deutschland, ACKPA
    Aktion Psychisch Kranke (APK)
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke - BAG BBW
    Bundesarbeitsgemeinschaft Beruflicher Trainingszentren (BAG BTZ)
    Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde e.V., BAG GPV
    Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen (BAG IF)
    Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien
    Bundesarbeitsgemeinschaft psychiatrische Institutsambulanzen (BAG PIA) der Bundesdirektorenkonferenz
    Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation psychisch kranker Menschen (BAG RPK)
    Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung (BAG UB) e.V.
    Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG:WfbM)
    Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (BApK)/Familien-Selbsthilfe Psychiatrie
    Bundesinitiative ambulante psychiatrische Pflege (bapp)
    Bundesdirektorenkonferenz Psychiatrischer Krankenhäuser BDK
    Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)
    Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V., BFLK
    Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e.V. (BFW)
    Berufsverband für Künstlerische Therapien g.e.V.
    Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BPE e.V.)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN)
    Berufsverband deutscher Psychiater (BVDP)
    Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (bvvp)
    Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH)
    Deutsche Fachgesellschaft für Psychiatrische Pflege (DFPP)
    Deutsche Gesellschaft für Psychoedukation e.V.
    Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
    Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP)
    Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT)
    Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)
    Deutsch-Türkische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosoziale Gesundheit e.V. (DTGPP)
    Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.
    Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS)
    EX-IN Deutschland e.V. (EX-IN)
    Landesverband Psychiatrie Erfahrener Rheinland-Pfalz e.V. (LVPE RLP)
    Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD), Fachgruppe Psychiatrie
    Berufsverband der Soziotherapeuten e.V.
    Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V.

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Dr. rer. med. Uta Gühne, Dipl.-Psych. Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)
    Universität Leipzig, Medizinische Fakultät
    Philipp-Rosenthal-Straße 55
    04103 Leipzig Tel.: +49 (0)341/9715406 Fax.: +49 (0)341/9715409 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Thomas Becker Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm
    BKH Günzburg
    Ludwig-Heilmann-Straße 2
    89312 Günzburg e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig
    Medizinische Fakultät
    Philipp-Rosenthal-Straße 55
    04103 Leipzig

    Leitlinienkoordination:

    Dr. Dr. Stefan Weinman Vivantes Klinikum am Urban, Berlin und Universitäre Psychiatrische
    Kliniken Basel
    Schweiz
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Psychosoziale Therapien bilden einen zentralen Bestandteil moderner multimodaler Therapiekonzepte für die Behandlung psychischer Störungen. Für viele psychosozialeTherapieansätze gibt es hochwertige Studienevidenz. Die Aktualisierung der S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien erlaubt es, die bereits in der ersten Auflage systematischzusammengetragene Evidenz zu erweitern und für das psychiatrisch-psychotherapeutische und daspsychosoziale Hilfesystem zur Verfügung zu stellen. Anderenfalls würde die evidenzgestützteWeiterentwicklung des deutschen Versorgungssystems verzögert und es bestünde das Risiko einer Evidenz-Praxis-Lücke in der Patientenversorgung.
    Hinzu kommt, dass viele psychosoziale Hilfsangebote für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, z. B. berufliche Rehabilitationsangebote, Wohnangebote, Sozialpsychiatrische Dienste oder Tagesstätten für psychisch kranke Menschen, nicht durch die ambulanten und stationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Institutionen, sondern durch das psychosoziale Hilfesystemvorgehalten werden. Die psychosozialen Dienste werden anders finanziert als die Einrichtungen derambulanten und stationären Krankenversorgung. Eine effektive Versorgung für Menschen mitschweren psychischen Erkrankungen bedarf der Kooperation verschiedener Hilfesysteme. Die S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien zielt darauf ab, die Prinzipien evidenzbasierter Medizin sowie des formalisierten Experten- und Stakeholder-Konsenses auch in diesem komplexen Feld zur Anwendungzu bringen. Die Entwicklung einheitlicher und übergreifender Therapie- und Versorgungsstandards indiesem Bereich hat große Praxisrelevanz und zielt auf eine Patientengruppe mit hohen und komplexen Bedarfen.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Ziel der vorliegenden evidenz- und konsensbasierten Leitlinie ist es, Empfehlungen zur umfassenden psychosozialen Behandlung und Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen auf der Basis der besten verfügbaren Evidenz vor dem Hintergrund des deutschen Versorgungssystems zu geben.