Leitlinien-Detailansicht

Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen

Registernummer 032 - 055OL
Klassifikation S3

Stand: 22.07.2021 , gültig bis 21.07.2026

10.11.2021: Lang- und Kurzversion nach redaktionellen Änderungen ausgetauscht / 20.09.2021 Lang- und Kurzversion nach redaktionellen Änderungen ausgetauscht, Fragebogen zur Erfassung der Nutzung vom komplementären Verfahren ergänzt

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen"
Langfassung der Leitlinie "Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen"
Leitlinienreport
Evidenzbericht
Fragebogen zur Erfassung der Nutzung vom komplementären Verfahren
auch verfügbar in der OL-App

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
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Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
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Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
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Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)
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  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen"
    Langfassung der Leitlinie "Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen"
    Leitlinienreport
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    Fragebogen zur Erfassung der Nutzung vom komplementären Verfahren
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    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
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    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Empfehlungen dieser Querschnittsleitlinie richten sich an folgende Ärzte, medizinisches Assistenzpersonal und Angehörige von Berufsgruppen, die mit der Versorgung von Bürgern und Patienten mit einer Krebserkrankung befasst sind (siehe unter beteiligte FG und Organisationen) und alle an Krebs erkrankten Personen sowie deren Angehörige.

    Die Leitlinie dient zur Information für weitere, nicht direkt beteiligte Adressaten:

    • Weitere medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften (z.B. Radiologen) und Berufsverbände

    • Weitere Interessenvertretungen der Patienten (Patienten- und Selbsthilfeorganisationen)

    • Qualitätssicherungseinrichtungen und Projekte auf Bundes- und Länderebene

    • gesundheitspolitische Einrichtungen und Entscheidungsträger auf Bundes- und Länderebene: Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI), Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das Robert-Koch-Institut (RKI) Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), Arbeitsgemeinschaft Deutsche Tumorzentren (ADT), Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) etc.

    • Kostenträger

    • Pharmazeutische Industrie

    • sowie der Öffentlichkeit zur Information über gute medizinische Vorgehensweise im Zusammenhang mit komplementären Verfahren.

    Patientenzielgruppe

    Die S3 Leitlinie Komplementäre Medizin ist eine Querschnittsleitlinie, die für alle Patienten mit onkologischen Erkrankungen gelten soll. Soweit wie möglich wurden die Empfehlungen für einzelne Tumorarten spezifiziert. Spezifische Fragestellungen sollen möglichst in den jeweiligen organbezogenen Leitlinien eingearbeitet werden

    Versorgungsbereich

    Die S3 Leitlinie KAM betrifft die Patienten während und nach der akuten Therapie im ambulanten wie stationären Bereich.
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
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    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
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    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
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    Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (AEM)
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    Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker e.V. (ADKA)
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    Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)
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    Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)
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    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)
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    Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)
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    Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM)
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    Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e.V. (DGEpi)
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    Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)
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    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
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    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
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    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
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    Deutsche Gesellschaft für Naturheilkunde e.V. (DGNHK)
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    Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP)
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    Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP)
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    Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)
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    Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS)
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    Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)
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    Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM)
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    Gesellschaft für Phytotherapie e.V. (GPT)
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    Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) der DKG
    Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie der DKG und DDG (ADO)
    Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie der DKG, AGO
    Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie der DKG, AIO
    Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin der DKG, APM
    Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Onkologie (APO)
    Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Radioonkologie (APRO)
    Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie (AGSMO) in der DKG
    Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pharmazie (OPH) der DKG
    Pneumologisch-Onkologische Arbeitsgemeinschaft der DKG, POA
    Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der DKG, PSO
    Berufsverband Niedergelassener Gynäkologischer Onkologen in Deutschland e.V., BNGO
    Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF)
    Berufsverband Deutscher Urologen e.V.
    Berufsverband Niedergelassener Hämatologen und Onkologen (BNHO)
    Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)
    Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten e.V. (BVDST)
    Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)
    Bundesverband der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten e.V.
    Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS)
    Bundesarbeitsgemeinschaft leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe eV.
    Bundesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.
    Bundesverband pharmazeutisch-technischer AssistentInnen e.V. (BVpta)
    Deutsche Uro- Onkologen d-uo
    DGMKG-BV Berufsverband der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
    Hilfe bei fam. Brustkrebs und Eierstockkrebs BRCA-Netzwerk

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Thomas Langer Office Leitlinienprogramm Onkologie
    c/o Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
    Kuno-Fischer-Straße 8
    14057 Berlin
    e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Jutta Hübner Abt. Hämatologie und Intern. Onkologie
    Klinik für Innere Medizin II
    Am Klinikum 1
    07747 Jena e-Mail senden
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Häufigkeit des Versorgungsproblems
    Ca. die Hälfte aller Patienten nutzen komplementäre und alternative Medizin (KAM) – die Anzahl der Patienten, die sich für das Thema interessieren dürfte höher liegen. Bei einigen Tumorarten liegt die Nutzerrate bei 80 bis über 90 Prozent. Dem entgegen steht das geringe Wissen der behandelnden Onkologen zu dem Thema, das damit auch meist fehlende Angebot an wissenschaftlich fundierter Beratung das in starkem Kontrast zu einem auch für Experten kaum noch zu überblickenden Angebot in Institutionen, Praxen und Medien steht. Dieses Angebot unterliegt in Deutschland kaum einer Kontrolle im Hinblick auf möglichen Schaden für den Patienten und keiner Kontrolle im Hinblick auf Seriosität. Anzustreben ist eine qualitativ hochwertige Beratung zu oder Behandlung mit komplementären Verfahren.
    Verbesserungspotentiale der Versorgungsqualität
    Es besteht ein hoher Bedarf an verlässlicher, leicht zu findender und auf den individuellen Behandlungsfall zu beziehender Information für Ärzte, andere Fachgruppen und Patienten (und andere Laien). Bisher erfolgt die Beratung überwiegend durch nicht onkologisch spezialisierte Ärzte und Heilpraktiker oder Laien. Für die Fortbildung der Ärzte gibt es keine verbindlichen qualitätsgesicherten Curricula. Eine Leitlinie ist ein wesentliches Element, um Beratungsinhalte zu definieren und vorzugeben, könnte aber auch als Orientierung für Fortbildungsangebote dienen. Damit könnte es gelingen, flächendeckend die Qualität der Beratung zu verbessern, indem Patienten Beratungsangebote, die sich an der Leitlinie orientieren von anderen unterscheiden könnten und sogar speziell auf diese verwiesen werden. Dies wäre auch eine wesentliche Orientierungshilfe für Ärzte, die ihre Patienten an qualitativ gut arbeitende Beratungsstellen verweisen wollen.
    Versorgungsunterschiede
    Daten zu Versorgungsunterschieden in Deutschland gibt es nicht. Aus anderen Ländern gibt es widersprüchliche Daten zur Verteilung der Ausgaben in Bezug auf sozialen Status (Skandinavien) bzw. Versichertenstatus (USA). In Deutschland müssen Patienten einen großen Teil der KAM selber bezahlen. Hieraus könnten sich Versorgungsunterschiede ergeben.
    Ökonomische Bedeutung
    Es existieren nur unzureichende Daten zur ökonomischen Bedeutung von KAM in Deutschland.  Wie viel hiervon im Rahmen der Solidargemeinschaft der gesetzlichen Krankenkasse finanziert wird und wie hoch der Anteil der durch die Patienten finanzierten Anwendungen ist, ist ebenfalls unbekannt. Viele der Verfahren werden als Selbstzahlerleistungen angeboten. Die Bandbreite der Kosten ist sehr hoch und kann im Einzelfall bis zu mehreren Tausend Euro gehen.
    Ethische und soziale Aspekte
    Der Umgang mit komplementärer und alternativer Medizin steht in engem Zusammenhang mit Themenfeldern wie Arzt-Patienten-Beziehung, Patientenkompetenz und partizipativer Entscheidungsfindung. Man kann davon ausgehen, dass ein Teil der Patienten nach komplementärer Therapie sucht, weil sie sich im aktuellen Gesundheitssystem nicht mehr als Mensch mit einer schweren lebensbedrohlichen Erkrankung wahrgenommen und betreut fühlen. Viele Methoden der komplementären Medizin reklamieren deshalb für sich Ganzheitlichkeit und Salutogenese. Die erfolgreichen Anbieter haben häufig eine hohe Behandler-Patientenbindung. Dazu kommt, dass die Methoden häufig an laienätiologischen Vorstellungen zur Karzinogenese und Tumortherapie orientiert und damit für den Laien leicht verständlich sind. (Münstedt 1996) Eines der zentralen Anliegen der Patienten beim Einsatz von KAM ist es, einen eigenständigen Beitrag zur Therapie zu leisten und autonom handeln zu können. Diese Motive sind zu begrüßen und sollten deshalb unterstützt werden. Gleichzeitig kommt es aber dabei auf ethische Maßstäbe, insbesondere eine umfassende auf wissenschaftlichen Daten basierende Aufklärung über Nutzen und Risiken bei KAM an. Nur auf der Basis dieser ehrlichen und nicht von ökonomischen Überlegungen geleiteten Aufklärung ist eine autonome Entscheidung im Sinne der partizipativen Entscheidungsfindung möglich. Angebote der alternativen Medizin insbesondere in der sensiblen Situation eines Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumorleiden  machen jedoch häufig Versprechungen und wecken damit die Hoffnung von Patienten ohne realistisches Substrat.  Hierdurch werden grundlegende ethische Gebote verletzt. Hiermit ist die Bedeutung einer S3 Leitlinie zu KAM in der Onkologie auch aus ethischer Sicht gegeben.
    Koordinationsbedarf (interdisziplinär, interprofessionell)
    Die Beratung zu und Behandlung mit komplementären und alternativen Verfahren findet häufig nicht durch den Onkologen, sondern durch Ärzte anderer Fachgebiete (Hausarzt, betreuender Facharzt mit Zusatzbezeichnung für Naturheilverfahren, Homöopath) oder Heilpraktiker und/oder Heiler statt. Oft entstehen Kooperationen, da Onkologen sich nicht in der Lage sehen, die Thematik selber zu beherrschen. Typische Vertreter der KAM-Methoden sind i.d.R. von ihrem geringen Schadenspotential bei gleichzeitig hohem Nutzenpotential überzeugt. Da diesen Anbietern in aller Regel eine onkologische Ausbildung fehlt, besteht eine hohe Gefahr von Fehlentscheidungen, die bei Tumorpatienten zu teilweise erheblichen Risiken führen können. Als Entscheidungsgrundlage ist deshalb eine S3 Leitlinie mit hoher nationaler Verbindlichkeit geeignet. Während in allen anderen Bereichen in der Medizin die Koordination der Leistungen durch die professionellen Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen erfolgt, ist im Bereich KAM oft der Patient der eigentliche Koordinator. Die Patientenleitlinie soll hierzu ausdrücklich Hilfestellung geben.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Die hohe Prävalenz der Nutzung von komplementären und alternativen Methoden sowie die große Variationsbreite sowohl der angewendeten Verfahren, als auch die nicht festgelegte Versorgungsqualität verlangen nach einer Optimierung der Versorgung von Patienten mit Tumorerkrankungen. In der S3-Leitlinie Komplementäre Onkologie sollen die wichtigsten zur komplementären und alternativen Medizin zählenden Methoden, Verfahren und Substanzen, die aktuell in Deutschland von Patienten genutzt werden bzw. ihnen angeboten werden, nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin bewertet werden.  

    Ziel der S3 Leitlinie Komplementäre Onkologie wird es sein, Ärzten und weiteren in der Behandlung von Tumorpatienten einbezogenem Fachpersonal sowie den Patienten selbst evidenzbasierte und formal konsentierte Empfehlungen (und Negativ-Empfehlungen) für anstehende Entscheidungen zu geben. Damit soll für alle in der Onkologie Tätigen  (Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen und andere Berufsgruppen) ein präzises Nachschlagewerk geschaffen werden, dass es ermöglicht Patientenfragen evidenzbasiert zu beantworten, ggf. aktiv Empfehlungen auszusprechen bzw. von konkreten Maßnahmen und Verfahren abzuraten.  

    Darüber hinaus sollen die Aus-, Fort- und Weiterbildung auf diesem Gebiet gefördert und Versorgungsstrukturen verbessert werden.