Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 161 - 002
Klassifikation S3

Diagnostik in der klinisch-praktischen Umweltmedizin

Anmeldedatum:

15.12.2020

Geplante Fertigstellung:

30.04.2024

Gründe für die Themenwahl:

Menschen, die an umweltassoziierten Erkrankungen leiden, haben große Probleme Ärzte zu finden, die eine solide Beratung/Diagnostik/Therapie zu den vielfältigen Facetten der umweltmedizinischen Erkrankungsbilder bieten können. Der Anteil von Betroffenen, welcher tatsächlich an umweltbedingten Gesundheitsstörungen leidet, ist in absoluten Zahlen relativ gering. (C. Herr, I. Otterbach, D. Nowak, C. Hornberg, T. Eikmann, G. A. Wiesmüller „Klinische Umweltmedizin“, Dtsch Ärzteblatt 2008; 105(30): 523-31). Trotzdem weisen alle Patienten einen hohen Leidensdruck auf, welcher eine ernstgenommen werden muss und einer adäquaten Beratung bedarf. Dass die umweltmedizinische Versorgungssituation Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland nicht ausreichend ist, stellte jüngst das Robert-Koch-Institut, veröffentlicht im Bundesgesundheitsbl 2020 · 63:242–250, https:// doi.org/ 10.1007/ s00103- 019- 03074-x) fest. Aufgrund der Komplexität und Vielfältigkeit der Krankheitsbilder ist eine genaue Kenntnis wissenschaftlich fundierter Diagnose- und Behandlungsmethoden schwierig. Deshalb leiden vielen Patienten unter unnötiger oder falscher Diagnostik und Behandlung. Bereits 2016 stellte Prof. Dr. med. h. Drexler im Artikel „Unnecessary Investigations in Environmental Medicine“, erschienen im Deutschen Ärzteblatt International; 113: 773-80 die den Punkt der quartären Prävention (Vermeidung unnötiger und möglichweise schädlichen diagnostischen und therapeutischen Interventionen) zur Diskussion. Oft weisen Betroffenen eine lange Krankheitsgeschichte mit assoziierten Verlust an Lebensqualität und finanziellen Einbußen auf. Hausärzte, die oft erster Ansprechpartner für die Betroffenen sind, sollen in Ihrer Kompetenz unterstützt werden, sinnvolle und überlegte Diagnostik einzuleiten und frühzeitig an begleitenden psychosomatische Therapie zu verweisen. In der bereits existierenden Leitlinie Registernummer 002 - 024 „Humanbiomonitoring, umweltmedizinische Leitlinie“ wird ein Aspekt der umweltmedizinischen Diagnostik beleuchtet, auf deren Basis wir aufbauen und ergänzen möchten.

Zielorientierung der Leitlinie:

Anhand verfügbarer Literatur sollen evidenzbasierte Ansätze zu standardisierter Diagnostik und Behandlung umweltassoziierter Erkrankungen zusammengetragen werden. Anhand eines Stufenschemas sollen alle Ärzte*innen sowie Interessierte nachvollziehen können, welche umweltmedizinischen Untersuchungen und Behandlungsmethoden aus Sicht der Wissenschaft einen nachweisbaren, positiven Nutzen auf den Krankheitsverlauf haben.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Frau Prof. Dr. med. Caroline Herr

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin GHUP e. V. (GHUP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)Visitenkarte

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V. (DGPFG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation e.V. (DGVM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie e.V. (DGMP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Klinische Psychotherapie, Prävention und Psychosomatische Rehabilitation e.V. (DGPPR)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)Visitenkarte

Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin e.V. (DKPM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e.V. (DGSMP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e.V. (DGPP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA)

Ärzteverband Deutscher Allergologen, ÄDA

Bundesarbeitsgemeinschaft Pädiatrischer Pneumologen (BAPP)

Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs

Deutsche Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie, DGPT

Gesellschaft für Toxikologie

Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V. (dbu)

Europäische Akademie für klinische Umweltmedizin e. V. (EUROPAEM)

Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e.V. (IGUMED)

Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS)

Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)

Leitliniensekretariat:

Anja Klinger-Bock

(Sekretariat DGHUP)
Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene Universitätsklinikum Freiburg
Breisacher Str. 115 B
79106 Freiburg i. Br.

Tel.: + 49 (0) 761 270-82360

e-Mail senden

Koordination:

Frau Prof. Dr. med. Caroline Herr; Frau PD. Dr.med. Stefanie Heinze, Frau Ramona Gigl, Frau Susann Böhm

Adressaten:

Umweltmediziner, Arbeitsmediziner, Allgemeinmediziner, Kinderärzte, Toxikologen, andere Interessierte

Versorgungssektor:

ambulant, stationär, teilstationär

Prävention, Früherkennung

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene, Kinder/Jugendliche
Betroffene Patienten und deren Eltern, die vermuten an einer umweltassoziierten Erkrankung zu leiden

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Nach systematischer Bearbeitung der verfügbaren Literatur in diversen Datenbanken inklusive Leitlinien, Datensammlung und Erstellung von Evidenzberichten erarbeitet eine repräsentativ zusammengesetzte Expertengruppe aus oben genannten Fachgesellschaften (zur Leitlinienarbeit angefragt). Im strukturierten Konsensverfahren (Delphi) unter neutraler Moderation der AWMF werden Statements und Empfehlungen entwickelt, die dann vom Vorstand der Fachgesellschaften verabschiedet werden.Die geplante Methodik orientiert sich an den definierten Grundsätzen der AWMF-zur Einordnung der Leitlinie in Klassifikation S3.

Ergänzende Informationen:

Die Bedeutung der LL wird durch aktuelle internationale Veröffentlichungen und Leitlinien unterstrichen.Nach Veröffentlichung o.g. RKI-Stellungnahme reagierte auch das Bundesland Bayern, in dem mittels eines Landtags-beschlußes vom 24.04.2020 die medizinische Versorgungssituation von Patienten mit umweltassoziierten Erkrankungsbildern nachhaltig verbessert werden soll.

Ein Antrag zur Förderung der Erstellung der S3 Leitlinie wird gemäß Förderbekanntmachung des Innovationsausschusses beimGemeinsamen Bundesausschuss zur themenspezifischen Förderung von Versorgungsforschung (gemäß § 92a Absatz 2 Satz 4 zweite Alternative des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V): Projekte zur Entwicklung oder Weiterentwicklung ausgewählter medizinischer Leitlinien, für die in der Versorgung besonderer Bedarf besteht) wird gestellt.