Leitlinien-Detailansicht

Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie)

Registernummer 001 - 012
Klassifikation S3

Stand: 31.03.2021 , gültig bis 30.03.2026

Gründe für die Themenwahl:

Das letzte Update der DAS-Leitlinie von 2015 beinhaltete einen besonderen Paradigmenwechsel in der Intensivmedizin, der als Ziel hat, dass die Patienten wach, aufmerksam, schmerz-, angst- und delirfrei sind, um an der Behandlung und Genesung aktiv teilnehmen zu können. Die Erweiterung um die Domänen Angst, Stress und Schlaf spielen dabei eine besondere Rolle. Dieser erhebliche Umbruch führt nicht nur zur Veränderung des klinischen Alltags sondern auch zu einer besonderen Veränderung der Studienlage. Andere Endpunkte spielen neuerdings eine Rolle, der Fokus verlagert sich zur Lebensqualität, dem Verhindern eines möglichen Postintensive Care Syndromes (PICS), dem Erhalt der Funktionalität auch über die intensivmedizinische Behandlung hinweg. Daher macht die Weiterentwicklung von Konzepten und die neu verfügbare Evidenz eine Überarbeitung der bestehenden S3-Leitlinie in vielen Bereichen notwendig.

Erstmalig soll die DAS-Leitlinie auch den Prozess der Digitalisierung unterlaufen und medial verschieden verfügbar sein. Die Überführung in ein xml-Format stellt dazu die Grundlage dar und wird der erste Schritt des Digitalisierungsprozesses sein.

Zielorientierung der Leitlinie:

Das Management von Schmerz, Delir, Stress und Angst sind integrale Bestandteile einer intensivmedizinischen Therapie und beeinflussen das Behandlungsergebnis maßgeblich. Die Weiterentwicklung von Konzepten und die neu verfügbare Evidenz macht eine Überarbeitung der bestehenden S3-Leitlinie in vielen Bereichen notwendig. So stehen zum Beispiel neue Medikamente in der klinischen Routine zur Verfügung.

Generell haben sich das Monitoring von Delir, Schmerz- und Sedierungsniveau mit validen Messinstrumenten und ein protokollbasiertes Vorgehen als entscheidende Maßnahmen herausgestellt, um die Behandlungsqualität und letztendlich das Behandlungsergebnis zu verbessern. Mit der Notwendigkeit der gezielten Behandlung von Schmerzen und Delir erfüllt die vorliegende Fortschreibung der Leitlinie die Relevanzkriterien einer S3-Leitlinie (Handbuch zur Entwicklung regionaler LL https://www.aezq.de/mdb/edocs/pdf/schriftenreihe/schriftenreihe26.pdf). Die Ziele der Leitlinie sind, eine möglichst hohe Qualität und Sicherheit in der Behandlung intensivmedizinisch-behandelter Patienten zu gewährleisten in Bezug auf:

  • Monitoring von Schmerzen und adäquate analgetische Behandlung der durch das Grundleiden und damit verbundener diagnostischer, therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen hervorgerufene Schmerzen
  • Monitoring von Sedierung, Festlegen des Sedierungsziels und kontrollierter Einsatz von Sedativa, sowie Anxiolyse und vegetative Abschirmung bei notwendigen Maßnahmen
  • Tagsüber stimulierende Maßnahmen und nachts schlaffördernde Umgebungsbedingungen
  • Monitoring und Behandlung von Delir
  • Wache kooperative Patienten, die die intensivmedizinisch erforderlichen Maßnahmen tolerieren und im Rahmen ihrer Möglichkeit aktiv unterstützen
  • Berücksichtigung der Qualitätssicherung und organisatorischer und juristischer Aspekte
  • Berücksichtigung spezieller Patientengruppen

  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie)"
    Leitlinienreport
    Evidenzbericht
    Addendum (Expertenmeinung) Sedierung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 in der Intensivmedizin
    Flowcharts
    Angaben zu Interessenkonflikten

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
    Visitenkarte
    Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Behandelnde Ärzte der beteiligten Fachgesellschaften, Pflegekräfte und Physiotherapeuten in einem intensivstationären Setting, und zur Information für Patienten und Angehörige 

    Patientenzielgruppe

    Intensivmedizinisch-behandelte Patienten 

    Versorgungsbereich

    Anästhesiologische, internistische inkl. geriatrische, chirurgische incl. kardiochirurgische, neurologische und neurochirurgische, neonatologische und pädiatrische Intensivstationen, ICU, IMCU, CCU, PACU 
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
    Visitenkarte
    Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V.
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin e.V. (DGIIN)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. (DGNC)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
    Visitenkarte
    Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.
    Visitenkarte
    Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin e.V. (GNPI)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. (DGF)
    Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Frau Christiane Krüger Klinik für Anästhesiologie m. S. operative Intensivmedizin
    Campus Charité Mitte und Campus Virchow Klinikum
    Charité – Universitätsmedizin Berlin
    Charitéplatz 1
    10117 Berlin Tel.: 030/450 53 10 12 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Dr. Anika Müller
    Univ.-Prof. Dr. Andreas Markewitz
    Univ.-Prof. Christian Waydhas
    Dr. Björn Weiß
    Univ.-Prof. Dr. Claudia Spies
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Das letzte Update der DAS-Leitlinie von 2015 beinhaltete einen besonderen Paradigmenwechsel in der Intensivmedizin, der als Ziel hat, dass die Patienten wach, aufmerksam, schmerz-, angst- und delirfrei sind, um an der Behandlung und Genesung aktiv teilnehmen zu können. Die Erweiterung um die Domänen Angst, Stress und Schlaf spielen dabei eine besondere Rolle. Dieser erhebliche Umbruch führt nicht nur zur Veränderung des klinischen Alltags sondern auch zu einer besonderen Veränderung der Studienlage. Andere Endpunkte spielen neuerdings eine Rolle, der Fokus verlagert sich zur Lebensqualität, dem Verhindern eines möglichen Postintensive Care Syndromes (PICS), dem Erhalt der Funktionalität auch über die intensivmedizinische Behandlung hinweg. Daher macht die Weiterentwicklung von Konzepten und die neu verfügbare Evidenz eine Überarbeitung der bestehenden S3-Leitlinie in vielen Bereichen notwendig.

    Erstmalig soll die DAS-Leitlinie auch den Prozess der Digitalisierung unterlaufen und medial verschieden verfügbar sein. Die Überführung in ein xml-Format stellt dazu die Grundlage dar und wird der erste Schritt des Digitalisierungsprozesses sein.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Das Management von Schmerz, Delir, Stress und Angst sind integrale Bestandteile einer intensivmedizinischen Therapie und beeinflussen das Behandlungsergebnis maßgeblich. Die Weiterentwicklung von Konzepten und die neu verfügbare Evidenz macht eine Überarbeitung der bestehenden S3-Leitlinie in vielen Bereichen notwendig. So stehen zum Beispiel neue Medikamente in der klinischen Routine zur Verfügung.

    Generell haben sich das Monitoring von Delir, Schmerz- und Sedierungsniveau mit validen Messinstrumenten und ein protokollbasiertes Vorgehen als entscheidende Maßnahmen herausgestellt, um die Behandlungsqualität und letztendlich das Behandlungsergebnis zu verbessern. Mit der Notwendigkeit der gezielten Behandlung von Schmerzen und Delir erfüllt die vorliegende Fortschreibung der Leitlinie die Relevanzkriterien einer S3-Leitlinie (Handbuch zur Entwicklung regionaler LL https://www.aezq.de/mdb/edocs/pdf/schriftenreihe/schriftenreihe26.pdf). Die Ziele der Leitlinie sind, eine möglichst hohe Qualität und Sicherheit in der Behandlung intensivmedizinisch-behandelter Patienten zu gewährleisten in Bezug auf:

    • Monitoring von Schmerzen und adäquate analgetische Behandlung der durch das Grundleiden und damit verbundener diagnostischer, therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen hervorgerufene Schmerzen
    • Monitoring von Sedierung, Festlegen des Sedierungsziels und kontrollierter Einsatz von Sedativa, sowie Anxiolyse und vegetative Abschirmung bei notwendigen Maßnahmen
    • Tagsüber stimulierende Maßnahmen und nachts schlaffördernde Umgebungsbedingungen
    • Monitoring und Behandlung von Delir
    • Wache kooperative Patienten, die die intensivmedizinisch erforderlichen Maßnahmen tolerieren und im Rahmen ihrer Möglichkeit aktiv unterstützen
    • Berücksichtigung der Qualitätssicherung und organisatorischer und juristischer Aspekte
    • Berücksichtigung spezieller Patientengruppen