Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 045 - 020
Klassifikation S2e

Herpes simplex Virus Keratitis

Anmeldedatum:

07.05.2020

Geplante Fertigstellung:

31.12.2021

Gründe für die Themenwahl:

Bedeutung für die öffentliche Gesundheit: Das Herpes simplex Virus (HSV) ist epidemiologisch eine der häufigsten Ursachen für infektiöse und entzündliche Augenkrankheiten bei Menschen jeden Alters. Die Inzidenz einer ersten Episode einer okulären HSV-Infektion beträgt in Bevölkerungsstudien aus Europa, Nordamerika und Südamerika 4 bis 13 pro 100.000 pro Jahr. Die Inzidenz späterer Rezidive beträgt 6 bis 18 pro 100.000 pro Jahr. Weltweit erkranken jedes Jahr schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen an einer HSV-Keratitis. Bei circa 3% der Betroffenen liegt die Sehschärfe des erkrankten Auges bei einem Visus von 0,1 und schlechter. Weltweit leiden Schätzungen zufolge bis zu 10 Millionen Menschen an einer herpetischen Augenerkrankung durch verbleibende Vernarbungen und Rezidive; viele Patienten haben dadurch eine deutlich beeinträchtigte Sehkraft des betroffenen Auges. Die HSV-Infektion des Auges ist damit weltweit eine der wichtigsten infektiösen Ursachen für eine hornhautbedingte Erblindung.

Daten nach

·         Farooq AV, Shukla D. Herpes simplex epithelial and stromal keratitis: an epidemiologic update. Surv Ophthalmol. 2012;57(5):448?462. doi:10.1016/j.survophthal.2012.01.005 ·         Wilhelmus KR. Antiviral treatment and other therapeutic interventions for herpes simplex virus epithelial keratitis. Cochrane Database Syst Rev. 2015;1:CD002898. Published 2015 Jan 9. doi:10.1002/14651858.CD002898.pub5).  

Bedeutung des Versorgungsaspektes (Keratoplastik): Durch eine zu späte Diagnostik und eine insuffiziente oder unsachgemäße Therapie können Vernarbungen der Hornhaut entstehen oder stärker ausfallen, sodass eine dauerhafte Sehverschlechterung bis hin zur Notwendigkeit einer Keratoplastik resultiert. Bei vielen Betroffenen kommt es außerdem immer wieder zu Rezidiven der HSV-Infektion mit konsekutiver Verschlechterung der Sehfunktion. Daher ist es entscheidend, bei den Betroffenen eine ausreichende medikamentöse Rezidivprophylaxe zu betreiben, um einen irreversiblen Sehverlust zu vermeiden. Trotz dieser Bemühungen ist die HSV-Keratitis mit konsekutiven Narben aus ophthalmologischer Sicht eine der häufigsten infektiologischen Indikationen für die Durchführung einer Keratoplastik. In Studien aus China liegt die Indikation für eine Keratoplastik nach HSV Keratitis bei ca. 20%; Zahlen aus Europa und Nord-Amerika liegen etwa bei 4 bis 10%.

Daten nach

·         Wang JY, Xie LX, Song XS, Zhao J. Trends in the indications for penetrating keratoplasty in Shandong, 2005-2010. Int J Ophthalmol. 2011;4(5):492?497. doi:10.3980/j.issn.2222-3959.2011.05.07

·         Lois N, Kowal VO, Cohen EJ, et al. Indications for penetrating keratoplasty and associated procedures, 1989-1995. Cornea. 1997;16(6):623?629.

·         Leger F, Ndiaye PA, Williamson W, Lagoutte F, Riss I. Indications of penetrating keratoplasty from a histopathological study of 1129 corneal buttons (from 1982 to 1991). J Fr Ophtalmol. 1995;18(5):331?337.

·         Siganos CS, Tsiklis NS, Miltsakakis DG, et al. Changing indications for penetrating keratoplasty in Greece, 1982-2006: a multicenter study. Cornea. 2010;29(4):372?374. doi:10.1097/ICO.0b013e3181bd44a1  

Zielorientierung der Leitlinie:

Empfehlungen vor allem zu den Therapieoptionen

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Bernd Bertram

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Berufsverband der Augenärzte Deutschlands

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

Leitliniensekretariat:

Prof. Bernd Bertram

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Bernd Bertram

Adressaten:

Primär Augenärzte, weiterhin andere Ärzte und Patienten

Versorgungssektor:

ambulant, stationär, teilstationär

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation

primärärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene, Kinder-/Jugendliche

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Systematische Literaturrecherche, Konsensusfindung nominaler Gruppenprozesses