Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 053 - 045
Klassifikation S3

Schutz vor Über- und Unterversorgung - gemeinsam entscheiden (Living Guideline)

Anmeldedatum:

19.02.2020

Geplante Fertigstellung:

31.12.2020

Gründe für die Themenwahl:

In der DEGAM-Fachdefinition heißt es: “Das Arbeitsziel der Allgemeinmedizin ist eine qualitativ hochstehende Versorgung, die den Schutz des Patienten, aber auch der Gesellschaft vor Fehl-, Unter- oder Überversorgung einschließt.” Der Schutz vor Überversorgung, das bedachtsame Abwägen der Nutzen-Kosten- sowie der Nutzen-Risiko-Relation steht seit Jahren im Fokus der DEGAM-Arbeit. Das Prinzip “Klasse statt Masse” vertritt die DEGAM seit Jahren konsequent: in Positionspapieren, Stellungnahmen, in DEGAM-Leitlinien, NVLs, interdisziplinären S3 – Leitlinien sowie nicht zuletzt in einem pharmafreien Wissensmanagement (DEGAM-Fortbildungsformate, TdA, DEGAM-Kongresse, etc.). Diese stark an der evidenzbasierten Medizin orientierte DEGAM-Grundhaltung ist bislang weder gebündelt noch im Sinne praxisnaher Statements operationalisiert worden. Die US-amerikanische Initiative Choosing-Wisely hat eindrucksvoll demonstriert, wie Negativempfehlungen öffentlichkeitswirksam verbreitet werden können. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Die konzise und übersichtliche Zusammenstellung sowie Priorisierung der wichtigsten überflüssigen Maßnahmen und Negativempfehlungen für den hausärztlichen Bereich sollen aktuell gehalten werden. Die geplante Leitlinie schließt hier eine wichtige Lücke und der Wissensbestand der DEGAM in einem praktisch wie politisch wichtigen Bereich wird nachhaltig erweitert.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. Anne Barzel

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Leitliniensekretariat:

Anke Schnabel

Assistenz
DEGAM-Geschäftsstelle Leitlinien
c/o Universität Witten/Herdecke
Alfred-Herrhausen-Str. 50
58448 Witten

Tel.: +49 (0)2302 926 7377

Fax.: +49 (0)2302 926 745

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Martin Scherer

Adressaten:

hausärztlich Tätige

Weiterhin dient die Leitlinie der Information für Internisten, Geriater und möglicherweise der Berufsgruppen, die von Negativempfehlungen aus interdisziplinären Leitlinien betroffen sind

Versorgungssektor:

ambulant

Prävention, Früherkennung

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation

primärärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

 männliche und weibliche Erwachsene, ältere Personen mit unterschiedlichen Erkrankungen und Stadien, mit und ohne Komorbidität(en) 

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Methodisches Vorgehen im Einzelnen wie folgt:

  • Identifikation aller DEGAM S3-Leitlinien (für die jetzige Version) und nvls mit DEGAM-Beteiligung (für die nächste Version), die seit der letzten Auflage der Leitlinie aktualisiert bzw. neu erstellt wurden
  • Extraktion aller Empfehlungen im Originalwortlaut aus o.g. Leitlinien (DEGAM S3-LL, NVL)
  • Vorpriorisierungsprozess durch niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, (Kriterien: Relevant gegenüber Unterversorgung; Relevant gegenüber Überversorgung), weiteres Rating durch Autoren der Leitlinie und SLK-Mitglieder
  • Aufbereitung der Ergebnisse / Handlungsempfehlungen in den Kategorien:
  1. Screening/Früherkennung
  2. Diagnostik
  3. Monitoring
  4. Therapie
  • Publikation der Leitlinie, Pressemitteilungen und Originalarbeite(n)

Ergänzende Informationen:

Speziell das Kapitel 3 mit den priorisierten Empfehlungen erfährt durch o.g. Methodik eine ständige Aktualisierung der Liste gerateter Empfehlungen durch kurzfristige Übernahme der aktualisierten  Quellleitlinien. Welche Empfehlungen dies im Einzelnen betreffen, ist kenntlich gemacht. Der Text der anderen Kapitel wird spätestens nach 5 Jahren (laut Stand der Leitlinien) auf Aktualität geprüft.