Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 076 - 012
Klassifikation S3

Opioidbezogene Störungen

Anmeldedatum:

11.01.2021

Geplante Fertigstellung:

31.01.2024

Gründe für die Themenwahl:

Opioidbezogene Störungen (ICD-10 F11; ICD-11 6C43) sind Erkrankungen mit erheblicher Morbidität und Mortalität, die zumeist chronisch rezidivierend verlaufen. Die Zahl der Konsument_innen, die Opioide illegal erwerben, wird in Deutschland auf mehr als 200.000 geschätzt. Sie werden aktuell durch keine andere Leitlinie ausreichend adressiert. Die Leitlinie soll mit den in ihr enthaltenen Handlungsempfehlungen für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge im Bereich Opioidbezogener Störungen zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität und der interdisziplinären Kooperation in der Versorgung betroffener Patient_innen und zu einer höheren Bereitschaft von Ärzten zum Einstieg in die Behandlung opioidabhängiger Menschen beitragen

Zielorientierung der Leitlinie:

 Die Leitlinie soll durch Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei opioidbezogenen Störungen zu einer Verbesserung der Qualität und der interdisziplinären Kooperation in der Versorgung betroffener Patient_innen beitragen. Vorrangige Ziele sind einheitliche Empfehlungen für Behandlungsplanung (z.B. Abstinenzorientierung vs. Substitution), Akut- und Postakutbehandlung (pharmakol. Therapien, psychosoziale Therapien, Beh. von Komorbiditäten), Rehabilitation und Nachsorge. Gruppen mit speziellen Bedarfen (z.B. Schwangere, ältere Pat.) und Versorgungsaspekten (z.B. in Haft und Maßregelvollzug) werden gesondert berücksichtigt. Weiter wird die Leitlinie Qualitätsindikatoren in Bezug auf die Versorgung der Zielgruppe bereitstellen. Pat.nahe Endpunkte (z.B. somat. und psych. Gesundheit, subj. Lebensqualität, Reduktion von Beigebrauch, Haltequote, Teilhabe) werden im Hinblick auf das Qualitätsmonitoring und die aktuellen Versorgungsangebote im Rahmen der Evidenzbewertung auf ihren Nutzen geprüft. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. Anil Batra

Universitätsklinikum Tübingen

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V. (DGRW)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Verkehrsmedizin e.V. (DGVM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V. (DGS) (mit-federführend)

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)

Bundesärztekammer, BÄK

Deutsche AIDS-Hilfe (DAH)

Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe (DG SAS)

Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. (dg sps)

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)

Deutsche Suchtstiftung

Fachverband Sucht e.V. (FVS)

Norddeutscher Suchtforschungsverband (NSF)

Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik (akzept e.V.)

Deutsche Suchtgesellschaft – Dachverband der Suchtfachgesellschaften (DSG)

Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. (FDR)

Leitliniensekretariat:

Britta Jacobsen

Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. Ingo Schäfer

Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

e-Mail senden

Adressaten:

 Fachpersonal in den Versorgungsbereichen mit Kontakt zur Patientenzielgruppe (Ärzte, Apotheker, Psychologen, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Gesundheits- und Krankenpfleger, Spezialtherapeuten (wie Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Kreativtherapeuten), Sozialarbeiter/-pädagogen). 

Versorgungssektor:

ambulant, stationär, teilstationär

Früherkennung

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene , Kinder/Jugendliche

Erwachsene mit schädlichem Gebrauch oder Abhängigkeit von illegalen Opioiden (nicht ärztlich verschriebenen Opioiden), einschließlich relevanter Zielgruppen mit besonderen Bedarfen (z.B. Schwangere, Pat. mit somatischen oder psychischen Komorbiditäten, ältere Pat.); Hauptdiagnose F11 (ICD-10) oder 6C43 (ICD-11)

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

 Systematische Suche, Auswahl und Bewertung von Literatur. Anwendung der GRADE Methodik; Delphi-Prozess und strukturierte Konsenskonferenzen unter neutraler Moderation durch eine/n AWMF-zertifizierte/n Leitlinien-Berater/in. 

Ergänzende Informationen:

Beteiligung angefragt: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP); Arzneimittelkommission der Dt. Apotheker (AMK); Bayerische Akademie für Suchtfragen in Forschung und Praxis BAS e.V. (BAS); Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten e.V. (IFK); Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (BUSS); Dt. Bundesverband für Logopädie (dbl); Dt. Fachgesellschaft psychiatrische Pflege (DFPP); Dt. Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE); Dt. Verband für Physiotherapie; Ges. für Toxikologische und Forensische Chemie (GTFCh); Österreichische Gesellschaft für arzneimittelgestützte Behandlung von Suchtkrankheit (ÖGBAS); Schweizer Suchtfachgesellschaften

Zusätzliche Informationen über das Leitliniensekretariat zu erhalten (jacobsen@zis-hamburg.de); Finanzierung durch den InnovationsFonds angestrebt (Antrag wird eingereicht)