Leitlinien-Detailansicht

Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus

Registernummer 013 - 048
Klassifikation S2k

Stand: 01.03.2022 , gültig bis 28.02.2026

Adressaten

Die Leitlinie richtet sich an Dermatologen, Allergologen, Nephrologen, Hämatologen, Gastroenterologen, Internisten und Psychosomatiker in ambulanter, tagesklinischer und stationärer Versorgung und dem Rehabilitationsbereich. Die Leitlinie dient zur Information für Gynäkologen, Pädiater, Allgemeinmediziner, Kooperationspartner der Ärzteschaft z. B. Fachberufe im Gesundheitswesen und Kostenträger.

Patienten/innen gehören nicht primär zur Anwenderzielgruppe.

Patientenzielgruppe

Die Leitlinie ist gültig für alle Patienten/innen mit chronischem Pruritus (länger als sechs Wochen bestehend) und chronischer Prurigo bei dermatologischen Erkrankungen, internistischen Erkrankungen, durch Medikamenteneinnahme, bei Schwangerschaft, bei neurologischen Erkrankungen, bei psychiatrischen/psychosomatischen Erkrankungen oder bei chronischem Pruritus unklarer Genese. Die Leitlinie ist auch gültig für Patienten/innen mit Pruritus auf normaler Haut, bei Vorliegen einer Dermatose oder dem Bestehen von chronischen Kratzläsionen sowie generalisiertem oder lokalisiertem Pruritus (Notalgia parästethica, brachioradialer Pruritus, genitoanaler Pruritus). Die Leitlinie ist gültig für:

  • alle Altersgruppen (Kinder, Erwachsene, Hochbetagte)
  • Männer und Frauen
  • Chronischer Pruritus jeglicher Ursache und Komorbiditäten Pruritus ab sechs Wochen Dauer
  • Chronischer Prurigo

Versorgungsbereich

Die Leitlinie bezieht sich auf die Versorgung der Patienten/innen mit chronischem Pruritus durch Ärzte aller Fachdisziplinen im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich, in Rehabilitationsmaßnahmen insbesondere in der Dermatologie, Gynäkologie, Allgemeinmedizin, Inneren Medizin und Psychosomatik. Dies bezieht insbesondere folgende Patientengruppen ein:

  • Chronischer Pruritus bei Dermatosen und chronischer Prurigo
  • Chronischer Pruritus bei internistischen Erkrankungen
  • Chronischer Pruritus bei neurologischen Erkrankungen
  • Chronischer Pruritus bei psychosomatischen/psychiatrischen Erkrankungen
  • Chronischer Pruritus unklarer Ätiologie
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus"

    Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Leitlinie richtet sich an Dermatologen, Allergologen, Nephrologen, Hämatologen, Gastroenterologen, Internisten und Psychosomatiker in ambulanter, tagesklinischer und stationärer Versorgung und dem Rehabilitationsbereich. Die Leitlinie dient zur Information für Gynäkologen, Pädiater, Allgemeinmediziner, Kooperationspartner der Ärzteschaft z. B. Fachberufe im Gesundheitswesen und Kostenträger.

    Patienten/innen gehören nicht primär zur Anwenderzielgruppe.

    Patientenzielgruppe

    Die Leitlinie ist gültig für alle Patienten/innen mit chronischem Pruritus (länger als sechs Wochen bestehend) und chronischer Prurigo bei dermatologischen Erkrankungen, internistischen Erkrankungen, durch Medikamenteneinnahme, bei Schwangerschaft, bei neurologischen Erkrankungen, bei psychiatrischen/psychosomatischen Erkrankungen oder bei chronischem Pruritus unklarer Genese. Die Leitlinie ist auch gültig für Patienten/innen mit Pruritus auf normaler Haut, bei Vorliegen einer Dermatose oder dem Bestehen von chronischen Kratzläsionen sowie generalisiertem oder lokalisiertem Pruritus (Notalgia parästethica, brachioradialer Pruritus, genitoanaler Pruritus). Die Leitlinie ist gültig für:

    • alle Altersgruppen (Kinder, Erwachsene, Hochbetagte)
    • Männer und Frauen
    • Chronischer Pruritus jeglicher Ursache und Komorbiditäten Pruritus ab sechs Wochen Dauer
    • Chronischer Prurigo

    Versorgungsbereich

    Die Leitlinie bezieht sich auf die Versorgung der Patienten/innen mit chronischem Pruritus durch Ärzte aller Fachdisziplinen im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich, in Rehabilitationsmaßnahmen insbesondere in der Dermatologie, Gynäkologie, Allgemeinmedizin, Inneren Medizin und Psychosomatik. Dies bezieht insbesondere folgende Patientengruppen ein:

    • Chronischer Pruritus bei Dermatosen und chronischer Prurigo
    • Chronischer Pruritus bei internistischen Erkrankungen
    • Chronischer Pruritus bei neurologischen Erkrankungen
    • Chronischer Pruritus bei psychosomatischen/psychiatrischen Erkrankungen
    • Chronischer Pruritus unklarer Ätiologie
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie e.V. (DGMP)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)
    Visitenkarte
    Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin e.V. (DKPM)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsökonomie und Evidenz-basierte Medizin der DDG (AGED)
    Arbeitskreis Psychosomatische Dermatologie (APD) der DDG
    Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV)
    Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV)
    Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., BVDD
    Deutsche Kontaktallergie-Gruppe e.V. (DKG) der DDG
    Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD) in der DDG
    Arbeitsgemeinschaft Pruritusforschung

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Martin Dittmann Division of Evidence-Based Medicine (dEBM)
    Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
    Charité – Universitätsmedizin Berlin
    Charitéplatz 1
    10117 Berlin

    e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Sonja Ständer Kompetenzzentrum chronischer Pruritus (KCP)
    Klinik für Hautkrankheiten
    Universitätsklinikum Münster
    Von-Esmarch-Straße 58
    48149 Münster Tel.: 0251 / 835-65510 e-Mail senden
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Chronischer Pruritus (über 6 Wochen Dauer) ist ein fachübergreifendes Symptom und stellt eine diagnostische und therapeutische Herausforderung dar. Ca. 17-23 % der erwachsenen Bevölkerung sind von dem Symptom bei verschiedenen zugrundeliegenden Erkrankungen betroffen. Nur max. 50 % der Patienten/innen erhalten derzeit eine kontinuierliche ärztliche Betreuung und nur 7 % eine Therapie (Daten aus einer gesundheitsökonomischen Erhebung von M. Augustin und S. Ständer; Dermatology 2010; 221: 229-235).

    Bis in die 90er-Jahre wurde Pruritus als Schmerzempfindung klassifiziert, bis anhand klinischer und neurophysiologischer Untersuchungen gezeigt werden konnte, dass Pruritus ein eigenständiges Symptom ist, das einer eigenen Betrachtung hinsichtlich Diagnostik und Therapie bedarf. Die Leitlinie ist daher erstellt worden, um dem bis Anfang der 2000er-Jahre bestehenden Mangel von systematischen und strukturierten Empfehlungen hinsichtlich der Versorgung von Patienten/innen mit chronischem Pruritus zu kompensieren. Sie soll eine Unterstützung für Ärzte fachübergreifender Disziplinen sein, um bei Patienten/innen mit chronischem Pruritus eine effiziente Therapie in die tägliche Routine zu integrieren. Berufsanfänger finden in ihr eine Anleitung zur Gestaltung der Diagnostik und der Therapieschritte bei betroffenen Patienten/innen. Ziel ist eine Optimierung der Versorgung auf der Ebene von Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität und damit einhergehend eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten/innen durch eine früher beginnende und effizientere Therapie. Da chronischer Pruritus keinen Einfluss auf das Langzeitüberleben hat, ist das primäre Ziel die Linderung des Symptoms mit allen Folgeerscheinungen (psychosomatische Effekte, Schlaf, Lebensqualität) als auch die Verbesserung des Hautstatus bei chronischen Kratzläsionen. Die Leitlinie umfasst auch die chronische Prurigo.

    Die vorliegende Leitlinie ist eine aktualisierte Version 4.0 der bereits publizierten AWMF S2k-Leitlinie zu chronischem Pruritus von 2005 bis 2016 (https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-048.html). Die methodischen Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zur Entwicklung einer Leitlinie für die Diagnostik und Therapie inklusive der Anwendung der DELBI-Kriterien werden in dieser Leitlinie berücksichtigt.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Das Ziel dieser Leitlinie ist:

    • Eine Übersicht über die Häufigkeit und Ursachen von chronischem Pruritus zu geben
    • Einen Leitfaden für die Anamnese bei chronischem Pruritus zu bieten
    • Die aktuelle Nomenklatur und Klassifikation in die Klinik zu integrieren
    • Eine laborchemische und radiologische, schrittweise Diagnostik bei chronischem Pruritus unklarer Genese zu definieren und als Algorithmus zu präsentieren
    • Das prinzipielle, schrittweise und ökonomische Vorgehen in der Therapie bei chronischem Pruritus und chronischer Prurigo zu definieren und Empfehlungen der Expertenkommission dazu zu erstellen (S2k)
    • Die verschiedenen Aspekte des Krankheitsbilds und der Therapiesäulen darzustellen
    • Durch Empfehlungen für eine wirksame Therapie das Symptom zu behandeln und so die Lebensqualität der Patienten/innen zu verbessern
    • Allgemeine Empfehlungen zu Therapiemaßnahmen zu erstellen, um eine Optimierung des Hautstatus zu gewährleisten und so einer Prolongierung oder Verstärkung des Symptoms bei trockener Haut vorzubeugen
    • Therapieoptionen bei nephrogenem Pruritus aufzuzeigen
    • Therapieoptionen bei hepatobiliärem Pruritus aufzuzeigen
    • Therapieoptionen bei der atopischen Dermatitis aufzuzeigen
    • Therapieoptionen des aquagenen Pruritus aufzuzeigen
    • Therapieoptionen des paraneoplastischen Pruritus aufzuzeigen
    • Therapieoptionen der chronischen Prurigo und des Pruritus unklarer Genese aufzuzeigen

    Die flächendeckende Umsetzung der Leitlinie in deutschsprachigen Ländern wird zu einer Verbesserung der Versorgung hinsichtlich Ursachensuche und Therapie der Patienten/innen mit chronischem Pruritus führen. Die Lebensqualität bei chronischem Pruritus ist eingeschränkt und hängt stark mit der Symptomintensität und -stärke, aber auch sichtbaren Kratzläsionen und Schlafstörungen zusammen. Daher wird die Umsetzung der Therapieempfehlung zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen. Durch eine frühe Intervention kann die Chronifizierung des Symptoms verhindert und die Therapiedauer verkürzt werden. Zusammenfassend ist daher mit einer Ökonomisierung der Patientenversorgung, Senkung der Therapiekosten und Wiederherstellung der Lebensqualität und dadurch gesteigerter Leistungsfähigkeit zu rechnen.