Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 081 - 004OL
Klassifikation S3

Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen)

Anmeldedatum:

03.07.2018

Geplante Fertigstellung:

30.09.2020

Gründe für die Themenwahl:

Die Diagnostik und Therapie des Analkarzinoms wird bisher durch die heterogene Versorgung bzw. den Erstkontakt bei verschiedenen Disziplinen (u.a. bei Dermatologen, Proktologen, Chirurgen, Gastroenterologen) erschwert und erfolgt nicht immer standardisiert. Aufgrund der relativ geringen Inzidenz besteht in der Fläche wenig Erfahrung in Diagnostik und Therapie sowie Nachsorge des Analkarzinoms. Ziel dieses Antrages ist es daher, durch eine Förderung im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie die Entwicklung einer Leitlinie für alle Patienten mit einem Analkarzinom zu ermöglichen.

Zudem ist das Analkarzinom im Vergleich mit anderen gastrointestinalen Tumoren selten, zeigt aber in den letzten Jahren eine signifikant zunehmende Inzidenz in Deutschland und in der westlichen Welt. Aufgrund dieser kontinuierlich steigenden Inzidenz besteht ein dringlicher Handlungsbedarf für ein Evidenz- und Konsensbasiertes Vorgehen bei Diagnostik, Therapie und Nachsorge, um ein drohendes Versorgungsproblem zu verhindern. Erschwerend in der frühzeitigen und adäquaten Diagnostik des Analkarzinoms ist die schambesetzte und teils tabuisierte Thematik von Anogenitalregion und Stuhlausscheidung. Mit dieser Leitlinie soll die interdisziplinäre, interprofessionelle und sektorenübergreifende Versorgung von Patienten mit einem Analkarzinom optimiert und somit ein erhöhter gesundheitlicher Nutzen für diese Patienten und das Gesundheitssystem erreicht werden.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die geplante Leitlinie soll die Optimierung der interdisziplinären Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Analkarzinoms adressieren. Vorrangige Ziele sind einheitliche Empfehlungen für die Primärdiagnostik, die Therapieentscheidung (insbesondere die kurative operative Resektion vs. kurative Radiochemotherapie), die Responsebeurteilung nach Radiochemotherapie und die Nachsorge nach kurativer Behandlung. Kriterien für eine gemeinsame Entscheidungshilfe („shared decision making“) insbesondere in Bezug auf die Patientenziele Überleben, Rezidivfreiheit, Stuhlkontinenz und Leben ohne Stoma sollen durch die Leitlinie bereitgestellt werden. Diese Entscheidungshilfen sollen Eingang finden in die sich auf der S3-Leitlinie aufbauenden, laienverständlich aufbereiteten Patientenleitlinie. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, MSc

Office des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH,
Berlin

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG)Visitenkarte

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Coloproktologie (CACP)

Arbeitsgemeinschaft Bildgebung in der Onkologie (ABO) der DKG

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie der DKG, ADO

Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pathologie der DKG, AOP

Arbeitsgemeinschaft für radiologische Onkologie der DKG, ARO

Arbeitsgemeinschaft für Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin (AGORS)

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie in der DKG

Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Onkologie der DKG, CAO

Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hyperthermie (IAH) der DKG

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege der DKG, KOK

Arbeitsgemeinschaft für Coloproktologie Österreich (ACP)

Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands (BCD)

Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten e.V. (BVDST)

Vereinigung für Stomaträger und für Menschen mit Darmkrebs, Deutsche ILCO

Robert Koch-Institut (RKI)

Schweizerische Arbeitsgruppe für Koloproktologie (SAKP)

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. Alexander Nast

Dr. Ricardo N. Werner
Division of Evidence Based Medicine (dEBM)
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Charité Universitätsmedizin Berlin
Luisenstr. 2
10117 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 450 518 313

Fax.: +49 (0) 30 450 518 977

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Koordination:

PD Dr. Felix Aigner

Stellvertretender Klinikdirektor (CCM) Bereichsleitung Kolorektale Chirurgie
Chirurgische Klinik Campus Charité Mitte / Campus Virchow-Klinikum CCM/CVK
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin

 

PD Dr. Robert Siegel

Leiter des CED-Zentrums Berlin-Buch
Helios Klinikum Berlin-Buch
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin

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Adressaten:

Die Leitlinie richtet sich an alle ärztlichen und nicht ärztlichen Versorger, die Patienten mit einem Analkarzinom behandeln: Es sollen Proktologen, Chirurgen, Dermatologen, Gastroenterologen und Allgemeinmediziner, die im Erstkontakt mit dem Patienten bei V.a. Analkarzinom die notwendigen diagnostischen Schritte veranlassen oder an einen Spezialisten überweisen, adressiert werden. Weitere Adressaten sind Proktologen, Chirurgen und Dermatologen, die zur Diagnostik und/oder Therapie Patienten mit einem Analkarzinom operieren sowie Strahlentherapeuten und Onkologen, die kurative oder palliative Therapiekonzepte bei diesen Patienten durchführen, sowie alle Professionen und Disziplinen, die in die Behandlung des Patienten mit einem Analkarzinom eingebunden sein sollten, v.a. in der Diagnostik (Pathologen, Radiologen und Nuklearmediziner) sowie Therapie und Begleitung (u.a. Stomatherapeuten, Psychoonkologen, Palliativmediziner).

Versorgungssektor:

Die S3-Leitlinie „Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen)“ richtet sich an die betroffenen Patienten und Ihre Angehörigen.Die S3 Leitlinie Analkarzinom soll Handlungsempfehlungen für alle Versorgungsbereiche formulieren. Dazu gehört die ambulante Versorgung, insbesondere in der Primärdiagnostik und Nachsorge (u.a. Proktologie, Chirurgie, Dermatologie, Gastroenterologie/Endoskopie, Hausarzt) sowie der stationäre Bereich für das erweiterte Staging und die Therapie (Koloproktologie/Viszeralchirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Nuklearmedizin, Onkologie und Palliativmedizin sowie onkologische Rehabilitation).

Patientenzielgruppe:

Die S3-Leitlinie „Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen)“ richtet sich an die betroffenen Patienten und Ihre Angehörigen.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Zur Vorbereitung des Leitlinienprojekts erfolgte eine orientierende Recherche nach vorliegender Evidenz zu diagnostischen und therapeutischen Interventionen für Patienten mit analem Plattenepithelkarzinom, aus der ein Katalog mit Fragestellungen erstellt wurde. Zu diesen festgelegten, evidenzbasiert zu beantwortenden Fragestellungen wird ein systematischer Review unter Berücksichtigung der Methoden nach Cochrane durchgeführt.  Eine systematische Literaturrecherche erfolgt in den elektronischen Datenbanken MEDLINE, Embase und Cochrane. Die Auswahl der relevanten Literatur erfolgt in einem zweistufigen Verfahren (Titel-/Abstract-Screening, Volltextbewertung) durch zwei unabhängige Reviewer.  Zur systematischen Bewertung, Analyse und Darstellung der Evidenz wird das GRADE System verwendet. Daraus erfolgt die Konsentierung  im Rahmen der Konsensuskonferenz, in der die Empfehlungen, die sich aus den konsensbasierten Fragen ergeben, ebenso wie die evidenzbasierten Empfehlungen in einem strukturierten, formellen Verfahren konsentiert werden, wobei ggf. Online-Abstimmungen im Delphi-Verfahren angewendet werden, wenn einzelne Fragen nicht im Rahmen der Konferenz konsentiert werden konnten. Stimmberechtigt sind die Mitglieder der repräsentativen Expertengruppe, die jeweils von den entsprechenden Fachgesellschaften bzw. Berufs-/Interessengruppen mandatiert werden. Einschränkungen des Stimmrechts erfolgen ggf. unter Berücksichtigung der vorliegenden Interessenkonflikte. 

Ergänzende Informationen:

Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, DKG und DKH

(www.leitlinienprogramm-onkologie.de)