Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 080 - 007
Klassifikation S2e

Multimodale Rehabilitationskonzepte für das Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS)

Anmeldedatum:

01.06.2020

Geplante Fertigstellung:

01.10.2020

Gründe für die Themenwahl:

Das „Post-Intensive-Care-Syndrom“ (PICS) stellt eine häufige und ernste Komplikation einer intensivmedizinischen Behandlung dar und kann später zu deutlichen Einbußen in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Teilhabe führen. Das Syndrom kennzeichnet sich durch Schwäche auch als „intensive care unit acquired weakness (ICUAW)“ bezeichnet, kognitive und emotionale Störungen.  Diese drei Komponenten können entweder einzeln oder kombiniert auftreten. Bei der Schwäche sind zwischen einer Dekonditionierung und Organschädigungen im Sinne einer Critical illness-Polyneuropathie und/oder –Myopathie zu unterscheiden; die motorischen Dysfunktionen können die Kopf-, Rumpf- und Extremitätenfunktionen ebenso betreffen wie die Schluck- und Atemmuskulatur.

Kognitive Störungen betreffen gehäuft Aufmerksamkeits- und Gedächtnis- sowie Exekutivfunktionen, emotionale Störungen sowohl Angststörungen als auch depressive Syndrome. Die Pathophysiologie des PICS ist multifaktoriell und komplex. Mögliche Behandlungsansätze während des Aufenthaltes auf der Intensivstation stellen die schnelle und konsequente Behandlung der Multiorgandysfunktion, Kontrolle des Glukosestoffwechsels sowie frühe und intensive Physiotherapie dar. Ungeklärt ist bis jetzt, wie eine multimodale neurologische Rehabilitation optimiert werden kann, um die multimodalen Folgen dieses Syndroms zu minimieren.

Zielorientierung der Leitlinie:

Zielstellung ist es den aktuellen Wissensstand zur Rehabilitation von Patienten mit PICS dazustellen; die notwendige Diagnostik bzw. Assessments und deren prädiktiven Wert aufzuzeigen, aber insbesondere der Rehabilitation von Patienten mit PICS "Evidenz"-basierte Kriterien zugrunde zu legen.

Zu diesem Zweck soll zunächst zum Themenkomplex „neurorehabilitative Behandlung bei PICS“ eine systematischen Literatursuche und –bewertung erfolgen, anschließend eine Synthese der besten Evidenz für neurorehabilitative Behandlungsoptionen und darauf basierend die Ableitung evidenzbasierter Empfehlungen für die klinische Praxis.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Priv.-Doz.in Dr.in Caroline Renner

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP)

Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)

Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.

Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)

BDH Bundesverband Rehabilitation

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. Thomas Platz

e-Mail senden

Koordination:

Priv.-Doz. Dr. Caroline Renner

e-Mail senden

Adressaten:

Neurorehabilitativ tätige Ärzte, Therapeuten (Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten), Neuropsychologen, Patienten/Angehörige und dient zur Information für Sporttherapeuten, Psychologen, Anästhesisten, Neurologen, Allgemeinmediziner, Geriater

Versorgungssektor:

Stationäre, rehabilitative, und ambulante Versorgung (Krankenhäuser, Rehakliniken, ärztl. und therapeutische Praxen) 

Patientenzielgruppe:

Erwachsene, die aufgrund von neurologischen  oder anderen Erkrankungen einen prolongierten Aufenthalt auf der Intensivstation haben und/oder beatmet werden und anschließend in der Neurologischen Rehabilitation behandelt werden.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Zuerst soll eine systematische Literatursuche (z.B. Therapie: Systematic Reviews, Meta-Analyses, Randomised Controlled Trials,   prospektive Beobachtungsstudien mit Kontrollgruppen) anhand von Suchbegriffen bzw. einem Suchsyntax, der nach vorheriger Konsentierung durch die Mitglieder der Leitliniengruppe festgelegt und in einem Methoden-bericht schriftlich fixiert wird, an mindestens zwei Datenbanken ( z.B. PubMed, Cochrane, Psyinfo, EMBASE) erfolgen. Anschließend folgt eine Literatur- und Evidenzbewertung durch geschulte Rater.  Danach schließt sich die Synthese und Dokumentation bezüglich der besten Evidenz für neurorehabilitative Behandlungsoptionen und darauf basierend die Ableitung evidenzbasierter Empfehlungen für die klinische Praxis an. Die Literatur- und Evidenzbewertung wir durch zwei unabhängige Rater durchgeführt. Die Rater werden nach Kriterien des Oxford Centre for Evidence Based Medicine (Evidenzniveau), DGNR/Validität inkl. RoB (mit Nutzung standardisierter Evidenztabellen), AWMF-Empfehlungsstärken geschult. Die Manuskripterstellung und die Empfehlungen werden mit dem gesamten Redaktionsteam abgeglichen.

Ergänzende Informationen:

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien:

Die neue LL charakterisiert das spezifische multimodale Vorgehen beim Syndrom PICS und wird ansonsten inhaltlich auf die bestehenden LL verweisen, um Doppelungen zu vermeiden.