Leitlinien-Detailansicht

Diagnostik und Behandlung von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter

Registernummer 028 - 007
Klassifikation S3

Stand: 23.06.2021 , gültig bis 22.06.2026

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Diagnostik und Behandlung von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter"
Langfassung der Leitlinie "Diagnostik und Behandlung von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter"
Leitlinienreport
Evidenzbericht

Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Diagnostik und Behandlung von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter"
    Langfassung der Leitlinie "Diagnostik und Behandlung von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter"
    Leitlinienreport
    Evidenzbericht

    Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Adressaten dieser Leitlinie sind folgende Berufsgruppen im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich: Kinder- und JugendpsychiaterInnen und psychologische Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen. Pädiater, Schulpsychologen. Die Leitlinie dient zur Information für Fachärzte für Allgemeinmedizin, Hausärzte, Pflegepersonal und Ergotherapeuten, Betroffene und ihren Familien, sowie Selbsthilfeorganisationen.

    Patientenzielgruppe

    Die Leitlinie ist anwendbar im Speziellen für Kinder und Jugendliche mit Zwangsstörungen und in weiten Bereichen auch für Zwangs-Spektrum-Störungen, auf die zusätzlich eingegangen wird.
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DÄVT)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten e.V. (bkj)
    Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e. V. (BKJPP) (mit federführend)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (bvvp)
    Bundesvereinigung Verhaltenstherapie im Kindes- und Jugendalter e.V. (BVKJ)
    Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)
    Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. (DGZ)
    Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs
    Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPTV)
    Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie
    Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (ÖGKJP)
    Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen (SGZ)
    Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie (SGKJPP)

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Susanne Walitza Klinikdirektorin
    Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
    Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
    Neumünsterallee 3, Postfach 233
    CH-8032 Zürich e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Susanne Walitza

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. Tobias Renner, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Zwangsstörungen gehören mit einer Lebenszeitprävalenz von 1-3% auch im Kindes- und Jugendalter zu den häufigsten psychischen Störungen. Es liegen zwei Erkrankungsgipfel im Altersbereich von 11-14 Jahren und im jungen Erwachsenenalter mit 20 Jahren vor. 20% der Zwangsstörungen beginnen vor dem Alter von 10 Jahren und 60% vor dem Alter von 25 Jahren. Die Erkrankung wird oftmals sehr spät erkannt. Es dauert im Durchschnitt über 10 Jahre bis die Patienten professionelle Hilfe aufsuchen. Es gibt einige behandlungsrelevante Unterschiede von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter im Vergleich zum Erwachsenenalter. In der Diagnostik und Behandlung müssen das Alter und der Entwicklungsstand der Betroffenen sowie die Bedingungen um familiären und sozialen Umfeld berücksichtigt werden. Daher können Leitlinien der Zwangsstörungen im Erwachsenenalter nicht unmittelbar auf das Kindesalter angewandt werden. Die Fehl- und Unterdiagnosen sind im Kindes- und Jugendalter wie im Erwachsenenalter sehr hoch. Verlaufsstudien zeigen, dass die Erkrankung oft chronisch verläuft und zu einer erheblichen psychosozialen Beeinträchtigung führt. Auch ist das Risiko für die Entwicklung von weiteren psychischen, aber auch somatischen Erkrankungen hoch. Aus der Studienlage wird deutlich, dass der frühe Behandlungsbeginn einer der wichtigsten positiven prognostischen Faktoren ist. Zudem besteht eine therapeutische Unterversorgung, die evidenzbasierten Therapien werden national und international nicht flächendeckend eingesetzt. Dies wird auch durch eine mangelnde Verfügbarkeit von einer anwendergerechten Zusammenfassung der Evidenz von Behandlungsansätzen im Rahmen einer Leitlinie für Diagnostik und Therapie im Kindes- und Jugendalter verstärkt.
    Neben der Praxis und Anwendung selbst, ist eine Leitlinie relevant für die Aus- und Weiterbildung.
    Bislang gibt es für Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter keine S3-Leitlinie. Ziel ist es die Diagnostik und Behandlung von Zwangsstörungen zu verbessern und den Therapeuten eine Leitlinie auf S3-Niveau an die Hand zu geben.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Die Leitlinie soll umfassend den aktuellen Stand von Diagnostik und Wirksamkeit der Therapie von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter darstellen. Das wichtigste Ziel der deutschsprachigen evidenz- und konsensbasierten S3-Leitlinie für Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter ist es, die Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen und deren Familien zu verbessern. Für die an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen sollen die Entscheidungsgrundlagen für den diagnostischen Prozess und die Behandlung selbst verfügbar gemacht und optimiert werden. Die Leitlinien sollen den Eltern, Angehörigen, aber auch den noch minderjährigen Betroffenen die Partizipation am Diagnostik- und Behandlungsprozess ermöglichen. Die Verbreitung der Leitlinie soll dazu führen, dass die betroffenen Kinder- und Jugendlichen mit Zwangsstörung die für sie angemessene Behandlung erhalten können.