Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 053 - 024
Klassifikation S3

Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention

Anmeldedatum:

10.08.2021

Geplante Fertigstellung:

30.06.2024

Gründe für die Themenwahl:

Herzkreislauferkrankungen stellen weiterhin die häufigsten Todesursachen in Deutschland dar. Die Hausarztpraxis ist wegen ihres niedrigschwelligen Zuganges und der regelmäßigen Inanspruchnahme durch alle Bevölkerungsgruppen ein maßgeblicher Ort für eine Beratung zur kardiovaskulären Primärprävention. Dies umfasst die Erkennung von Hochrisikopersonen, die sachgerechte Beratung mit dem Ziel den Beratenen eine gut informierte Entscheidung zu ermöglichen und gegebenenfalls die spezifische Therapie von Hochrisikopatienten. Diese Leitlinie stellt den Evidenzhintergrund zu diesem Versorgungsproblem dar und spricht Empfehlungen für Menschen ohne bekannte kardiovaskuläre Erkrankung aus.

Zielorientierung der Leitlinie:

Primäres Ziel ist die Optimierung der Beratung und Entscheidungsfindung:  Patient*innen und Ärzt*innen sollen darin unterstützt werden eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, die die beste verfügbare Evidenz zu den verschiedenen Handlungsoptionen und die individuellen und subjektiven, behandlungsrelevanten Bedürfnisse und Präferenzen der Patient*innen berücksichtigt. Insofern versteht sich die Leitlinie als Instrument einer patientenzentrierten Versorgung. Weitere Zielsetzungen lauten:

  • Überdiagnostik und Überversorgung bei geringem kardiovaskulärem Risiko zu vermeiden.
  • Dazu beizutragen, Personen mit einem deutlich erhöhten kardiovaskulärem Risiko zu identifizieren und gemeinsam mit ihnen Schritte zu dessen Senkung zu erarbeiten.
  • Die Erkrankungs- und Sterberate an kardiovaskulären Erkrankungen zu senken.

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr.med. Anne Barzel

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e.V. (DGEpi)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention - Deutsche Hochdruckliga e.V. (DHL)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e.V. (DGSMP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V. (DGSP) Visitenkarte

Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin e.V. (DKPM)Visitenkarte

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft e.V. (DSG)Visitenkarte

Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie (GAA) e.V.Visitenkarte

Leitliniensekretariat:

Ines B.-Günther

Leiterin DEGAM Geschäftsstelle Leitlinien
c/o Universitätsklinik Ulm
Institut für Allgemeinmedizin
Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm

Tel.: 0731/500 57907

Fax.: 0731/500 57915

e-Mail senden

Koordination:

Jörg Haasenritter

Adressaten:

Adressaten der Leitlinie sind Hausärztinnen und Hausärzte. Die Leitlinie informiert darüber hinaus auch Gesundheitsprofessionelle, die in der spezialisierten Versorgung tätig sind. 

Versorgungssektor:

ambulant

Prävention

Diagnostik, Therapie

primärärztliche Versorgung   

Patientenzielgruppe:

Erwachsene

Zielgruppe der Leitlinie sind erwachsene Personen, die im Rahmen der kardiovaskulären Primärprävention (d.h. ohne bereits manifeste kardiovaskuläre Erkrankung) auf hausärztlicher Versorgungsebene beraten bzw. behandelt werden. Die besonderen Belange von Menschen mit Diabetes mellitus, Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit zwei oder mehr chronischen Erkrankungen sollen herausgearbeitet und berücksichtigt werden.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

  • Formulierung und Priorisierung von Schlüsselfragen inklusive kritischer Endpunkte
  • Systematische Literaturrecherche: systematisches Leitlinienreview/ gegebenenfalls Update- bzw. De-Novo-Recherchen in elektronischen Datenbanken (MEDLINE, Cochrane Library, HealthServices/Technology Assessment Texts (HSTAT), ‘Turning Research Into Practice’ (TRIP), Guideline International Network (G-I-N) database) sowie auf Homepages LL-produzierender Organisationen (deutsch- oder englischsprachiger Raum)  
  • systematische und standardisierte Bewertung der methodischen Güte/ des Verzerrungspotential der berücksichtigten Literatur (Leitlinien: Mini-Checkliste zur Bewertung der methodischen Leitlinienqualität; Systematische Reviews/ Meta-Analysen: ROBIS, Randomisiert kontrollierte Studien: Cochrane Risk of Bias Tool 2.0; Nicht-randomisierte Interventionsstudien: ROBINS-I; Studien zur Beurteilung der Güte eines prognostischen Modells: PROBAST)
  • systematische Zusammenfassung und strukturierte Bewertung der Evidenz für jede Schlüsselfrage in Anlehnung an GRADE
  • Formulierung graduierter Empfehlungen für jede Schlüsselfrage
  • Strukturierte Konsensfindung (Kombination aus Delphi-Technik und Nominalen Gruppenprozess) mit Unterstützung einer AWMF-Leitlinienberater*in 

Ergänzende Informationen:

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften oder Organisationen:

  • Die Patient*innenperspektive wird durch die direkte Beteiligung eines Patient*innenpanels in der Leitliniengruppe berücksichtigt. Das Panel besteht aus vier Personen, die von ihrer/ ihrem Hausärzt*in zur kardiovaskulären Prävention beraten werden bzw. wurden.
  • Zudem wird ein Praxispanel, bestehend aus 5-10 praktisch tätigen Hausärzt*innen in die Leilinienentwicklung eingebunden (Kommentierung und standardisierte Beurteilung der Empfehlungen hinsichtlich Verständlichkeit, Umsetzbarkeit etc.).

Für dieses Leitlinienvorhaben wird ein Antrag bei Innovationsfond gestellt.