Leitlinien-Detailansicht

Inflammatorische Erkrankungen des Kiefergelenks: Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) und Rheumatoide Arthritis (RA) des Kiefergelenks

Registernummer 007 - 061
Klassifikation S3

Stand: 01.07.2021 , gültig bis 30.06.2026

9.8.2021: redaktionell überarbeitete Langfassung und Report ausgetauscht

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Inflammatorische Erkrankungen des Kiefergelenks: Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) und Rheumatoide Arthritis (RA) des Kiefergelenks "
Langfassung der Leitlinie "Inflammatorische Erkrankungen des Kiefergelenks: Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) und Rheumatoide Arthritis (RA) des Kiefergelenks "
Leitlinienreport

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Inflammatorische Erkrankungen des Kiefergelenks: Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) und Rheumatoide Arthritis (RA) des Kiefergelenks "
    Langfassung der Leitlinie "Inflammatorische Erkrankungen des Kiefergelenks: Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) und Rheumatoide Arthritis (RA) des Kiefergelenks "
    Leitlinienreport

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Leitlinie richtet sich in erster Linie an Ärzte und Zahnärzte, spezielle Ärzte für Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie, Rheumatologen, Kinderrheumatologen, Kieferorthopäden, Zahnärzte, speziell im Bereich der Funktionsdiagnostik/-therapie und zahnärztlichen Prothetik sowie Radiologen und Physiotherapeuten. 

    Patientenzielgruppe

    Die Leitlinie betrifft alle Patientengruppen mit rheumatisch bedingter Kiefergelenksentzündung z.B. im Rahmen von juveniler idiopathischer Arthritis oder chronischer rheumatoider Arthritis. Hierunter fällt nicht die degenerative Kiefergelenkarthrose (Osteoarthrose), Stoffwechselerkrankungen wie Gicht und Pseudogicht im Kiefergelenk, die septische Kiefergelenksentzündung, die reaktive Arthritis (z. B. M. Reiter im Rahmen bakterieller Infekte) mit Kiefergelenkbeteiligung, die idiopathische Kondylusresorption sowie Affektionen und/oder Destruktionen des Kiefergelenks im Rahmen neoplastischer Erkrankungen oder durch Fremdkörperriesenzellreaktionen unterhaltene Gelenkdestruktionen (z.B. Proplast-Teflon).  

    Versorgungsbereich

     Der Versorgungsbereich entspricht der ambulanten und stationären Versorgung und umfasst die Diagnostik und Therapie von chronisch-rheumatisch bedingter Kiefergelenkarthritis. 
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
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    Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC)
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    Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK)
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    Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie e.V. (DGKFO)
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    Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde e.V. (DGKiZ)
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    Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien e.V. (DGPro)
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    Deutsche Röntgengesellschaft, Gesellschaft für Medizinische Radiologie e.V. (DRG)
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    Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie e.V. (GKJR)
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    Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie e.V. (GPR)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Arbeitsgemeinschaft für Oral- und Kieferchirurgie der DGZMK (AGOKi)
    Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGFDT)
    Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)
    Deutsche Rheuma-Liga

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Prof. Dr. Dr. Benedicta Beck-Broichsitter Leitliniensekretariat der DGMKG
    Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
    Charité Berlin e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Dr. Andreas Neff Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
    Universitätsklinikum Marburg e-Mail senden
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    • V.a. unbehandelt sind bei chronisch-rheumatischer Grunderkrankung mit Kiefergelenkbeteiligung schwerwiegende Komplikationen, wie kondyläre Resorption, Kiefergelenkankylose und bei Kindern Wachstumsstörungen des Unterkiefers möglich.
    • Im Rahmen der chronischen-rheumatischen Grunderkrankungen, v.a. bei juveniler idiopathischer Arthritis, ist das Kiefergelenk weitaus häufiger betroffen als lange Zeit angenommen.
    • Eine frühzeitige Diagnose und ein unmittelbarer Therapiebeginn sind entscheidend für, den Funktionserhalt des Gelenks und die Vermeidung schwerwiegender Folgen.
    • Aufgrund von gering-/asymptomatischen Verläufen und einem fehlenden Konsens hinsichtlich der Diagnosekriterien ist das Diagnostizieren einer Kiefergelenksentzündung eine besondere Herausforderung für Ärzte.
    • Frühe Manifestationen und Erstmanifestationen der Grunderkrankungen im Kiefergelenk sind möglich. Eine vermehrte klinische Beachtung dieses Gelenks, v.a. im Rahmen der juvenilen idiopathischen Arthritis sollte angestrebt werden.
    • Trotz bedeutender Fortschritte bei der Standardisierung der operativen Therapie von dentofazialen Deformitäten mangelt es nach wie vor in vielen Bereichen des therapeutischen Vorgehens an Konsens
    • Ausgehend von einer eingeschränkten Studienlage (verhältnismäßig geringe Anzahl an Publikationen, niedriges Evidenzniveau, heterogene Studienmethodik, geringe Fallzahlen) lassen sich häufig Aussagen nur eingeschränkt evidenzbasieren.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    In Anbetracht eines erheblichen Anteils an Kiefergelenkbeteiligungen insbesondere bei der juvenilen idiopathischen Arthritis, mit einer Häufung von wenig bis asymptomatischen Verläufen die mittel- bis langfristig schwerwiegende Komplikationen bedingen können, soll ein Bewusstsein für Kiefergelenkbeteiligungen bei chronisch-rheumatischen Grunderkrankungen (insbesondere der juvenilen idiopathischen Arthritis) geschaffen werden.

    Des Weiteren zielt die Leitlinie auf eine Weiterführung bereits angestoßener Standardisierungsprozesse in den Bereichen Diagnostik und Therapie ab, um so als Leitpfaden für die Praxis eine frühzeitige Erkennung, eine suffiziente Therapie und infolgedessen die Vermeidung von schwerwiegenden Komplikationen zu begünstigen.