Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 080 - 006
Klassifikation S3

Neurologische Rehabilitation bei Koma und schwerer Bewusstseinsstörung im Erwachsenenalter

Anmeldedatum:

23.04.2019

Geplante Fertigstellung:

30.09.2020

Gründe für die Themenwahl:

Ungefähr 10-20% der Patienten in der neurologischen Frührehabilitation leiden zumindest temporär unter schweren quantitativen Bewusstseinsstörungen (definiert als Koma, Syndrom reaktionsloser Wachheit, Syndrom des minimalen Bewusstseins) in Folge einer erworbenen Hirnschädigung. Bisher existieren im deutschen Sprachraum keine evidenzbasierten Leitlinien zur rehabilitativen Behandlung dieser schwer betroffenen Patientengruppe.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie soll eine Handlungsorientierung für die Betreuung von Patienten mit Koma und schwerer Bewusstseinsstörung in den verschiedenen Krankheitsphasen geben, so dass eine möglichst effektive Rehabilitation umgesetzt werden kann. Die Behandlung von Patienten mit schwerer Bewusstseinsstörung ist eine interdisziplinäre Herausforderung, an der je nach Krankheitsstadium und Versorgungsform Neurologen, Neurochirurgen, Intensivmediziner der verschiedenen Fachrichtungen, Rehabilitationsmediziner, Internisten sowie Hausärzte beteiligt sind.  Es sollen therapeutische Maßnahmen identifiziert und entsprechende Empfehlungen formuliert werden, die in diesen unterschiedlichen Versorgungssituationen zu einer optimalen Behandlung beitragen können.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. med. Andreas Bender

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. (DGNC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (DGPMR)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Österreichische Gesellschaft für Neurorehabilitation

Deutsche Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft (DGPTW)

Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP)

Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs)

Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)

Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. T. Platz

BDH-Klinik Greifswald gGmbH
An-Institut der Universität Greifswald
Karl-Liebknecht-Ring 26a
17491 Greifswald

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Koordination:

Prof. Dr. med. Andreas Bender

Therapiezentrum Burgau
Kapuzinerstr. 34
89331 Burgau

Tel.: +49 8222 404 100

Fax.: +49 8222 404 453

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Adressaten:

  • Alle Ärzte, Mitarbeiter des Pflegedienstes und der therapeutischen Berufsgruppen, die an der Behandlung von Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen beteiligt sind, insbesondere Fachärzte für Neurologie, Neurochirurgie, Anäthesiologie und Intensivmedizin, Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation
  • Therapeuten aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Sprachtherapie, Musiktherapie
  • Gesundheits- und Krankenpfleger in Einrichtungen, die sich an der Behandlung dieser Patientengruppe beteiligen
  • Zur Information für Allgemeinmediziner und Patienten bzw. deren berechtigte Vertreter (Vorsorgebevollmächtigte, gesetzliche Betreuer) 

Versorgungssektor:

Sektoren: Stationär, teilstationär, ambulant
Abschnitte: Therapie, Rehabilitation
Ebene: Spezialisiert, primärärztlich

Patientenzielgruppe:

Erwachsene mit einer schweren Bewusstseinsstörung (Koma, Syndrom der reaktionslosen Wachheit, Syndrom des minimalen Bewusstseins) in Folge einer erworbenen Hirnschädigung in akuten, subakuten und chronischen Krankheitsphasen.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

 1.) Die Literatursuche erfolgt anhand von Suchbegriffen bzw. einem Suchsyntax, der nach vorheriger Konsentierung durch die Mitglieder der Leitliniengruppe festgelegt und in einem Methoden-bericht schriftlich fixiert wird. Als Basis für die Formulierung des Suchsyntax werden Leitlinienfragen nach dem PICO-Schema formuliert und konsentiert. Die Literatursuche findet in 3 Datenbanken statt (Medline/Pubmed, EMBASE und Cochrane Library). Ergänzungen der systematischen Literatursuche durch weitere Literaturstellen, die im Rahmen der Recherche (z.B. Literaturverzeichnis eingeschlossener Publikationen) ersichtlich werden, sind möglich.
2.) Nach vorheriger Schulung der Evidenzbewerter ("Rater") erfolgt die Evidenzbewertung anhand der Suchergebnisse aus 1.) durch mindestens jeweils 2 unabhängige Rater nach strukturierten Vorgaben (CEBM, DGNR/Validität inkl. RoB, DGNR/GRADE-Empfehlungen). Hierzu werden die Software Tools GRADEpro und Rayyan QCRI verwendet. Ein- und Ausschlusskriterien zur Beurteilung der Eignung von Publikationen werden ebenfalls im Methodenbericht vorab definiert.
3.) Die Konsensfindung findet unter Moderation der AWMF in Form einer strukturierten Konsensuskonferenz unter Einbeziehung von Patientenvetretern statt. 

Ergänzende Informationen:

Die Beteiligung der

Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI),
Schweizerischen Gesellschaft für NeuroRehabilitation (SGNR),
des Bundesverbands Rehabilitation (BDH),
der Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und klinische Neurorehabilitation (DGNKN),
Deutschen Musiktherapeutische Gesellschaft (DMTG),
des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe,
Berufsverbands Heilerziehungspflege in Deutschland e.V. (HEP),
Bundesverbands der Ergotherapeuten in Deutschland (BED) e. V., sowie
des Deutschen Verbands für Physiotherapie (ZVK) wurde angefragt.
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat ihre Mitwirkung wegen Ressourcenmangels abgelehnt.

Aktuell entsteht auf Ebene der Europäischen Neurologischen Fachgesellschaft (European Academy of Neurology, EAN) eine evidenzbasierte Leitlinie zur Diagnostik von Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen (konsentierte Empfehlungen liegen bereits vor). Prof. Bender ist Mitglied dieser Leitliniengruppe auf europäischer Ebene.