Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 085 - 003
Klassifikation S2e

Fraktursonografie

Anmeldedatum:

18.02.2020

Geplante Fertigstellung:

31.03.2023

Gründe für die Themenwahl:

Das Thema ist hoch relevant, das es insbesondere die potentielle Einsparmöglichkeit für ionisierenden Strahlen bei Frakturen betrifft.

Neben einer hohen Zahl von Veröffentlichungen sind in den letzten Jahren mehrere Metaanalysen zur Fraktursonografie international publiziert worden.

Die Publikation von definierten Algorithmen ermöglicht eine breite multidisziplinäre Anwendung. Allein für die am besten erforschte Anwendung, der distalen Unterarmfraktur bei Kindern, besteht ein hohes Anwendungspotential. Bei ca. 180.000 Verdachtsfällen auf eine Vorderarm Fraktur im Kindesalter pro Jahr in Deutschland könnten hierbei 288.000 Röntgenaufnahmen (80% von 180.000 x 2 Röntgenaufnahmen) jährlich in der Bundesrepublik eingespart werden und das bei einem sehr strahlensensiblen Patientengut. Durch eine konsequente Anwendung der Fraktur-Sonografie bei allen bisher bekannten Indikationen liegt das Potential zur Vermeidung von ionisierender Strahlung um ein Vielfaches höher.

Weiterhin ist die Methode mit den bisher vorhandenen Ultraschallgeräten sicher durchführbar. Die Anwendung der Ultraschalltechnik ist einfacher, sicherer und mit weniger personellem, apparativen und baulichen Aufwand durchführbar als die Röntgendiagnostik. Sie kann in jeder Klinik und Praxis, welche über ein Ultraschallgerät verfügt, ohne weitere Investitionen durchgeführt werden. Die Anwendung der Fraktursonografie ist jedem mit Ultraschall vertrauten Arzt nach kurzem Training möglich. Es ist daher bei entsprechendem Training eine weite und schnelle Verbreitung zu erwarten. Hierfür ist eine Leitlinie erforderlich, welche die wissenschaftliche Evidenz umfassend aufgearbeitet. Es ist zu erwarten, dass sich die Fraktursonografie bei bestimmten Indikationen als Standarddiagnostik etablieren wird.

Der Leitlinie wird für alle Ärzte gelten, die Frakturen behandeln, inbesondere Orthopäden, Unfallchirurgen, Chirurgen, Kinderchirurgen und Radiologen sowie Pädiater.

Unseres Erachtens weist keine andere Methode in der Ultraschalldiagnostik ein so hohes Potential für die Einsparung von Röntgenbelastung, für die weite Verbreitung in der klinischen Medizin und für die Erschließung neuer Indikationen auf. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Aufarbeitung und Zusammenfassung der klinischen Evidenz zur Frakturspaltsonographie, inbesondere im Vergleich zum konventionellen Röntgen, Entwicklung von Algorithmen, Etablierung von Standards für die regelhafte Anwendung der Fraktursonografie

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. med C.S. von Kaisenberg

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie e.V. (DGH)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC)Visitenkarte

Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie e.V. (GPR)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsche Gesellschaft für Muskuloskelettale Radiologie (DGMSR)

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med C.S. von Kaisenberg

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Koordination:

PD Dr. med. Ole Ackermann

 

PD Dr. med. Christian Tesch (Vertreter)

Adressaten:

Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Kinderchirurgie, Radiologie, Notfallmediziner; Klinikärzte und niedergelassene Ärzte der o.g. Fachrichtungen; alle Ärzte, die Frakturen diagnostizieren und versorgen

Versorgungssektor:

ambulant, stationär, teilstationär,

Diagnostik,

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung 

Patientenzielgruppe:

 Patienten mit Frakturen, Traumapatienten, schwerpunktmäßig im Kindesalter; indikationsabhängig auch bei Erwachsenen 

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

AWMF S2e LL

ggfs. LL Adaptation, falls vorhanden und von ausreichender Qualität (https://g-i-n.net)

systematische Literaturrecherche (u.a. RCTs und Metaanalysen), Bewertung nach GRADE, Formulierung der Handlungsempfehlungen (from evidence to recommendation), Diskussion in der LL Gruppe, neutrale Moderation durch AWMF Leitlinienberater.

Ergänzende Informationen:

Die Leitlinie dient zur Information für:

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCh)

Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- & Notfallmedizin e.V. (DIVI)

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)

Europäische Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (EFORT)

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)

Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC)

Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen e.V. (VSOU)

Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU)

Berufsverband der Deutschen Radiologen e.V. (BDR)

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ)