Leitlinien-Detailansicht

Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose

Registernummer 004 - 028
Klassifikation S3

Stand: 03.02.2020 , gültig bis 02.02.2025

4.3.2020: redaktionell überarbeitete Kurzfassung und Leitlinienreport ausgetauscht

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose"
Langfassung der Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose"
Leitlinienreport

Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin - Gesellschaft für operative, endovaskuläre und präventive Gefäßmedizin e.V. (DGG)
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  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose"
    Langfassung der Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose"
    Leitlinienreport

    Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin - Gesellschaft für operative, endovaskuläre und präventive Gefäßmedizin e.V. (DGG)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Leitlinie richtet sich an alle, die mit der Betreuung und Behandlung von Patienten mit extracranieller Carotisstenose befasst sind. Zum primären Adressatenkreis der Leitlinie gehören alle Ärzte und nicht-ärztlichen Mitarbeiter aus dem ambulanten und stationären Versorgungsbereich, sowie aus dem Bereich der Rehabilitationsmedizin, die Patienten mit extracraniellen Carotisstenosen betreuen oder behandeln und die durch die ihre Interessen vertretenden Fachgesellschaften oder Organisationen, welche an der Erstellung dieser Leitlinie aktiv mitgewirkt haben (siehe Punkt 3). Die Leitlinie soll auch eine Informationsquelle für alle im Gesundheitswesen tätige Institutionen sein. Die Leitlinie richtet sich aber auch an interessierte Patienten und deren Angehörige mit dem Ziel, den Kenntnisstand über das Krankheitsbild sowie die verschiedenen diagnostischen und therapeutischen Optionen zu verbessern und den Betroffenen eine partizipative Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Dies soll durch eine laienverständliche Version (Patientenversion) unterstützt werden. 

    Patientenzielgruppe

    Die Leitlinie bezieht sich auf erwachsene Patienten jeglichen Alters mit nachgewiesener Stenose der extracraniellen A. carotis communis oder A. carotis interna. Sie gilt auch für Patienten, bei denen ein deutlich erhöhtes Risiko einer extracraniellen Carotisstenose besteht (z.B. Arteriosklerosepatienten mit KHK oder PAVK). Sie gilt nicht für Kinder. Die Behandlung nicht-atheromatöser Ursachen extracranieller Carotisstenosen (Vaskulitis, Dissektion, Riesenzellarteriitis, Fibromuskuläre Dysplasie [FMD], postradiogene Stenosen) wird in jeweiliger Abgrenzung zu arteriosklerotischen Stenosen diskutiert, steht aber nicht im Focus dieser Leitlinie.  

    Versorgungsbereich

    Sie deckt alle Bereiche der Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Patienten mit Carotisstenose sowie gesundheitsökonomische Aspekte im ambulanten und stationären Versorgungsbereich sowie im Bereich der Rehabilitationsmedizin ab.  
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin - Gesellschaft für operative, endovaskuläre und präventive Gefäßmedizin e.V. (DGG)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
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    Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
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    Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM)
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    Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
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    Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG)
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    Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA)
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    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)
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    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG)
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    Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
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    Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
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    Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. (DGNC)
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    Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)
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    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie (DeGIR)
    Österreichischer Verband für Gefäßmedizin
    Deutsche Gefäßliga e.V.
    Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)
    Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.
    Deutscher Pflegerat e. V.
    Deutsche Schlaganfallhilfe

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Prof. H.-H. Eckstein Klinikum rechts der Isar
    Klinik und Poliklinik für vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie
    Ismaninger Straße 22
    81675 München Tel.: 089/4140-2167 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. H.-H. Eckstein Klinikum rechts der Isar
    Klinik und Poliklinik für vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie
    Ismaninger Straße 22
    81675 München Tel.: 089/4140-2167 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. A. Kühnl, MPH Klinikum rechts der Isar
    Klinik und Poliklinik für vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie
    Ismaninger Straße 22
    81675 München Tel.: 089/4140-9598 e-Mail senden
  • Inhalte
    Versorgungsbereich:

    ambulante, stationäre, rehabilitative Versorgung

    Gründe für die Themenwahl:

    Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass bei 1-3% aller Erwachsenen arteriosklerotisch bedingte extracranielle Carotisstenosen mit einem Stenosegrad von >50% vorliegen. Ab dem 65. Lebensjahr steigt die Prävalenz auf 6-15% an. Dies bedeutet, dass in Deutschland ca. 1 Mio. Menschen mit einer >50%igen Carotisstenose leben. Das Risiko eines carotis-assoziierten, ischämischen Schlaganfalls beträgt bei klinisch asymptomatischen >50%igen Stenosen 1-5%/Jahr, bei >50%igen symptomatischen Stenosen 10-30%/Jahr.

    Ca. 80% aller Schlaganfälle werden durch eine zerebrale Ischämie verursacht, hiervon 15-20%durch Stenosen oder Verschlüsse der extracraniellen, hirnversorgenden Gefäße. Bei einer Gesamtzahl von ca. 280.000 Schlaganfällen (Statistisches Bundesamt 2007) errechnet sich daraus für Deutschland eine Inzidenz von bis zu 40.000 carotis-assoziierten Schlaganfällen/Jahr. In Anbetracht der o.g. Prävalenz von Carotisstenosen sowie der hohen Inzidenz carotis-assoziierter Schlaganfälle kommt einer effektiven Primär- und Sekundärprävention carotis-bedingter Schlaganfälle große Bedeutung zu. Aufgrund des enormen Wissenszuwachs in den Themengebieten Schlaganfallprävention, Carotisstenose und Atherosklerose, der aus einer Vielzahl randomisierter Studien, internationaler Leitlinien und Empfehlungen hervorging, erschien die Erstellung einer deutsch-österreichischen, interdisziplinären, evidenzbasierten Leitlinie zur Diagnostik und Therapie extracranieller Carotisstenosen zwingend geboten.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Zielsetzung der Leitlinie ist die Sicherstellung einer evidenzbasierten, flächendeckenden, optimalen Versorgung von Patienten mit extracraniellen Carotisstenosen in Deutschland. Sie soll entsprechend der Definition von Leitlinien zur Entscheidungsfindung für Arzt und Patient bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen dienen. Die Leitlinie nimmt insbesondere zu folgenden Fragen und Themenkreisen Stellung:

    • Epidemiologie, Risikofaktoren und Co-Morbidität
    • Symptome und Diagnostik
    • Konservative, operative und endovaskuläre Therapieverfahren
    • Nachsorge, Rezidivtherapie und Lebensqualität
    • Gesundheitsökonomische Aspekte

    Die Leitlinienempfehlungen verstehen sich als Orientierungshilfe im Sinne von Handlungs- und Entscheidungskorridoren, von denen in begründeten Fällen natürlich abgewichen werden kann. Sämtliche Leitlinien der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften sind für Ärzte rechtlich nicht bindend und haben daher weder haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung. Was im juristischen Sinne den ärztlichen Standard in der konkreten Behandlung eines Patienten darstellt, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Auch die vorliegende Leitlinie entbindet den Arzt nicht von seiner Verpflichtung, individuell unter Würdigung der Gesamtsituation des Patienten, die adäquate Vorgehensweise zu prüfen. Die vorliegende Leitlinie hat zum Ziel, dem Leser die für die Behandlung der extracraniellen Carotisstenose wichtigsten Erkenntnisse und Informationen aus den verschiedenen Spezialgebieten zusammenzutragen, um so eine Handlungshilfe im praktischen und klinischen Alltag zu geben.

    Der Entwicklung der ersten Version der S3 Leitlinie ging die Verabschiedung einer S1 Leitlinie zur extracraniellen Carotisstenose der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) im Jahre 1998, eine S1 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) zur Primär- und Sekundärprävention der zerebralen Ischämie (zuletzt aktualisiert 2008) sowie eine S1 Leitlinie zur Diagnostik zerebrovaskulärer Erkrankungen voraus. Verbindungen zu anderen aktuellen Leitlinien im Register der AWMF sind bei der Erstellung und Aktualisierung der vorliegenden Leitlinie berücksichtigt worden. Aufgrund neuer wissenschaftlicher Analysen, der Publikation von Langzeitergebnissen randomisierter kontrollierter Studien sowie den Regularien der AWMF war eine Aktualisierung der 2012 publizierte ersten Version der S3-Leitlinie nun geboten.