Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 083 - 048
Klassifikation S3

Versorgung Seltener, genetisch bedingter Erkrankungen der Zähne

Anmeldedatum:

11.01.2021

Geplante Fertigstellung:

31.12.2023

Gründe für die Themenwahl:

Zu den seltenen Erkrankungen der Zähne zählen u.a. die Amelogenesis imperfecta (AI), die Dentinogenesis imperfecta (DI), der Phosphatdiabetes (PD), die Hypophosphatasie (HPP), seltene Erkrankungen mit parodontalen Manifestationen (PAR), die Ektodermale Dysplasie (ED) und viele weitere syndromale und nicht-syndromale Zustandsbilder mit Auswirkungen auf die Zähne. Charakteristisches, klinisches Merkmal für diese Gruppe von Erkrankungen ist eine generalisierte Problematik, welche i.d.R. die gesamte Dentition umfasst. Dies geht mit gravierenden funktionellen, ästhetischen und psychischen Beeinträchtigungen für Betroffene einher und erfordert eine strukturierte, interdisziplinäre und langwierige zahnärztliche Versorgungsstrategie unter dem indikationsgerechten Einschluss präventiver, restaurativer, kieferorthopädischer, prothetischer und chirurgischer Therapiemaßnahmen. Mit Blick auf das Fehlen systematisch entwickelter Handlungsempfehlungen für die zahnärztliche Versorgung von seltenen Erkrankungen der Zähne ist das geplante, multidisziplinäre S3-Leitlinienvorhaben, insbesondere für die Betroffenen, in dem hiesigen Versorgungskontext relevant. Damit soll es gelingen, für deren zahnärztlichen Versorgung evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen zu erarbeiten, um so die Versorgungsqualität sicherzustellen.

Zielorientierung der Leitlinie:

Ziel des geplanten S3-Leitlinienvorhabens ist es, die zahnärztliche Versorgung seltener Erkrankungen der Zähne (Häufigkeit <5 Fälle pro 10.000) auf Grundlage des AWMF-Regelwerkes zusammenfassend abzubilden. Hierbei soll der aktuelle Wissensstand zu Häufigkeit, klinischem Erscheinungsbild, Diagnostik, Klassifikation und genetischem Hintergrund für jede der relevanten Erkrankungen leitsymptombasiert zusammengefasst werden. Mit Blick auf die zahnärztlichen Versorgungsformen sind die präventiven, konservativen und prothetischen Therapienotwendigkeiten darzustellen. Im Ergebnis sollen evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen erarbeitet werden. Die zu entwickelnde S3-Leitlinie soll zudem auf bestehende Versorgungslücken in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinweisen.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Anke Weber

Leitlinienbeauftragte der DGZMK

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde e.V. (DGKiZ)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien e.V. (DGPro)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V. (GfH)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e.V. (DGI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie e.V. (DGKFO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DG PARO)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft für Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin (AGORS)

Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf in der DGZMK (AG ZMB)

Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa, BDIZ EDI

Bundesverband der Kinderzahnärzte (BUKiZ)

Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst e.V. (BZÖG)

Berufsverband Deutscher Oralchirurgen, BDO

Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ)

Deutsche Gesellschaft für ästhetische Zahnmedizin (DGÄZ)

Deutsche Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde (DGCZ)

Deutsche Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL)

Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM)

Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung, DGR²Z

Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie (DGZI)

Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V.

Verband medizinischer Fachberufe e.V.

Leitliniensekretariat:

Dr. Anke Weber

Leitlinienbeauftragte der DGZMK

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Koordination:

Prof Dr. Jan Kühnisch

Dr. Ludwig-Maximilians-Universität München
Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie

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Adressaten:

Der vordergründige Nutzen des geplanten S3-Leitlinienprojektes liegt in der Verbesserung der zahnärztlichen Versorgung von Patientengruppen mit besonderen Bedürfnissen und fokussiert vordergründig auf die Zahnärzteschaft als Anwenderzielgruppe. Darüber hinaus dient die Leitlinie allen weiteren Zielgruppen – Betroffenen und Patienten, Ärzteschaft, sonstigen Gesundheitsdienstleistern oder auch Versicherern – als Informationsressource. Gleichermaßen sind die evidenz- und konsensbasierten Informationen für gesundheitspolitische Entscheidung nutzbar.

Versorgungssektor:

ambulant

Prävention, Früherkennung

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation  

Zahnärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene, Kinder/Jugendliche

Betroffene von den nachgenannten seltenen Erkrankungen, welche eine direkte bzw. indirekte Beteiligung von Milch- und/oder bleibenden Zähnen aufweisen: Amelogenesis imperfecta (AI), Dentinogenesis imperfecta (DI), Phosphatdiabetes (PD), Hy-pophosphatasie (HPP), Parodontitis als Manifestation seltener Erkrankungen (PAR), Ektodermale Dysplasie (ED) und weitere, syndromale und nicht-syndromale Zustandsbilder mit Auswirkungen auf die Zähne.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Erstellung der LL gemäß AWMF-Regelwerk zur Erstellung von S3-Leitlinien, systematische Literatur- und Evidenzrecherche, strukturierte Konsensusfindung einschließlich Bewertung der Empfehlungen und Messung der Konsensstärke im Rahmen einer Konsensuskonferenz unter neutraler Moderation durch AWMF

Ergänzende Informationen:

Die Einladungen an die Patientenvertreter werden mit dem Projektstart ausgesprochen. Die nachstehenden Gruppen sind u.a. für eine Mitbeteiligung prädestiniert: ACHSE e.V. (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen), Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE), Selbsthilfegruppe „Ektodermale Dysplasie“ e.V., Deutsche Syringomyelie und Chiari Malformation e.V., Phosphatdiabetes e.V., Hypophosphatasie Deutschland e.V., Deutsche Selbsthilfe Angeborene Immundefekte e.V. und Angeborene-Bindegewebs-Erkrankungen e.V.