Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 088 - 013
Klassifikation S2k

Hernien

Anmeldedatum:

21.07.2022

Geplante Fertigstellung:

01.01.2024

Gründe für die Themenwahl:

Die Versorgung von Leisten-, Narben, Nabel- und parastomalen Hernien gehören zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Diese Versorgung betrifft sowohl den stationären wie auch den ambulanten Sektor. International gibt es allein zur Therapie der Leistenhernie des Erwachsen n= 15 Leitlinien (LL). Diese internationalen LL bilden aber in wichtigen Punkten nicht die Behandlungsrealität in Deutschland ab. Die Fachgesellschaften CAH/ DGAV und die Deutsche Herniengesellschaft haben die aktuell umfassendste Leitlinie „HerniaSurge“, welche mit Industriedrittmitteln unterstützt wurde,  daher ausführlich kommentiert (Weyhe et al., Der Chirurg 2018). Zudem wurde ein Review mit Juristen für Arzthaftungsrecht bezüglich des Stellenwertes internationaler LL von der CAH publiziert und zeigte im Ergebnis die Notwendigkeit der Erstellung einer AWMF - Leitlinie für die Hernienchirurgie (Weyhe et al.,Der Chirurg 2018). Der Vorstand der DGAV hat nach intensiver Diskussion in der Sitzung vom 10.12.2021 entschieden eine AWMF Leitlinie „Hernie“ unter Leitung der DGAV zu entwickeln und dieses dem Vorsitzenden der CAH/ DGAV am 21.Feb.2022 mitgeteilt. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie „Hernie“ soll  konsensbasierte Empfehlungen für die Behandlung von Leisten,- Narben, Nabel- und parastomalen Hernien des Erwachsenen entwickeln. Die Verbreitung und Durchdringung soll über die Fachgesellschaften CAH/ DGAV und der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) erfolgen.

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr.med Dirk Weyhe, Prof. Dr. med. Ferdinand Köckerling

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. (DGNC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e.V. (DGPRÄC)Visitenkarte

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr.med Dirk Weyhe

Petra Pohl

Tel.: Telefon 0441 229-1472

Fax.: Telefax 0441 229-1485

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. med. Dirk Weyhe

 

Prof. Dr. med. Ferdinand Köckerling

Adressaten:

Ärztinnen und Ärzte in der Aus- und Weiterbildung sowie Fachärztinnen und Fachärzte in der Allgemein- und Viszeralchirurgie

Versorgungssektor:

ambulant, stationär, teilstationär  

Prävention

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation  

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung                

Patientenzielgruppe:

Erwachsene

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Die geplante Leitlinie soll als S2K Leitlinie entwickelt werden.

1. Art der Evidenz- Basierung:
Die Literatur wird durch wissenschaftliche Mitarbeiter der Universitätsklinik für Viszeralchirurgie gesucht, gesichtet und vorausgewählt. Eine weitere inhaltliche Bewertung soll durch die Mitglieder der zu erstellenden Arbeitsgruppen erfolgen.  Die vergleichende Bewertung der Literatur soll durch PICO Fragen (Patient, Intervention, Comparsion, Outcome) erfolgen. Ggfs. werden die PICO Fragen um ein S (Setting) ergänzt, da Hernien Sektoren übergreifend versorgt werden oder der Endpunkt um einen Vergleich zur Kontrollbehandlung (Watchfull- Waiting) erweitert wird.Folgende Datenbank sollen angewendet werden:                           
Cochrane Library (mit Teildatenbanken wie z.B. CENTRAL für kontrollierte Studien)                           
Medline (via PubMed oder Ovid)                           
Leitlinien-Datenbanken (z.B. AWMF, Guidelines International Network (G-I-N))                           
Weitere Quellen?
- IQWiG, ggf. weitere HTA Institute?
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)?
- Studienregister, Herniamed,  Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS)   
                       
2. Art der formalen Konsensustechniken:
Bei dieser konsensbasierten Leitlinie (S2k) erfolgt die Verabschiedung und Feststellung der Stärke der Empfehlungen im formalen Konsensusverfahren wobei die Angabe von schematischen Empfehlungsgraden oder Evidenzgraden nicht vorgesehen ist, da keine systematische Aufbereitung der Literaturevidenz zugrunde liegt. Der Grad einer Empfehlung  sprachlich ausgedrückt werden. Die Konsensuskonferenz soll nach dem Delphi-Verfahren bei der Abstimmung über die Empfehlungen angewandt werden.        Hierzu soll das Ziel der Befragung klar umrissen werden und ein geeigneter Expertenkreis benannt werden. Der unabhängige Moderator beleuchtet das Befragungsziel von allen Seiten. Ggfs. wird eine Likert Skala verwendet. Die Unabhängigkeit wird durch eine Fachneutralität gewährleistet.

Ergänzende Informationen:

Ergänzende Hintergrundinformationen zur Leitlinienentwicklung „Hernie“ sind in folgenden Publikationen enthalten:
1.HerniaSurge: internationale Leitlinie zur Therapie der Leistenhernie des Erwachsenen
Kommentar der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Hernie (CAH/DGAV) und der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) zu den wichtigsten Empfehlungen. Weyhe et al. Der Chirurg,89, 631–638 (2018)
2.Juristische Relevanz von Leitlinien:
Kontextualisierung am Beispiel internationaler Empfehlungen zur Therapie des Leistenbruches bei Erwachsenen. Weyhe et al.,Der Chirurg,89, 624–630 (2018)