Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 020 - 029
Klassifikation S3

Tuberkuloseprävention bei Migrant*innen

Anmeldedatum:

01.09.2021

Geplante Fertigstellung:

31.07.2024

Gründe für die Themenwahl:

Tuberkulose ist in Deutschland mit einer Inzidenz von 5/100.000 Einwohnern eine seltene Erkrankung, die mit einem Anteil von über 70% Menschen betrifft, die nicht in Deutschland geboren sind. Weltweit wird davon ausgegangen, dass 1/4 der Menschheit sich mit dem TB-Erreger M.tuberculosis (MTB) infiziert hat, die genaue Anzahl der Menschen mit einer sogenannten Latenten Tuberkuloseinfektion (LTBI) ist für Deutschland nicht bekannt. Nur etwa 10% der Infizierten Erkranken, 5% kurz nach der Infektion, 5% im späteren Verlauf. Das Risiko eine Tuberkulose zu entwickeln ist auch noch Jahre nach der Migration erhöht, insbesondere wenn zusätzlich eine HIV-Infektion vorliegt. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Tuberkulose-Niedriginzidenzländer wie Deutschland ein Screening auf LTBI in Risikogruppen, um mit einer präventiven Therapie eine TB zu verhindern. Insbesondere Migranten und HIV-Infizierte zählen zu den Risikogruppen. Es ist jedoch nicht bekannt, bei welchen Migranten oder HIV-Infizierten aus welchen Herkunftsländern ein Screening sinnvoll ist und unter welchen Umständen eine Präventionsstrategie in Deutschland kosteneffektiv sein kann. 

Zielorientierung der Leitlinie:

  • Erstellung einer Evidenzbasierten Empfehlung für eine Tuberkuloseprävention bei Migranten.
  •  Verhinderung von Erkrankungen und Folgeinfektionen in der Risikogruppe
  • Definition von Risikogruppen unter den Migranten von einem Screening auf LTBI und von einer präventiven Therapie profitieren.
  • Empfehlungen für die Rahmenbedingungen und die kosteneffiziente Durchführung.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Christine Trost, Dr. med. B. Häcker, Dr. med. R. Otto-Knapp

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie e.V. (DGHM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V. (DGPI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)Visitenkarte

Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e.V. (DGEpi)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK e.V.) (mit-federführend)

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Bundesarbeitsgemeinschaft Pädiatrischer Pneumologen (BAPP)

Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte für die Versorgung HIV-Infizierter (DAGNÄ e.V.)

Diakonisches Werk

TBNET - Tuberculosis Network European Trials group

Leitliniensekretariat:

Dr. med. B. Häcker

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK)
Walterhöferstr. 11, Haus Q
14165 Berlin
info@dzk-tuberkulose.de

Tel.: +49 (0)30 81 49 09 22

e-Mail senden

Koordination:

Christine Trost

e-Mail senden

 

Dr. med. R. Otto-Knapp

Adressaten:

Alle Berufsgruppen, die an der Erstversorgung, Prävention, Diagnostik und Behandlung von LTBI/ Tuberkulose beteiligt sind, insbesondere den öffentlichen Gesundheitsdienst sowie ambulant tätige Allgemeinmediziner*innen, Pneumolog*innen, Infektiolog*innen, Kinderärzt*innen, HIV-Schwerpunktärzt*innen. 

Versorgungssektor:

ambulant

Prävention

Früherkennung, Diagnostik

Therapie primärärztliche Versorgung und spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Kinder, heranwachsende und erwachsene Migranten mit einer latenten Tuberkuloseinfektion (LTBI)

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Formulierung von priorisierten Schlüsselfragen (Pico-Fragen), Suche primär nach aggregierter Evidenz – Übersichtsarbeiten, Metaanalysen, systematische Reviews in PubMed und Cochrane, bei Fragestellungen, zu denen keine aggregierte Evidenzquelle gefunden werden kann auch Recherche nach Primärstudien, v.a. RCTs. Standardisierte Bewertung der Evidenz nach GRADE, strukturierte Konsensfindung im DELPHI-Prozess mit externer Moderation durch AWMF-Moderator.

Ergänzende Informationen:

Beteiligung angefragt:
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM)
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
Robert Koch-Institut (RKI)
Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BvÖGD)
Bundesverband der Pneumologen (BdP)
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

S2k Leitlinie: Tuberkulose im Erwachsenenalter 2017, Fertigstellung des Update Ende 2021
 https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-019l_S2k_Tuberkulose_im_Erwachsenenalter_2017-11.pdf
S2k Leitlinie: Tuberkulose im Kindesalter 2017
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/048-016l_S2k_Tuberkulose-Kindesr-Jugendliche-Diagnostik-Praevention-Therapie_2018-02.pdf