Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 082 - 002
Klassifikation S3

Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien

Anmeldedatum:

15.06.2018

Geplante Fertigstellung:

30.11.2019

Gründe für die Themenwahl:

Anogenitale HPV-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Infektionen. Im Fall einer klinisch manifesten Erkrankung ist die HPV-Infektion mit erheblichen Auswirkungen auf die Lebensqualität assoziiert, die Behandlung geht mit einer hohen Rezidivrate einher und invasive Neoplasien (z.B. Zervix-, Anal-, Vulva-, Penis-Karzinom) sind zudem durch eine signifikante Mortalität gekennzeichnet. Die ökonomischen Auswirkungen der Behandlung HPV-assoziierter anogenitaler Läsionen auf das Gesundheitssystem sind erheblich. Die HPV-Impfung stellt einen effektiven und sicheren Schutz vor HPV-assoziierten anogenitalen Läsionen dar und wird in Deutschland von der STIKO seit 2014 für Mädchen (9-14 Jahre) vor dem ersten Sexualkontakt empfohlen. Für Jungen bzw. Männer liegt seitens der STIKO eine aktualisierte Impfempfehlung seit Juni 2018 vor. 

Die Durchimpfungsraten von Frauen in Deutschland sind jedoch nach wie vor gering. Insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) unterliegen nicht dem Herdenschutz durch die bisherige Standardimpfung für Frauen, repräsentieren aber ein in besonderem Maße von HPV-assoziierten benignen, prämalignen und malignen anogenitalen Läsionen betroffenes Kollektiv. Angesichts der geringen Durchimpfungsraten ist die möglichst weitreichende Implementierung der Impfempfehlungen von hoher Priorität. Darüber hinaus sollen durch das Leitlinienprojekt spezifische, im Praxisalltag relevante Fragestellungen bzgl. besonderer Situationen geklärt werden

Zielorientierung der Leitlinie:

Das vorliegende Projekt zur Erstellung einer evidenz- und konsensbasierten Leitlinie soll die Effektivität der drei in Deutschland verfügbaren HPV-Impfstoffe (Bivalenter HPV-Impfstoff, Quadrivalenter HPV-Impfstoff, Nonavalenter HPV-Impfstoff) für verschiedene Patientenpopulationen unter evidenzbasierten Gesichtspunkten beleuchten. Auf dieser Grundlage werden von einem repräsentativen Gremium erstellte, formell konsentierte Empfehlungen erarbeitet. Ziel ist es, die populationsbezogene Krankheitslast HPV-assoziierter anogenitaler Läsionen – insbesondere hinsichtlich invasiver, mit Mortalität assoziierter Karzinome – zu reduzieren. Zudem werden weitere im Praxisalltag relevante Fragestellungen konsensbasiert beantwortet.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. med. G. E. Gross

Emeritus und früherer Direktor der
Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie Rostock
Strempelstraße 13
18057 Rostock

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)Visitenkarte

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)Visitenkarte

Deutsche STI-Gesellschaft e. V. (DSTIG) - Ges. z. Förderung der Sexuellen GesundheitVisitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektologie (DGPI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Gesellschaft für Virologie (GfV)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) der OEGGG

Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) der DKG

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., BVDD

Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF)

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)

Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V.

Studiengruppe Kolposkopie e. V.

Robert Koch-Institut (RKI)

Bundesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe e.V.

Leitliniensekretariat:

Martin Dittmann


e-Mail senden

Koordination:

Dr. med. Ricardo N. Werner

Division of Evidence Based Medicine
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Adressaten:

Adressaten der Leitlinie sind alle in der Impfversorgung tätigen Ärztinnen und Ärzte, die in ärztlichem Kontakt mit der Patientenzielgruppe stehen (Allgemeinmedizin, Pädiatrie, Gynäkologie, Dermatologie, Urologie, etc.).

Versorgungssektor:

Die angemeldete Leitlinie intendiert die Erstellung und Bereitstellung von evidenzbasierten und konsentierten Impfempfehlungen für die ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland. 

Patientenzielgruppe:

Ziel der Leitlinie ist die Erstellung Evidenz-basierter und konsentierter Empfehlungen für die HPV-Vakzinierung verschiedener Patientenpopulationen:

1. Mädchen / Frauen:

a) 9-14 Jahre, vor erstem Sexualkontakt

b) ältere (15+ Jahre) Frauen, nach erstem Sexualkontakt  

2. Jungen / Männer:

c) a) 9-14 Jahre, vor erstem Sexualkontakt

d) b) ältere (15+ Jahre) Männer, nach erstem Sexualkontakt 

jeweils unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie etwa des Immunstatus und sexueller Orientierung (Männer).  

Weitere praxisrelevante Fragen sollen konsensbasiert beantwortet werden:

• Sollen Impf-naive PatientInnen mit (Z.n.) manifesten HPV-assoziierten anogenitalen oder oropharyngealen Läsionen (anogenitale Warzen, intraepitheliale Neoplasien, Karzinome) eine Impfung erhalten?

• Sollen Vorsorgeuntersuchungen (Cervix-Karzinom Screening) für Frauen nach regelhafter Impfung im Rahmen bisheriger Empfehlungen hinsichtlich des Alters und der Intervalle erfolgen?

• Sollen Impf-naive PatientInnen vor der Einleitung einer immunsuppressiven Therapie (z.B. im Rahmen einer Organtransplantation oder bei rheumatischen, dermatologischen oder sonstigen immunologisch bedingten Erkrankungen) eine Vakzinierung gegen HPV erhalten? 

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Durchführung einer systematischen Literaturrecherche, Bewertung der Qualität der ermittelten systematischen Reviews und / oder Studien unter Berücksichtigung von Ein- und Ausschlusskriterien.  

Die Konsentierung erfolgt in einer repräsentativen Expertengruppe, deren Mitglieder von den entsprechenden Berufsverbänden und Fachgesellschaften nominiert wurden. Die Konsentierung erfolgt im Rahmen einer Konsensuskonferenz mit unabhängiger Moderation unter Anwendung des nominalen Gruppenprozesses.