Leitlinien-Detailansicht

Rationaler therapeutischer Einsatz von kaltem physikalischem Plasma

Registernummer 007 - 107
Klassifikation S2k

Stand: 23.02.2022 , gültig bis 23.02.2025

Verfügbare Dokumente

Langfassung der Leitlinie "Rationaler therapeutischer Einsatz von kaltem physikalischem Plasma"

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
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  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Rationaler therapeutischer Einsatz von kaltem physikalischem Plasma"

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Leitlinie wendet sich an Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, die in Krankenhäusern, Tageskliniken, Ambulanzen, Praxen sowie pflegerischen Einrichtungen und Hospizen tätig sind, welche Menschen mit chronischen und infizierten Wunden behandeln. Die Anwenderzielgruppe wird insbesondere von den Fachgesellschaften für Dermatologie, für Hals-Nasen-Ohren?Heilkunde, Kopf? und Hals?Chirurgie, für Chirurgie, für Allgemein? und Viszeralchirurgie, für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, für Verbrennungsmedizin, für Augenheilkunde, für Zahn?, Mund? und Kieferheilkunde, für Parodontologie, für Photonik und Lasermedizin, für Plasmamedizin und für Mund?, Kiefer? und Gesichtschirurgie vertreten. Die Leitlinie dient auch zur Information von Allgemein- und Familienmediziner*innen, für ärztliches Fachpersonal in der Gerontologie und Geriatrie, für Wundheilung und Wundbehandlung, für Palliativmedizin, für Adipositas, für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, für Pflegewissenschaft, für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, aus der Deutschen AIDS-Gesellschaft, Diabetes Gesellschaft,   Krebsgesellschaft und für Fachpflegekräfte im Bereich Wundmedizin mit Schwerpunkt Wundmedizin.  

    Patientenzielgruppe

    Die Leitlinie soll zum Nutzen für Menschen sein, die an Wunden leiden, und sie soll Organisationen unterstützen, in denen diese Menschen zu ihren Behandlungsmöglichkeiten mit kaltem physikalischem Plasma Rat und Hilfe finden können. Zu diesen Organisationen trägt das Nationale Zentrum für Plasmamedizin bei.  

    Wichtig ist dabei die sprachlich angemessene Information. Da viele Patientinnen und Patienten nicht Deutsch sprechen oder aus anderen Ländern zur plasmamedizinischen Behandlung nach Deutschland kommen, soll die Patienteninformation zur Aufklärung und Behandlungseinwilligung auch in Englisch angeboten werden.

    Versorgungsbereich

    Ambulante und stationäre fachärztliche, zahnärztliche, pflegerische und primärärztliche Versorgung
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)
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    Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)
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    Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DG PARO)
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    Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e.V. (DGPRÄC)
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    Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)
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    Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)
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    Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC)
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    Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK)
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    Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin e.V. (DGV)
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    Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Nationales Zentrum für Plasmamedizin e.V
    Deutsche Gesellschaft für Photonik und Lasermedizin
    Plasma Germany

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Hans-Robert Metelmann Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen, Universitätsmedizin Greifswald
    Ferdinand-Sauerbruch-Str. DZ 7
    17475 Greifswald Tel.: (03834) 867160 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Hans-Robert Metelmann Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen, Universitätsmedizin Greifswald
    Ferdinand-Sauerbruch-Str. DZ 7
    17475 Greifswald e-Mail senden
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Medizinprodukte, die heißes physikalisches Atmosphärendruckplasma (d.h. meist bogenartige Entladungen) erzeugen, sind seit Jahrzehnten eingeführt und haben z. B. als Argon?Plasmakoagulator einen festen Platz in den operativ tätigen Disziplinen der Medizin, wo sie wegen ihrer thermischen Effekte zur gezielten Blutstillung, Gefäßverödung, Gewebeschrumpfung und Gewebeabtragung eingesetzt werden.

    Medizinprodukte, die ein sog. kaltes physikalisches Atmosphärendruckplasma erzeugen, also ein Plasma mit Körpertemperatur und geringen thermischen Effekten, sind relativ neu und sie eröffnen ein ergänzendes, anderes Spektrum von rationalen Therapieoptionen. Sie führen eine Sprunginnovation in die Behandlungsstrategie von chronischen und infizierten Wunden ein. Mit gezielten physiko?chemischen Einwirkungen kann kaltes Plasma die Redoxbalance und die Signalkaskaden in pathogenen und erkrankten Zellen therapeutisch verwertbar beeinflussen und im Falle von Fehlfunktionen sogar sanieren. Das Spektrum der Zielzellen reicht von multiresistenten Erregern bis zu funktionsgestörten Zellen der Wundheilung.   

    Seit 2013 sind Kaltplasmaquellen als Medizingeräte (Klasse IIa) zugelassen zur Behandlung schlecht heilender Wunden und Hautinfektionen und sie wurden zunächst insbesondere in der Mund?, Kiefer- und Gesichtschirurgie und bei plastischen Operationen sowie in der Dermatologie eingesetzt.   

    Inzwischen findet Kaltplasma Anwendung in vielen weiteren Disziplinen, die sich mit Wundheilungsstörungen befassen. Als Vorteil wird hier gegenüber den Standard?of?Care?Verfahren die berührungslose, nicht?medikamentöse, nicht?mechanische, auf einem physikalischen Verfahren basierende, apparativ einfache und schmerzfreie Anwendung geschätzt, die auch multiresistente Erreger beseitigen kann und von der bei korrekter Anwendung keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt sind.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Die Leitlinie soll zu einem rationalen therapeutischen Einsatz von kaltem physikalischem Plasma beitragen, der sich am aktuellen Expertenkonsens und dem Stand der Grundlagenforschung orientiert, um einerseits das derzeit bereits anerkannte Potenzial dieser neuen Methode voll auszuschöpfen und andererseits Behandlungsfehler oder eine Überextension der Indikationsstellung zu vermeiden.   

    Im Übrigen soll die Leitlinie der weiteren Entwicklung der Plasmamedizin eine wissenschaftliche Struktur geben und zur prospektiven Qualitätssicherung der klinischen Intervention beitragen.