Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 100 - 001
Klassifikation S2k

Arzneimitteltherapie bei Multimorbidität - Living Guideline

Anmeldedatum:

09.04.2020

Geplante Fertigstellung:

30.09.2020

Gründe für die Themenwahl:

Vermeidbare Risiken der Arzneimitteltherapie sind eine wichtige Ursache patientenrelevanten Schadens [1-3]. Multimorbidität ist eine häufige Ursache von Multimedikation [4, 5], wobei sowohl eine Übertherapie als auch eine Untertherapie mit Arzneimitteln mit patientenrelevanten Schaden assoziiert ist [6]. Das gleichzeitige Bestehen von mehreren chronischen Erkrankung erhöht das Risiko der Verordnung gefährlicher Kombinationen von Arzneimitteln [7, 8] und begründet die Notwendigkeit einer regelmäßigem systematischen Prüfung und Konsolidierung der Arzneimitteltherapie [9, 10]. Leitlinien für die Behandlung einzelner Erkrankung berücksichtigen nicht immer, oder nicht immer in ausreichendem Umfang die mögliche Koexistenz weiterer Erkrankungen und Hinweise zum Management von therapeutischen Konflikten fehlen zum Teil. Die parallele Anwendung von Leitlinien für einzelne Erkrankungen kann daher bei Patienten mit Multimorbidität zu nicht sinnvoller Kombination von Arzneimitteln führen [11]. Zur Unterstützung des behandelnden Arztes ist es daher sinnvoll, Regeln für den Umgang mit derartigen Therapiekonflikten zu formulieren, welche zwischen den für die Behandlung der betroffenen Erkrankungen zuständigen Fachgesellschaften abgestimmt sein sollten.


Quellen:
1.        Endres, H.G., et al., Association between Potentially Inappropriate Medication (PIM) Use and Risk of Hospitalization in Older Adults: An Observational Study Based on Routine Data Comparing PIM Use with Use of PIM Alternatives. PLoS One, 2016. 11(2): p. e0146811.
2.        Pirmohamed, M., et al., Adverse drug reactions as cause of admission to hospital: prospective analysis of 18 820 patients. BMJ, 2004. 329(7456): p. 15-19.
3.        Pedros, C., et al., Adverse drug reactions leading to urgent hospital admission in an elderly population: prevalence and main features. Eur J Clin Pharmacol, 2016. 72(2): p. 219-26.
4.        Payne, R.A., et al., Is polypharmacy always hazardous? A retrospective cohort analysis using linked electronic health records from primary and secondary care. Br J Clin Pharmacol, 2014. 77(6): p. 1073-82.
5.        Slabaugh, S.L., et al., Prevalence and risk of polypharmacy among the elderly in an outpatient setting: a retrospective cohort study in the Emilia-Romagna region, Italy. Drugs Aging, 2010. 27(12): p. 1019-28.
6.        Wauters, M., et al., Too many, too few, or too unsafe? Impact of inappropriate prescribing on mortality, and hospitalization in a cohort of community-dwelling oldest old. Br J Clin Pharmacol, 2016. 82(5): p. 1382-1392.
7.        Schneider, K.L., et al., Potential Drug-Drug Interactions in a Cohort of Elderly, Polymedicated Primary Care Patients on Antithrombotic Treatment. Drugs Aging, 2018. 35(6): p. 559-568.
8.        Bitter, K., J.F. Schlender, and R. Woltersdorf, [Drug-drug interactions in the elderly : Which ones really matter?]. Internist (Berl), 2016. 57(7): p. 728-34.
9.        Johansson, T., et al., Impact of strategies to reduce polypharmacy on clinically relevant endpoints: a systematic review and meta-analysis. Br J Clin Pharmacol, 2016. 82(2): p. 532-48.
10.      Kouladjian, L., et al., Assessing the harms of polypharmacy requires careful interpretation and consistent definitions. Br J Clin Pharmacol, 2014. 78(3): p. 670-1.
11.      Dumbreck, S., et al., Drug-disease and drug-drug interactions: systematic examination of recommendations in 12 UK national clinical guidelines. BMJ, 2015. 350: p. h949.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie soll Ärztinnen und Ärzte bei arzneitherapeutischen Entscheidungen für Patient*innen mit Multimorbidität und Multimedikation Hinweise auf potentiell vermeidbare Risiken der Arzneimittel­therapie geben und operationalisierbare Empfehlungen zum Risikomanagement geben, die zwischen den für die Behandlung der betroffenen Erkrankungen zuständigen Fachgesellschaften abgestimmt sind. 

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. Daniel Grandt

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)Visitenkarte

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. (DGSS)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgruppe Hausärztliche Internisten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)

Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe

Deutsche Gesellschaft für Klinische Pharmazie e. V.

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. Daniel Grandt

Vorsitzender der Kommission Arzneimitteltherapie-Management
und Arzneimitteltherapiesicherheit der DGIM
Klinik für Innere Medizin I
Klinikum Saarbrücken gGmbH
Winterberg 1
66119 Saarbrücken

Tel.: 0681 963 2531

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. Daniel Grandt

Adressaten:

 Ärzt*innen der beteiligten Fachrichtungen (siehe unter „Beteiligung“) im ambulanten und im stationären Sektor, die bei Patienten mit Multimorbidität Arzneimitteltherapie verantworten. Die Leitlinie dient weiterhin zu Information für alle an Arzneimitteltherapien beteiligten Leistungserbringende 

Versorgungssektor:

ambulant, stationär,  

Therapie, 

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung 

Patientenzielgruppe:

Erwachsene

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Die Methoden zur Formulierung der Empfehlungen werden in einem separaten Methodenpapier beschrieben und eine Beschreibung zum methodischen Vorgehen in der Leitlinie hinterlegt (Leitlinien-Report). Jede Empfehlung wird im Rahmen einer strukturierten Konsensfindung unter neutraler Moderation (AWMF-Leitlinienberater*in oder vergleichbare Qualifikation) diskutiert und abgestimmt. Es werden formale Konsensus Techniken (Delphi-Verfahren und Konsensuskonferenz) genutzt.

Ergänzende Informationen:

Die angemeldete Leitlinie ergänzt die nachfolgenden Leitlinien um die Beurteilung von konkreten Arzneimittelkombinationen und das Management daraus resultierender potentiell vermeidbarer Risiken.
- Hausärztliche Leitlinie: Multimedikation, Registernummer 053 – 043
- Multimorbidität, Registernummer 053 - 047

Beteiligung angefragt:

Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker

Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie

Deutsche Gesellschaft für Klin. Pharmakologie u. Therapie e.V

Publikation zur Methodik in Vorbereitung