Leitlinien-Detailansicht

Extrakorporale Zirkulation (ECLS / ECMO), Einsatz bei Herz-und Kreislaufversagen

Registernummer 011 - 021
Klassifikation S3

Stand: 20.08.2020 , gültig bis 19.08.2025

18.3.2021: Kurzfassung eingestellt; 16.2.2021: redaktionell überarbeiteter Report und CoI-Tabelle ausgetauscht

Gründe für die Themenwahl:

Es gab bisher in Deutschland keine umfassende evidenz- und konsensbasierte Handlungsempfehlung mit einem Behandlungsalgorithmus für alle beteiligten Fachgebiete und Berufsgruppen für den Einsatz und die Handhabung von extrakorporalen Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen (ECLS / ECMO). So existieren nur wenige Positionspapiere einzelner Fachgesellschaften, jedoch keine interdisziplinären, evidenzbasierten Empfehlungen zu Indikationen, Kontraindikationen, Vorgehensweisen und Limitationen. Die Verfasser dieser Leitlinie gehen davon aus, dass die technischen und organisatorischen Basisprinzipien der ECLS/ECMO-Therapie nicht durchgehend in allen Versorgungsbereichen bekannt sind und umgesetzt werden, was auf allen benannten Ebenen zu Unsicherheiten in der Versorgung der betroffenen Patienten führt. Evidenzbasierte Leitlinien erscheinen deshalb jedoch dringend notwendig, um die Versorgungssituation von Menschen mit akuter kardiozirkulatorischer Insuffizienz nachhaltig zu verbessern und damit auch die Ressourcen des Gesundheitssystems zielgerichteter einzusetzen.

Folgende Themenbereiche konnten im Vorfeld ermittelt werden und sollten in der ECLS/ECMO-Leitlinie abgebildet werden:  

  • Über-, Unter- und Fehlversorgung bei der Behandlung
  • Umfassende Kenntnisse zur technischen Komplexität der ECMO/ECLS-Behandlung sowie Basisprinzipien sind nicht durchgehend in allen Versorgungsebenen vorhanden und umgesetzt
  • Etablierung einer einheitlichen Terminologie und verbindliche Definition vieler Begriffe
  • Darstellung eines Behandlungsalgorithmus, welcher die Indikationsstellung, Therapie- und Strukturanforderungen sowie Überwachung und Nachsorge der ECMO/ECLS-Therapie bei Patienten mit nicht beherrschbarem kardiogenem Versagen abdeckt
  • Definition von Schnittstellen, Aufgaben- / Verantwortungsbereichen und Kompetenzen innerhalb der Versorgungskette
  • Vermeidung von Versorgungslücken durch eingeschränkte interdisziplinare und interprofessionelle Zusammenarbeit
  • Aufhebung von sehr variablen und örtlich unterschiedlichen ECMO/ECLS-Versorgungsrealitäten.

Zielorientierung der Leitlinie:

Ziel der Leitlinie war die Erarbeitung eines auf Evidenz und Konsens basierenden Behandlungsalgorithmus auf der Grundlage von Empfehlungen zum Einsatz und der Handhabung von extrakorporalen Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen (ECLS / ECMO) für alle an dieser Therapie beteiligten Berufsgruppen. Hieraus sollte primär eine Optimierung der medizinischen Versorgungsqualität resultieren. Dies sollte u.a. durch folgende Aspekte erreicht werden:

  • Die Leitlinie soll die unterschiedlichen Herangehensweisen und Wissensstände der jeweiligen Berufsgruppen evidenz- und konsensbasiert vereinen und ein Basiskonzept für den Einsatz extrakorporaler Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme (ECLS / ECMO) liefern. Dieses Basiskonzept soll die Indikationsstellung, Therapie-Überwachung und Nachsorge der ECMO/ECLS-Therapie bei Patienten mit nicht konservativ beherrschbarem kardiogenem Versagen abdecken.
  • Die Leitlinie soll infrastrukturelle, prozessuale und personelle Anforderungen definieren, welche notwendig sind, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.
  • Die Leitlinie soll Definitionen und Begriffe (Nomenklatur) erläutern, um die Kommunikation zwischen den Versorgungsebenen auf dem gebotenen Niveau sicherzustellen.
  • Die Leitlinie soll als Grundlage zur Informations- und Wissensvermittlung aller beteiligten Berufsgruppen im Gesundheitswesen dienen. Sie soll zudem eine Grundlage für die Entwicklung von Curricula und Qualifizierungsmaßnahmen für den Bereich extrakorporaler Herz-Kreislauf-, sowie Lungen-Ersatzverfahren darstellen.
  • Auf der Grundlage der Leitlinienempfehlung sollen Qualitätsziele, Indikatoren und weitere Messgrößen entwickelt werden, die zur Überprüfung der Auswirkung der Leitlinie auf die Versorgungsqualität mit ECMO/ECLS dienen sollen.
  • Die Leitlinie soll auch als Grundlage von Informationen und Wissensvermittlung für Patienten, Angehörige und Selbsthilfegruppen dienen, und somit die Stellung des Patienten/Angehörigen als Partner im Entscheidungsprozess stärken.
  • Die Leitlinie soll die Transparenz guter klinischer Praxis gegenüber der Öffentlichkeit erhöhen.

  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Extrakorporale Zirkulation (ECLS / ECMO), Einsatz bei Herz-und Kreislaufversagen"
    Langfassung der Leitlinie "Extrakorporale Zirkulation (ECLS / ECMO), Einsatz bei Herz-und Kreislaufversagen"
    Leitlinienreport
    Evidenzbericht
    Angaben zu Interessenkonflikten

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Empfehlungen der Leitlinie richten sich an Personen und Berufsgruppen, die an der Versorgung und/oder Behandlung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt sind oder an Entscheidungsfindungen für diese Patienten teilhaben (v.a. Anästhesisten, Chirurgen, Internisten, Pädiater, Herzchirurgen, Kardiologen, Kinderkardiologen) als auch Gesundheits- und Krankenpflegepersonal und Kardiotechniker die in der stationären Krankenversorgung Patienten mit akut dekompensierten Herz- und Kreisauf-Erkrankungen behandeln. Sie richtet sich weiterhin zur Information an Pneumologen und Allgemeinchirurgen. Weitere Adressaten sind wichtige beteiligte Berufsgruppen, welche im Rahmen ihrer Tätigkeit innerhalb der Versorgungskette der ECLS/ECMO-Therapie und an zentralen Schnittstellen der Versorgungsebenen dieser Patienten arbeiten. Hierunter fallen medizinisch-technische Assistenten (MTAs), Physiotherapeuten und im Rettungsdienst Angestellte (Rettungssanitäter, Notfallsanitäter, etc.). Ebenso zum Adressatenkreis dieser Leitlinie zählen die Patienten selbst und sie beratende, betreuende oder pflegende Personen. Im weiteren Sinne soll diese Leitlinie auch als Informationsquelle für Gesundheitsorganisationen (z.B. Selbstverwaltungspartner, Ämtern und Behörden, Krankenkassen,, Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungsträger) dienen. Letztlich dient die vorliegende Leitlinie zur Information der Öffentlichkeit über evidenz- und konsensbasierte „Best Practice“ der ECLS/ECMO-Therapie. Sie soll Entscheidungsträgern von Versorgungsprogrammen sowie auch Herstellern von Patienteninformationen zur Orientierung dienen und Hilfestellungen geben. Die Leitlinie soll als best-verfügbares Diagnostik- und Therapieempfehlung breit umgesetzt werden und Grundlage einer evidenzbasierten Entscheidungsfindung für alle Beteiligten sein.

    Patientenzielgruppe

    Die Leitlinie bezieht sich auf alle Patienten mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen.

    Versorgungsbereich

    Die Leitlinie adressiert die präklinische Notfallversorgung sowie die stationäre Krankenhausversorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Versagen. Hier sind vor allem die Fachbereiche Herzchirurgie, Intensivmedizin, Kardiologie, Notfallmedizin, Pädiatrie, Pneumologie und Unfallchirurgie beteiligt. Am häufigsten handelt es sich bei einer ECMO/ECLS-Implantation um eine notfall- oder intensivmedizinische Therapie.
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
    Visitenkarte
    Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)
    Visitenkarte
    Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin e.V. (GNPI)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler e.V. (DGPK)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin e.V. (DGIIN)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie e.V. (DGT)
    Visitenkarte
    Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (AEM)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e.V., DGfK
    Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. (DGF)
    Schweizerische Gesellschaft für Herz- und thorakale Gefässchirurgie (SGHC)
    Österreichische Gesellschaft für Thorax- und Herzchirurgie (ÖGTHC)
    Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Dr. Andreas Beckmann Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
    Langenbeck-Virchow-Haus
    Luisenstr. 58/59
    10117 Berlin e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Udo Boeken Klinik für Herzchirurgie
    Universitätsklinik Düsseldorf e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Stephan Ensminger Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie
    Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
    Lübeck
    e-Mail senden
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Es gab bisher in Deutschland keine umfassende evidenz- und konsensbasierte Handlungsempfehlung mit einem Behandlungsalgorithmus für alle beteiligten Fachgebiete und Berufsgruppen für den Einsatz und die Handhabung von extrakorporalen Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen (ECLS / ECMO). So existieren nur wenige Positionspapiere einzelner Fachgesellschaften, jedoch keine interdisziplinären, evidenzbasierten Empfehlungen zu Indikationen, Kontraindikationen, Vorgehensweisen und Limitationen. Die Verfasser dieser Leitlinie gehen davon aus, dass die technischen und organisatorischen Basisprinzipien der ECLS/ECMO-Therapie nicht durchgehend in allen Versorgungsbereichen bekannt sind und umgesetzt werden, was auf allen benannten Ebenen zu Unsicherheiten in der Versorgung der betroffenen Patienten führt. Evidenzbasierte Leitlinien erscheinen deshalb jedoch dringend notwendig, um die Versorgungssituation von Menschen mit akuter kardiozirkulatorischer Insuffizienz nachhaltig zu verbessern und damit auch die Ressourcen des Gesundheitssystems zielgerichteter einzusetzen.

    Folgende Themenbereiche konnten im Vorfeld ermittelt werden und sollten in der ECLS/ECMO-Leitlinie abgebildet werden:  

    • Über-, Unter- und Fehlversorgung bei der Behandlung
    • Umfassende Kenntnisse zur technischen Komplexität der ECMO/ECLS-Behandlung sowie Basisprinzipien sind nicht durchgehend in allen Versorgungsebenen vorhanden und umgesetzt
    • Etablierung einer einheitlichen Terminologie und verbindliche Definition vieler Begriffe
    • Darstellung eines Behandlungsalgorithmus, welcher die Indikationsstellung, Therapie- und Strukturanforderungen sowie Überwachung und Nachsorge der ECMO/ECLS-Therapie bei Patienten mit nicht beherrschbarem kardiogenem Versagen abdeckt
    • Definition von Schnittstellen, Aufgaben- / Verantwortungsbereichen und Kompetenzen innerhalb der Versorgungskette
    • Vermeidung von Versorgungslücken durch eingeschränkte interdisziplinare und interprofessionelle Zusammenarbeit
    • Aufhebung von sehr variablen und örtlich unterschiedlichen ECMO/ECLS-Versorgungsrealitäten.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Ziel der Leitlinie war die Erarbeitung eines auf Evidenz und Konsens basierenden Behandlungsalgorithmus auf der Grundlage von Empfehlungen zum Einsatz und der Handhabung von extrakorporalen Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen (ECLS / ECMO) für alle an dieser Therapie beteiligten Berufsgruppen. Hieraus sollte primär eine Optimierung der medizinischen Versorgungsqualität resultieren. Dies sollte u.a. durch folgende Aspekte erreicht werden:

    • Die Leitlinie soll die unterschiedlichen Herangehensweisen und Wissensstände der jeweiligen Berufsgruppen evidenz- und konsensbasiert vereinen und ein Basiskonzept für den Einsatz extrakorporaler Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme (ECLS / ECMO) liefern. Dieses Basiskonzept soll die Indikationsstellung, Therapie-Überwachung und Nachsorge der ECMO/ECLS-Therapie bei Patienten mit nicht konservativ beherrschbarem kardiogenem Versagen abdecken.
    • Die Leitlinie soll infrastrukturelle, prozessuale und personelle Anforderungen definieren, welche notwendig sind, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.
    • Die Leitlinie soll Definitionen und Begriffe (Nomenklatur) erläutern, um die Kommunikation zwischen den Versorgungsebenen auf dem gebotenen Niveau sicherzustellen.
    • Die Leitlinie soll als Grundlage zur Informations- und Wissensvermittlung aller beteiligten Berufsgruppen im Gesundheitswesen dienen. Sie soll zudem eine Grundlage für die Entwicklung von Curricula und Qualifizierungsmaßnahmen für den Bereich extrakorporaler Herz-Kreislauf-, sowie Lungen-Ersatzverfahren darstellen.
    • Auf der Grundlage der Leitlinienempfehlung sollen Qualitätsziele, Indikatoren und weitere Messgrößen entwickelt werden, die zur Überprüfung der Auswirkung der Leitlinie auf die Versorgungsqualität mit ECMO/ECLS dienen sollen.
    • Die Leitlinie soll auch als Grundlage von Informationen und Wissensvermittlung für Patienten, Angehörige und Selbsthilfegruppen dienen, und somit die Stellung des Patienten/Angehörigen als Partner im Entscheidungsprozess stärken.
    • Die Leitlinie soll die Transparenz guter klinischer Praxis gegenüber der Öffentlichkeit erhöhen.