Leitlinien-Detailansicht

Kindesmisshandlung, - missbrauch, -vernachlässigung unter Einbindung der Jugendhilfe und Pädagogik (Kinderschutzleitlinie)

Registernummer 027 - 069
Klassifikation S3

Stand: 05.02.2019 , gültig bis 31.01.2024

Adressaten

Die Anwenderzielgruppe dieser Leitlinie ist primär die der medizinischen Fachkräfte. Daneben soll die Kinderschutzleitlinie Kindern und Jugendlichen selbst und Akteuren aller Fachrichtungen und Professionen, die in Kontakt mit Kindern stehen, bei denen der Verdacht auf eine Misshandlung, Vernachlässigung und/oder einen Missbrauch besteht, unterstützen, medizinischen Kinderschutz zu verstehen. Dadurch soll nicht nur die Erwartung an den medizinischen Kinderschutz geformt werden, sondern vielmehr die Kooperation aller Partner im Kinderschutz gestärkt werden.

Patientenzielgruppe

Die Zielgruppe der Leitlinie bilden Kinder und Jugendliche von 0-18 Jahren mit Verdacht auf die Gefährdung des Kindeswohles und der Kindergesundheit. Ungeborene werden mit in die Zielgruppe der Fragestellungen aufgenommen, wenn mütterliche Kontextfaktoren Relevanz haben. In der Konsequenz werden auch Handlungsempfehlungen für das familiäre Umfeld formuliert.

Versorgungsbereich

Das Alleinstellungsmerkmal bei dieser Leitlinie ist die Beschreibung der Schnittstelle zwischen dem ambulanten/stationären Bereich des Gesundheitswesens und der Jugendhilfe und der Pädagogik.

Es werden bewusst keine Vorgaben an die nicht medizinischen Versorgungsbereiche formuliert. Ziel der Leitlinie ist es, das Vorgehen im Gesundheitsbereich evidenzbasiert festzulegen und an den entsprechenden Schnittstellen sinnvolle Vorgehensweisen darzulegen. Somit sind sowohl Kooperation der Versorgungsbereiche, Prävention als auch Früherkennung, Diagnostik und Therapie Bestandteil der Handlungsempfehlungen.

  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Kindesmisshandlung, - missbrauch, -vernachlässigung unter Einbindung der Jugendhilfe und Pädagogik (Kinderschutzleitlinie)"
    Leitlinienreport
    Evidenzbericht
    Änderungen der Langfassung (Dieses Dokument enthält alle Kommentierungen der öffentlichen Konsultationsphase und des Review Verfahrens durch die beteiligten Fachgesellschaften und Organisationen)
    Zusatzdokument "Soziale Arbeit"
    Zusatzdokument "APP Pilani kinder schützen"
    Zusatzdokument "Gynäkologie"
    Zusatzdokument "Krankenpflege"
    Zusatzdokument "Medizin"
    Zusatzdokument "Psychologie"
    Zusatzdokument "Rechtsmedizin"
    Zusatzdokument "Kinder- und Jugendversion_1"
    Zusatzdokument "Kinder- und Jugendversion_2"
    Kitteltaschenkarte "Hämatome"
    Kitteltaschenkarte "Vorgehen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung"

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
    Visitenkarte
    Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Anwenderzielgruppe dieser Leitlinie ist primär die der medizinischen Fachkräfte. Daneben soll die Kinderschutzleitlinie Kindern und Jugendlichen selbst und Akteuren aller Fachrichtungen und Professionen, die in Kontakt mit Kindern stehen, bei denen der Verdacht auf eine Misshandlung, Vernachlässigung und/oder einen Missbrauch besteht, unterstützen, medizinischen Kinderschutz zu verstehen. Dadurch soll nicht nur die Erwartung an den medizinischen Kinderschutz geformt werden, sondern vielmehr die Kooperation aller Partner im Kinderschutz gestärkt werden.

    Patientenzielgruppe

    Die Zielgruppe der Leitlinie bilden Kinder und Jugendliche von 0-18 Jahren mit Verdacht auf die Gefährdung des Kindeswohles und der Kindergesundheit. Ungeborene werden mit in die Zielgruppe der Fragestellungen aufgenommen, wenn mütterliche Kontextfaktoren Relevanz haben. In der Konsequenz werden auch Handlungsempfehlungen für das familiäre Umfeld formuliert.

    Versorgungsbereich

    Das Alleinstellungsmerkmal bei dieser Leitlinie ist die Beschreibung der Schnittstelle zwischen dem ambulanten/stationären Bereich des Gesundheitswesens und der Jugendhilfe und der Pädagogik.

    Es werden bewusst keine Vorgaben an die nicht medizinischen Versorgungsbereiche formuliert. Ziel der Leitlinie ist es, das Vorgehen im Gesundheitsbereich evidenzbasiert festzulegen und an den entsprechenden Schnittstellen sinnvolle Vorgehensweisen darzulegen. Somit sind sowohl Kooperation der Versorgungsbereiche, Prävention als auch Früherkennung, Diagnostik und Therapie Bestandteil der Handlungsempfehlungen.

  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
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    Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
    Visitenkarte
    Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR)
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    Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
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    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V.
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. (DGNC)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V. (DGPFG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde e.V.
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
    Visitenkarte
    Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG)
    Visitenkarte
    Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKIM) (mit-federführend)
    Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)
    Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie e.V.
    Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF)
    Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)
    Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten e.V. (bkj)
    Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP)
    Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD)
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAGLJÄ)
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG)
    Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BVÖGD)
    Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (bvvp)
    Bundesverband für Erziehungshilfe (AFET)
    Bundesvereinigung Verhaltenstherapie im Kindes- und Jugendalter e.V. (BVKJ)
    Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)
    Deutsche Bischofskonferenz
    Deutsche Gesellschaft für Ambulante Allgemeine Pädiatrie (DGAAP)
    Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)
    Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI)
    Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA)
    Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. (dg sps)
    Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT)
    Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)
    Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.
    Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG)
    Deutscher Behindertenrat (DBR)
    Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH)
    Deutscher Berufsverband Rettungsdienst e.V. (DBRD)
    Deutscher Kinderschutzbund (DKSB) Landesverband NRW
    Deutscher Landkreistag (Landkreis Grafschaft Bentheim, Landratsamt Ortenaukreis, Kreis Steinburg, Landkreistag - Saarpfalz Kreis, Landkreistag - Erzgebirgskreis)
    Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.
    Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF)
    Deutsches Jugendinstitut (DJI)
    Ethno-Medizinisches Zentrum (EMZ)
    Gesamtverband für Suchthilfe (GVS)
    Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism)
    Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)
    Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
    Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland
    Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Deutschland e.V. (VAKJP)
    Weisser Ring e.V.

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin Universitätskinderklinik
    Adenauerallee 119
    53113 Bonn Tel.: 0228 287 33326 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Die Autoren sind in alphabethischer Reihenfolge dargestellt: Blesken, M., Franke, I., Freiberg, J., Kraft, M., Kurylowicz, L., Rohde, M., Schwier, F.
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Zum Beginn der Leitlinienentwicklung Ende 2014 gab es keine aktuelle, umfassende, evidenzbasierte und multiprofessionell-entwickelte Leitlinie zum Kinderschutz.Die drei u.g. über die AWMF veröffentlichten Leitlinien zum Thema Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen waren nicht evidenzbasiert und nicht multiprofessionell konsentiert. Bis auf die AWMF S1 Leitlinie 064/014 „Verdacht auf Misshandlung“ hatten sie ihre Gültigkeit zum Projektbeginn 2014 verloren:AWMF S1 LL Nr. 028/034 „Vernachlässigung, Misshandlung, sexueller Missbrauch“ der Dt. Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), erstellt 1999, überarbeitet 2006, abgelaufen 2010.AWMF S2 LL Nr. 071/003 „Kindesmisshandlung und Vernachlässigung“ der Dt. Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ), erstellt 2002, überarbeitet 2008, abgelaufen 2012.AWMF S1 LL 064/014 „Verdacht auf Misshandlung“ der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR), erstellt 2001, überarbeitet 2013, gültig bis 2018.International gibt es keine aktuelle, evidenzbasierte Leitlinie, die das Schnittstellenmanagement zwischen Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Pädagogik einerseits aufgreift und andererseits alle drei Bereiche in die Erstellung der Leitlinie einbezieht.Ziel dieser Leitlinie ist es daher, eine umfassende, interdisziplinäre Kinderschutzleitlinie unter Einbindung der Jugendhilfe und Pädagogik auf höchstem wissenschaftlichem Niveau zu erstellen.Nach Beschluss der Konstituierenden Sitzung wurden praxisrelevante Handlungsempfehlungen fallorientiert und auf höchstem wissenschaftlichem Niveau für den medizinischen Kinderschutz erarbeitet. Grundlage für die Entwicklung der für die Literaturrecherche relevanten Fragestellungen war eine Fallabfrage über die zu diesem Zeitpunkt beteiligten Fachgesellschaften. Es konnten 476 reale Kinderschutzfälle aus den unterschiedlichen Versorgungsbereichen zugrunde gelegt werden. Durch diese Herangehensweise profitiert die Leitlinie von einer umfassenden Reichweite im Bereich des Kinderschutzes. Für eine qualitativ hochwertige und zielorientierte Arbeit im medizinischen Kinderschutz ist das Schnittstellenmanagement mit wichtigen, nicht medizinischen Fachbereichen wie der Jugendhilfe und Pädagogik unabdingbar.Im Zentrum der Leitlinie steht das Kind. Dies spiegeln auch die Endpunkte (outcomes) der Schlüsselfragen wider (siehe 4.6 Schlüsselempfehlungen). Dementsprechend beziehen sich alle Handlungsempfehlungen auf die Detektion und die Diagnostik einer Kindeswohlgefährdung oder den Schutz vor einer Kindeswohlgefährdung.Der Fokus liegt hier auf der Komplexität verschiedener Einflussfaktoren von Kindeswohlgefährdung, die durch die Expertise verschiedener Fachkräfte umfassender erschlossen und beurteilt werden kann. Auch die Partizipation von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt unterschiedliche Effektebenen, wie zum Beispiel das Wohlergehen des Kindes, therapeutische Effekte, Verständnis und Sicherheit des Kindes. Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit (Verdacht auf) Kindeswohlgefährdung kann durch Anwendung der evidenzbasierten Handlungsempfehlungen sowie der Klinischen Konsensuspunkten und Statements unter der Berücksichtigung einer Nutzen-Risiko-Beurteilung und der Präferenz des Kindes oder des Jugendlichen auf die individuelle Situation angepasst werden.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    1. Zugewinn an Sicherheit für die Fachkräfte im Erkennen, Beurteilen und Handeln mit möglichen Fällen der unterschiedlichen Formen von Kindeswohlgefährdung.
    2. Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die Diagnostik der unterschiedlichen Formen von Kindeswohlgefährdung.
    3. Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für den Umgang mit anderen Professionen, insbesondere aus den Bereichen Jugendhilfe und Pädagogik.
    4. Fachkräfte für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen am Kinderschutzverfahren zu sensibilisieren.
    5. Das Vorgehen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung im Gesundheitswesen anderen Fachkräften (aus dem Bereich Jugendhilfe und Pädagogik) und Kindern und Jugendlichen nahezubringen.