Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 028 - 007
Klassifikation S3

Diagnostik und Behandlung von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter

Anmeldedatum:

01.04.2017

Geplante Fertigstellung:

31.12.2018

Gründe für die Themenwahl:

 Zwangsstörungen gehören mit einer Langzeitprävalenz von 1-3% auch im Kindes- und Jugendalter zu den häufigsten psychischen Störungen. Es liegen zwei Erkrankungsgipfel im Altersbereich von 11-14 Jahren und im jungen Erwachsenenalter bei ca. 20 Jahren vor. 20% der Zwangsstörungen beginnen vor dem Alter von 10 Jahren und 60% vor dem Alter von 25 Jahren. Die Erkrankung wird oftmals sehr spät erkannt. Bei erwachsenen Betroffenen dauert es im Durchschnitt über 10 Jahre bis die Patienten professionelle Hilfe aufsuchen, man kann daher davon ausgehen, dass viele dieser langjährig erkrankten Patienten bereits im Kindes- und Jugendalter erkrankt waren. In den Behandlungszentren für Kinder und Jugendliche, sind die Patienten im Durchschnitt seit mehr als 2 Jahren betroffen, bevor sie die erste Behandlung erhalten. Es gibt einige behandlungsrelevante Unterschiede von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter und die Behandlungen müssen das Alter und den Entwicklungsstand der Betroffenen und den Einbezug der Familie berücksichtigen. Aus diesen Gründen können die Leitlinien der Zwangsstörungen im Erwachsenenalter nicht einfach auf das Kindesalter angewandt werden. Verlaufsstudien zeigen, dass die Erkrankung oft chronisch verläuft und zu einer erheblichen psychosozialen Beeinträchtigung führt. Auch ist das Risiko für die Entwicklung weiterer psychischer, aber auch somatischer Störungen und Folgeerkrankungen ist hoch. Es wurde in den bisherigen Verlaufsstudien deutlich, dass der frühe Behandlungsbeginn einer der wichtigsten positiven prognostischen Faktoren ist. Eine Unterversorgung kommt zustande, da die Erkrankung oft sehr lange nicht erkannt oder oftmals verheimlicht wird, aber auch durch mangelnde Verfügbarkeit von spezialisierten Therapeuten. Zum aktuellen Zeitpunkt werden die evidenzbasierten Therapien noch nicht flächendeckend eingesetzt. Bislang gibt es für Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter keine S3-Leitlinie. Die Autoren waren Verfasser der S1 Leitlinie Zwangsstörungen und Mitverfasser der Schweizerischen Behandlungsempfehlungen für Zwangsstörungen. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie soll umfassend den aktuellen Stand von Diagnostik und Wirksamkeit der Therapie von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter darstellen. Das wichtigste Ziel der deutschsprachigen evidenz- und konsensbasierten S3 Leitlinien für Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter ist es, die Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen und deren Familien zu verbessern. Für die an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen, sollen die Entscheidungsgrundlagen für den diagnostischen Prozess und die Behandlung selbst verfügbar gemacht und optimiert werden. Die Leitlinien sollen durch die Transparenz den Eltern, Angehörigen, aber auch den noch minderjährigen Betroffenen die Partizipation am Diagnostik- und Behandlungsprozess ermöglichen. Die Verbreitung der Leitlinie soll dazu führen, dass alle, betroffenen Kinder-und Jugendliche mit Zwangsstörung, die für sie angemessene Behandlung erhalten. Die Leitlinien solle eine anwendergerechte Zusammenfassung der Evidenz von Diagnostik- und Behandlungsansätzen sein, sie soll in der  Praxis, aber auch schon in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden. Sie soll die Partizipation der Patienten und Familien am Diagnostik- und Behandlungsprozess unterstützen.

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr.med. Dipl. Psych. S.Walitza (Zürich) und Prof. Dr.med. Tobias Renner (Tübingen)

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ)Visitenkarte

Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DÄVT)Visitenkarte

Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP)

Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG)

Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)

Deutsche Gesellschaft für Zwangserkrankungen (DGZ)

Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen (SGZ)

Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten e.V. (bkj)

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)

Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien

Bundesverband der Angehörigen psychische Kranker (BApK)

Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (bvvp)

Bundesvereinigung Verhaltenstherapie im Kindes- und Jugendalter e.V. (BVKJ)

Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie (SGKJPP)

Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs

Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie

Deutsche Fachgesellschaft für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie e.V. (DFT)

Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPTV)

Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Deutschland e.V. (VAKJP)

Leitliniensekretariat:

Prof. Susanne Walitza

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –Psychotherapie, Psychiatrische Universitätsklinik, Universität Zürich
(Sekretariat: Judith Bühlmann, Direktionsassistenz)

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Susanne Walitza

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –Psychotherapie, Psychiatrische Universitätsklinik, Universität Zürich

 

Prof. Tobias Renner

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und –Psychotherapie, Psychiatrische Universitätsklinik, Universität Tübingen

Adressaten:

Kinder- und JugendpsychiaterInnen, psychologische Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich. Pädiater und zur Information für Hausärzte. Weitere Berufsgruppen, die professionell an der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen beteiligt sind. Die Leitlinien soll den Betroffenen und ihren Familien als Information dienen.

Versorgungssektor:

Kinder- und Jugendpsychiatrie, -Psychosomatik und -Psychotherapie

Patientenzielgruppe:

Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen, Zwangsstörungen, Familien der Betroffenen

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Die Entwicklung der Leitlinien basiert auf den Vorgaben und methodischen Empfehlungen der AWMF. Für die Bewertung der recherchierten bereits existierenden Leitlinien und zur Planung der aktuellen Leitlinienentwicklung wird das Delbi herangezogen. Zur Bewertung der Literatur und Original-Arbeiten wird der Cochrane study design guide herangezogen. Im Konsensusverfahren sollen folgende Inhalte bearbeitet werden: Festlegung von Referenzleitlinien, Festlegung von relevanten Fragestellungen, Festlegung der Suchstrategie und Bewertungsinstrumente, Vorgehen betreff Implementierung.

·        Systematische Literaturrecherche
·        Auswahl und Bewertung der Evidenz nach SIGN/ Erstellung von Evidenztabellen
·        Konsenskonferenz mit neutraler Moderation

Ergänzende Informationen:

Verbindung zu Schweizerischen Behandlungsempfehlungen