Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 043 - 059
Klassifikation S3

Epidemiologie, Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion

Anmeldedatum:

06.08.2021

Geplante Fertigstellung:

30.11.2023

Gründe für die Themenwahl:

Die Erektion des Penis ist ein komplexer physiologischer Prozess, bei dem sowohl neuronale als auch vaskuläre Vorgänge zusammen mit einem angemessenen endokrinen Milieu zusammenspielen. Die erektile Dysfunktion kann die psychosoziale Gesundheit der Betroffenen maßgeblich beeinträchtigen und wirkt sich erheblich auf die Lebensqualität der Patienten und ihre Partner aus.

Daher stellt die erektile Dysfunktion eine relevante Symptomatik dar, die adäquat diagnostiziert und therapiert werden muss.

Die Prävalenz der erektilen Dysfunktion ist hoch. Die Inzidenzraten variieren zwischen den Studien und reichen von 19 pro 1.000 Betroffene bis 26 pro 1.000. In einer Kölner Studie mit Männern im Alter von 30-80 Jahren lag die Prävalenz der ED bei 19,2 %, mit einem starken altersbedingten Anstieg von 2,3 % auf 53,4 %.

Aktuell existiert eine Leitlinie auf S1-Niveau. Diese wird den Anforderungen an eine interdisziplinäre und evidenzbasierte Diagnostik und Therapie nicht gerecht. Die schwerwiegenden psychosozialen Folgen und die hohen Prävalenzraten in den höheren Altersgruppen erfordern eine grundlegende Überarbeitung der aktuellen S1-Leitlinie.

Zielorientierung der Leitlinie:

Das Ziel dieser Leitlinie ist es, die aktuelle Evidenz für die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Betroffenen mit erektiler Dysfunktion zusammenzufassen und zu bewerten. Weiterhin sollen auf dieser Basis Handlungsempfehlungen erstellt werden, die den an der Behandlung beteiligten Ärzten sowie den Patienten dienlich sind.

Spezifische Ziele bei diesem Projekt sind die Sicherstellung einer evidenzbasierten Diagnostik und Versorgung anhand wissenschaftlich gestützter Informationen, welche an den Strukturen des deutschen Gesundheitssystems angepasst sind. Neben der Regulierung von Über-, Unter- oder Fehlversorgung soll auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Leistungserbringer verbessert werden.

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Stefanie Schmidt, MPH

Abteilungsleitung UroEvidence
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.
Geschäftsstelle Berlin
Martin-Buber-Str. 10
14163 Berlin

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Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Andrologie e.V. (DGA)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft e.V. (DGSMTW)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin e.V. (DGRM)Visitenkarte

Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs

Arbeitskreis Andrologie der DGU

Arbeitskreis Andrologie der DDG

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS)

Leitliniensekretariat:

Janine Weiberg

Leitliniensekretariat
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.
Geschäftsstelle Berlin
Martin-Buber-Str. 10
14163 Berlin

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Koordination:

Prof. Dr. med. Sabine Kliesch

Chefärztin der Abteilung für Klinische und Operative Andrologie
Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Campus 1, Geb. D11
48149 Münster

Adressaten:

Urologie, Andrologie, Sexualmedizin, Psychologen, Neurologen, Allgemeinmediziner, Internisten, Endokrinologen, internistische Diabetologen, Kardiologen, Reproduktionsmediziner.

Versorgungssektor:

ambulant

Diagnostik, Therapie

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene

Männer mit Erektionsschwäche von mindestens 6 Monaten Dauer, welche einen befriedigenden Geschlechtsverkehr in über 70 % verhindert.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Für die Entwicklung der S3-Leitlinie sind folgende Schritte vorgesehen:Systematische Literaturrecherchen (iterative hierarchische Suche) nach vorab definierten klinisch relevanten Schlüsselfragen und Endpunkten, Evidenzaufarbeitung und -bewertung (mittels standardisierter Instrumente zur Bestimmung des Verzerrungspotenzials), Bestimmung der Vertrauenswürdigkeit in die Evidenz (mittels Oxford 2011), Formulierung und Abstimmung von Empfehlungen und Statements mittels formaler Konsensfindung in einem interdisziplinären Expertenkreis.

Die formale Konsensfindung erfolgt als Nominaler Gruppenprozess unter Leitung einer externen und neutralen Moderation (zertifizierte/r LeitlinienberaterIn der AWMF).

Alle Verfahren der Evidenzaufarbeitung und der Konsensfindung folgen dem „AWMF-Regelwerk Leitlinien“.