Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 043 - 022OL
Klassifikation S3

Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms

Anmeldedatum:

18.05.2020

Geplante Fertigstellung:

31.05.2021

Gründe für die Themenwahl:

In Deutschland ist das Prostatakarzinom beim Mann der häufigste bösartige Tumor. Die altersstandardisierte Erkrankungsrate ist seit 2003 weitgehend konstant und verlief zwischen 2011 und 2016 rückläufig.1 Im Jahre 2016 erkrankten 58.780 Männer in Deutschland neu an diesem Tumor, was einer altersstandardisierten Inzidenz von 91,6 pro 100.000 Einwohner entspricht.1 Im Mittel lag dabei das Erkrankungsalter bei 72 Jahren.1 Der Tumor ist eine Alterserkrankung. Vor dem 50. Lebensjahr ist das Prostatakarzinom selten. Das Prostatakarzinom stellt unter den Krebstodesursachen beim Mann die dritthäufigste Entität dar. 14.417 Männer verstarben 2016 daran, was einer altersstandardisierten Sterberate von 19,5 pro 100.000 Einwohner in Deutschland entspricht.1  

Die "Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zu Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" (4. Aktualisierung) wurden im April 2018 veröffentlicht und liegt aktuell als redaktionell bearbeitete Version 5.1 vom Mai 2019 vor.2 Sie ist ein wichtiger Meilenstein in der Prostatakrebstherapie, die bei der Therapieentscheidung einen Fokus auf Patientenpräferenzen legt und beim frühen Prostatakarzinom auch defensive Strategien empfiehlt. Als so genannte "Living Guideline" soll die S3-Leitlinie kontinuierlich aktualisiert werden. Im Rahmen der anstehenden Aktualisierung soll die Leitlinie hinsichtlich von etwa 10 Fragestellungen überarbeitet werden und dabei aktuelle Entwicklungen berücksichtigen.  

1 Krebs in Deutschland für 2015/2016. 12. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2019. ISBN 978-3-89606-298-7. DOI10.25646/5977.

2 Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Prostatakarzinom. Version 5.1. Mai 2019. AWMF-Registernummer: 043/022OL. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom/

Zielorientierung der Leitlinie:

Die interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms ist ein evidenz- und konsensbasiertes Instrument, zur Verbesserung der Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms.  

Männer und Ärzte sollen durch die Leitlinie bei der Entscheidung über Früherkennungsmaßnahmen unterstützt werden. Die Leitlinie soll dazu beitragen, eine angemessene Information und Förderung der informierten Entscheidung sicherzustellen. Es ist weiterhin die Aufgabe der Leitlinie, Patienten (mit Verdacht auf Prostatakarzinom oder nachgewiesenem Prostatakarzinom) angemessene, wissenschaftlich begründete und aktuelle Verfahren in der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation anzubieten. Dies gilt sowohl für die lokal begrenzte oder lokal fortgeschrittene Erkrankung als auch bei Vorliegen eines Rezidivs oder von Fernmetastasen.  

Die Leitlinie soll neben dem Beitrag für eine angemessene Gesundheitsversorgung auch die Basis für eine individuell zugeschnittene, qualitativ hochwertige Therapie bieten. Mittel- und langfristig sollen so die Morbidität und Mortalität von Patienten mit Prostatakarzinom gesenkt und die Lebensqualität erhöht werden. Durch die Implementierung leitliniengerechter Behandlung sollen unerwünschte Folgen der Prostatakarzinombehandlung minimiert werden. Kurz- und Langzeitfolgen, insbesondere die Rate an Patienten mit erektiler Dysfunktion, Inkontinenz und Darmschädigung (u.a. Proktitis) werden für jedes primäre Behandlungsverfahren Prostatakarzinoms verständlich dargestellt um die gemeinsame Therapieentscheidung zu unterstützen.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, Msc,

Berlin
i.A. des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege in der DKG (KOK)

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der DKG, ASORS

Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) der DKG

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Berufsverband der Deutschen Radiologen (BDR)

Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU)

Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten e.V. (BVDST)

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS)

Leitliniensekretariat:

Katrin Krüger

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
Tiergarten Tower
Straße des 17. Juni 106-108
10623 Berlin

Tel.: 030 / 4005-2508

Fax.: 030 / 4005-2555

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Koordination:

Prof. Dr. Marc-Oliver Grimm

(Universitätsklinikum Jena, DGU)

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Prof. Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wirth

(Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, DGU)

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Adressaten:

Urologen, Allgemeinmediziner, Hämatologen und Onkologen, Nuklearmediziner, Palliativemediziner, Pathologen, Radioonkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Patienten. Sie dient zur Information für Krankenkassen und Einrichtungen der ärztlichen Selbstverwaltung und die interessierte Fachöffentlichkeit.

Versorgungssektor:

ambulant, stationär, teilstationär

Früherkennung

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene, Kinder/Jugendliche

Patienten mit Verdacht auf bzw. mit nachgewiesenem Prostatakarzinom jeglichen Stadiums.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Nach Abstimmung der Schlüsselfragen (PICO-Fragen) in der Leitliniengruppe werden diese in der Datenbank Medline über Pubmed und in der Cochrane-Datenbank nach den Methoden der EbM systematisch recherchiert. Die nach Titel-/Abstract- und Volltextsichtung identifizierte Literatur wird methodisch mit AMSTAR2 für systematische Übersichtsarbeiten, dem Risk of Bias Toll für randomisierte kontrollierte Studien sowie ggf. dem QUADAS Tool für diagnostische Studien bewertet. Die Evidenzrecherche und -bewertung werden vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der beteiligten Fachgesellschaften in enger Zusammenarbeit durchgeführt. Die klinische Beurteilung der bewerteten Evidenz wird durch die beteiligten Vertreter der Fachgesellschaften und durch die Patientenvertreter vorgenommen. Das ÄZQ leistet wissenschaftliche und organisatorische Unterstützung bei der Leitlinienerstellung.  Anhand der bewerteten Evidenz werden Empfehlungsentwürfe (inklusive Grad der Empfehlung) durch die einzelnen Arbeitsgruppen erstellt. Im Rahmen einer Konsensuskonferenz werden die Entwürfe im nominalen Gruppenprozess diskutiert, klinisch bewertet und abgestimmt. Die finale Konsentierung im Plenum erfolgt mittels anonymer elektronischer Abstimmung. Ggf. kann es erforderlich sein, Empfehlungen in einem schriftlichen Delphi-Verfahren abzustimmen.

Ergänzende Informationen:

 Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe; weitere Informationen auch über das OL-Office (leitlinienprogramm@krebsgesellschaft.de)