Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 028 - 047
Klassifikation S3

Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Teil 2: Therapie

Anmeldedatum:

01.01.2016

Geplante Fertigstellung:

31.12.2019

Gründe für die Themenwahl:

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) weisen eine Prävalenz von ca. 1% auf und haben sowohl in der Allgemeinbevölkerung  als auch in der Forschung in den letzten Jahrzehnten an Aufmerksamkeit gewonnen. Zahlreiche Therapien sind entwickelt und wissenschaftlich untersucht worden, diese sind aber überwiegend für Personen erreichbar, die einen Zugang zu englischsprachiger Originalliteratur haben. Zudem besteht eine Fülle an Therapierichtungen, die bisher nicht in einem Dokument umfassend dargestellt und bewertet wurden. Eine deutsche Leitlinie zur Behandlung von ASS existiert bislang nicht. Um gerade auch für die Praxis einen Überblick über die vorhandenen Therapien und ihre Wirksamkeit zu liefern, wird diese Leitlinie erstellt. Sie soll die Behandlung verbessern und ein erstes Nachschlagewerk bieten für alle diejenigen, die mit ASS arbeiten oder sich informieren möchten.  

Zielorientierung der Leitlinie:

Zentrale Fragen, die wenn möglich in Form von Empfehlungen beantwortet werden sollen, sind:

Welche Therapieverfahren stehen für welche Indikationen bei ASS zur Verfügung, und wie ist ihre Evidenz?

Welche Therapieverfahren sind nachweislich als nicht effektiv zu beurteilen?

Welche Kompetenzen und Qualifikationen sollten Therapeuten mitbringen?

Welche Erwartungen haben Betroffene, Eltern/ Sorgeberechtigte/Bezugspersonen an die Versorgung?

Welche grundsätzlichen Aspekte sind im alltäglichen Umgang mit autistischen Personen zu beachten, was ist nützlich, was ist schädlich?

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Professorin Dr. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Aspies e.V.

Bundesverband Autismus Deutschland e.V.

Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG) (mit federführend)

Bundesdirektorenkonferenz Verband leitender Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie e. V. (BDK)

Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP)

Berufsverband deutscher Psychiater (BVDP)

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)

Bundesvereinigung Verhaltenstherapie im Kindes- und Jugendalter e.V. (BVKJ)

Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)

Deutsche Gesellschaft für seelische Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung e.V. (dgsgb)

Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT)

Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft e.V. (DMtG)

Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.

Deutscher Fachverband für Verhaltenstherapie e. V.

Verband Sonderpädagogik (vds)

Wissenenschaftliche Gesellschaft Autismus Spektrum (WGAS)

Leitliniensekretariat:

Leonora Vllasaliu

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Autismus-Therapie- und Forschungszentrum
Universitätsklinikum Frankfurt
Deutschordenstr. 50
60528 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0) 69 6301 85038

e-Mail senden

Koordination:

Professorin Dr. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag

Direktorin
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Autismus-Therapie- und Forschungszentrum
Universitätsklinikum Frankfurt
Deutschordenstr. 50
60528 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0)69 6301 5408

Fax.: +49 (0)69 6301 5487

e-Mail senden

Adressaten:

1. (Fach-)Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, (Fach-)Ärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendärzte (insbesondere mit Schwerpunkt Neuropädiatrie), Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.  

Außerdem ist die Leitlinie zur Information auch wichtig für

2. Hausärzte, (Fach-)Ärzte für Neurologie und grundsätzlich auch (Fach-) Ärzte jeder Disziplin, die mögliche somatische Komorbiditäten inklusive sensorischer Störungen (v.a. Hören, Sehen) bei Personen mit ASS abklären und deshalb über das Krankheitsbild Bescheid wissen sollten; 3. weitere Personen, die in die Diagnostik und/oder Therapie für Autismus-Spektrum-Störungen einbezogen sein können, wie Personen mit psychologischer Beratungstätigkeit ohne Approbation, (Sozial-/Heil-/Sonder-)Pädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden, Lerntherapeuten, Musiktherapeuten.  

Weitere indirekte Anwender und Schnittstellen, für die die Ergebnisse als Informationsquelle relevant sein könnten, sind:

4a. Ärztekammer und Psychotherapeutenkammer 4b. persönlich betroffene und/oder interessierte Personen (z.B. Eltern bzw. Verwandte, Lehrer, Freunde), 4c. Sozialverwaltungen, Sozialträger, Jugendhilfeträger, Versorgungsämter, 4d. Arbeitsverwaltung und die Agentur für Arbeit, 4e. Entscheidungsträger in der Gesundheitspolitik und bei den Krankenkassen 4f. Gerichte und Gutachtenverfasser.

Versorgungssektor:

  • Ambulant / stationär / teilstationär
  • Therapie, Rehabilitation
  • Primärärztliche / spezialisierte Versorgung

Patientenzielgruppe:

ASS über die gesamte Lebensspanne hinweg, keine weiteren Einschränkungen.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Die Literatur wird für diejenigen Schlüsselfragen, die systematisch evidenzbasiert beantwortet werden sollen (dies wird in der Steuergruppe abgestimmt), auch dementsprechend systematisch bei PubMED und EBSCO Host – was PsycINFO (früher PsychLIT), PsycARTICLES, PSYNDEXplus einschließt –  gesucht und ausgewählt. Der doppelte Screeningprozess sowie die Suche orientieren sich dabei an Cochrane-Standards. Zusätzlich findet vorab eine Suche nach Quell-Leitlinien statt. Es wird zunächst nach aggregierter Evidenz und dann nach Primärstudien gesucht. Bei eingeschlossenen Studien wird am Ende der jeweiligen Studienextraktion immer ein Risk of Bias Tool ausgefüllt und ein Level of Evidence nach dem CEBM-System (Oxford Centre for Evidence-based Medicine) vergeben. Der Einschluss erfolgt hierarchisch: Meta-Analyse > RCT > CCT > andere. Sofern möglich werden eigene Meta-Analysen berechnet. Der Ausschluss von Studien wird dokumentiert.  

Für Handrecherche-Schlüsselfragen sucht und wählt die Arbeitsgruppe ihre Literatur selbst aus und bearbeitet diese selbstständig. Das gesamte Vorgehen ist so nah wie möglich an die Vorschläge und Vorgaben aus dem AWMF-Regelwerk sowie an die Bewertungsstruktur des delbi-System angelehnt worden.  

Zur Abstimmung der Empfehlungen wird der nominale Gruppenprozess verwendet.  Die Moderation wird seitens der AWMF übernommen. Interessenskonflikterklärungen der Mandatsträger werden vorab eingeholt. 

Ergänzende Informationen:

Können gerne beim Leitliniensekretariat auf Wunsch eingeholt werden bzw. werden auch im Methodenreport mitveröffentlicht werden. 

028-018 ist der erste Teil dieser Leitlinie und ist somit sowohl inhaltlich als auch methodisch eng mit dieser verknüpft. Im Rahmen der aktuellen LL wird auf weitere existierende LL zu häufigen komorbiden Erkrankungen bei ASS verwiesen.