Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 060 - 005
Klassifikation S3

Diagnostik und Therapie der Gicht

Anmeldedatum:

29.04.2021

Geplante Fertigstellung:

01.09.2024

Gründe für die Themenwahl:

Die Gichtarthritis ist nach wie vor die häufigste Form der Arthritis in Deutschland. Prävalenzerhebungen aus Deutschland zeigen einen Trend der Zunahme der Gicht-Prävalenz als auch Inzidenz bei Männern wie Frauen. Nicht zu unterschätzen ist hierbei der Anteil von Komedikationen bei häufig bestehenden Komorbiditäten, die bisher unzureichend berücksichtigt erscheinen. Aufgrund aktueller Daten gibt es einige neue wissenschaftlich-klinische Erkenntnisse, die sowohl die Behandlung des akuten Gichtanfalls als auch die kausale Therapie der Hyperurikämie betreffen. Aus fachärztlich-rheumatologischer Sicht gilt es weiterhin den Fokus auf die Reduktion erhöhter Serumharnsäurewerte und die Verhinderung von Schaden durch entzündliche Reaktionen auf abgelagerte Harnsäurekristalle zu richten. Leider zeigen Untersuchungen der letzten Jahre, dass die Versorgung von Patienten mit Gichtarthritis in Deutschland weiterhin nicht adäquat erfolgt und eine Optimierung derselben konsequenter verfolgt werden sollte. Aus diesem Grunde scheint es erstrebenswert zusammen mit allen an der Gicht Beteiligten Fachdisziplinen, vor allem unter Einbeziehung von Gicht-Betroffenen eine möglichst breit konsentierte Leitlinie zu erarbeiten. Dies soll die vorhandenen Leitlinien verschiedener Niveaus aus dem primärärztlichen und fachärztlich Sektor vereinen und im Ergebnis dazu beitragen, die Versorgung von Gichtpatienten in der ärztlichen Versorgung weiter zu verbessern. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Zusammenlegung und damit upgrade der bestehenden Leitlinien mit dem Anspruch, unter Einbeziehung von Betroffenen hilfreich für die adäquate Versorgung von Patienten mit Gicht zu sein und damit helfen, die medizinische Versorgung dieser Patientengruppe zu verbessern.

Ziele: Optimierung der Versorgung mit Verbesserung der Lebensqualität auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Daten
1. Hilfestellung zur raschen Diagnosesicherung der Gicht und Abgrenzung wesentlicher Differenzialdiagnosen,
2. Einleitung effektiver Therapien (einschließlich Lebensstiländerungen),  
2a. rasche Behandlung des akuten Gichtanfalls   
2b. effektive Therapie der der Gicht zugrundeliegenden Hyperurikämiemit dem Ziel chronische und komplizierte Gichtverläufe zu verhindern.
3. Beleuchtung der möglichen Behandlungsoptionen von Gichtpatienten im Kontext von Komorbiditäten und Komedikationen.

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Anna Julia Voormann

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft, Gesellschaft für Medizinische Radiologie e.V. (DRG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsche Rheuma-Liga

Leitliniensekretariat:

Anna Julia Voormann

DGRh Geschäftsstelle
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6
10179 Berlin

e-Mail senden

Koordination:

PD Dr. med. Anne-Kathrin Tausche

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden
Fetscherstr. 74
01309 Dresden

 

PD Dr. med. Uta Kiltz

Rheumazentrum Ruhrgebiet am Marien Hospital
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Claudiusstr. 45
44649 Herne

Adressaten:

Die Leitlinie richtet sich an Rheumatologen, Hausärzte/Internisten, Nephrologen, Orthopäden und Unfallchirurgen,sowie Angehörige medizinischer Heilberufe/ nichtärztlicher Berufsgruppen, die an der Versorgung dieser Personen beteiligt sind. Die Leitlinie richtet sich auch an erkrankte Personen und ihre Angehörigen.

Versorgungssektor:

ambulant,  stationär, teilstationär    

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation  

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung    

Patientenzielgruppe:

Erwachsene

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Literaturrecherche: Aufsetzend auf den bestehenden Leitlinien, die publizierte Daten bis 2016 berücksichtigte, erfolgt zu Beginn eine systematische Literaturrecherche in Leitliniendatenbanken. Dies geschieht zur Identifizierung von aktuellen Quell-Leitlinien (u.a. EULAR, europäischer Raum) und aktuellen Studiendaten. Danach erfolgt die Überprüfung und ggf. Präzisierung der in der bestehenden LL gestellten Schlüsselfragen. Unter Einsatz des PICO Schemas erfolgt die systematische Literaturrecherche (ab I/2016) in PubMed, Embase und Cochrane nach vorher festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien. Für die Bewertung der wissenschaftlichen Evidenz werden die Oxford Kriterien herangezogen.
Die strukturierte Konsensusfindung, mit neutraler Moderation durch ein:e AWMF-Leitlinienberater:in, erfolgt mittels eines nominalen Gruppenprozesses unter Einbeziehung von Hausärzten/Internisten, rheumatologischen und nephrologischen Fachärzten sowie Patientenvertreter.