Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 020 - 026
Klassifikation S3

CFTR-Modulatortherapie bei Mukoviszidose - Living Guideline

Anmeldedatum:

11.02.2021

Geplante Fertigstellung:

31.12.2024

Gründe für die Themenwahl:

Die Mukoviszidose oder zystische Fibrose (CF) zählt mit etwa 8000 Betroffenen in Deutschland zu den seltenen Erkrankungen. Sie wird monogenetisch - autosomal-rezessiv – durch Mutationen im CFTR-Gen (Cystic-Fibrosis-Transmembrane-Conductance-Regulator-Gen), welches für den CFTR-Kanal kodiert, vererbt. Ein Defekt dieses Kanals verringert den Chlorid- und Bikarbonationentransport an der Zellmembran, was zu Störungen an allen exokrinen Drüsen führt. Daraus resultiert eine progressive Multiorganerkrankung, die mit einer deutlich verringerten Lebenserwartung und Lebensqualität assoziiert ist.  

Fortschritte in der symptomatischen Therapie haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einer deutlichen Verbesserung der Lebenserwartung und der Lebensqualität der Betroffenen geführt, so dass heute in fast allen Industriestaaten die Mehrzahl der Patienten erwachsen ist. Die symptomatische Therapie geht jedoch mit einem sehr hohen Therapieaufwand einher, der mit zunehmendem Krankheitsfortschritt stetig weiter ansteigt.  

2012 wurde mit der Zulassung des CFTR-Modulators Ivacaftor das Zeitalter der kausalen Therapie des defekten CFTR-Proteins eröffnet. CFTR-Modulatoren wirken mutationsspezifisch und stehen somit nicht allen Patienten mit CF gleichermaßen zur Verfügung. So kann die Monotherapie mit Ivacaftor nur bei einer kleinen Gruppe von Patienten mit Gating-Mutationen eingesetzt werden. Mittlerweile sind weitere, teils hochwirksame CFTR-Modulatorkombinationen zugelassen, so dass heute ca. 60% der Patienten in Deutschland mit einer solchen Therapie versorgt werden können. Durch den kausalen Therapieansatz, die im Vergleich zur symptomatischen Therapie einfache Applikationsform (oral) bei guter Verträglichkeit kann die CFTR-Modulatortherapie zu einer weiteren erheblichen Steigerung der Lebenserwartung und der Lebensqualität von Patienten mit CF beitragen und ihre soziale, schulische und berufliche Teilhabe verbessern. Der Therapie mit CFTR-Modulatoren kommt daher ein besonderer Stellenwert zu.  

Durch eine Vielzahl an Sequenzvariationen im CFTR-Gen, verschiedene Patientenkollektive mit unterschiedlichen Comorbiditäten sowie den verschiedenen Altersklassen mit individueller Krankheitsschwere ergibt sich eine hohe Komplexität und Multidimensionalität bei Vorbereitung eines möglichen Therapiebeginns, Verordnung und Therapiebegleitung. Dieser möchte die vorliegende Leitlinie begegnen. Bislang gibt es keine deutsche Leitlinie zur kausalen Therapie bei Mukoviszidose. 

Die Leitlinie „CFTR-Modulatorentherapie“ soll die Sicherung der Versorgung von Patienten mit CF mit einer hochspezifisch wirksamen Therapie ermöglichen und zur Etablierung der CFTR-Modulatorentherapie als medizinischen Standard in der Behandlung der CF beitragen. Sie soll durch die Beleuchtung des Indikationsspektrums sowie durch eine nachvollziehbare Darlegung der Evidenz eine Orientierung für individuelle Therapieentscheidungen geben. Gleichzeitig soll die Leitlinie dabei helfen, Wirtschaftlichkeit in den Behandlungspfad mit einfließen zu lassen, um die vorhandenen Ressourcen möglichst sinnvoll einzusetzen. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie soll eine Orientierung für die individuellen Therapieentscheidungen geben und so die Versorgung der Patienten verbessern. Gleichzeitig soll die Leitlinie dabei helfen die vorhandenen Ressourcen möglichst sinnvoll einzusetzen. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

PD Dr. Carsten Schwarz (DGP) und Dr. Jutta Hammermann (GPP)

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)Visitenkarte

Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie e.V. (GPP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG)Visitenkarte

Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)

Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)

Mukoviszidose e.V.

Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde

Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP)

Verband Deutscher Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD)

Leitliniensekretariat:

Dr. Jutta Bend

Mukoviszidose Institut gGmbH
In den Dauen 6
53117 Bonn

Tel.: 0228 9878047

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Koordination:

PD Dr. Carsten Schwarz

Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin
Charitè - Universitätsmedizin Berlin
10117 Berlin

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Dr. Jutta Hammermann

Universitäts MukoviszidoseCentrum (UMC)
Fetscherstraße 74, Haus 21
01307 Dresden

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Dr. Patience Eschenhagen

Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin
Charitè - Universitätsmedizin Berlin
10117 Berlin

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Adressaten:

Pädiater, Pneumologen, Gastroenterologen, Humangenetiker, Physiotherapeuten, Diätassistenten bzw. Ernährungswissenschaftler/Ökotrophologen mit vergleichbarer Qualifikation, Diabetologen, Psychologen und Psychotherapeuten, Patienten 

Versorgungssektor:

ambulant

Diagnostik, Therapie

spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene, Kinder/Jugendliche mit Mukoviszidose

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Art der Evidence-Basierung: Systematische Suche in den Leitliniendatenbanken nach relevanten Leitlinien und Prüfung, ob Empfehlungen daraus übernommen werden können (Bewertung der Leitlinien nach DELBI);

Primärliteraturrecherche auf Basis von PICO Fragen in MEDLINE und anderen wichtigen Datenbanken mit systematischer Suchstrategie; Selektion der Trefferlisten nach festgelegten Auswahlkriterien; Bewertung der methodischen Qualität und Vergabe von Evidenzgraden; Zusammenfassung der Inhalte in Evidenztabellen; Nutzung des Leitlinienportals www.leitlinienentwicklung.de 

Art der Konsensfindung: nominaler Gruppenprozess, moderiert durch einen AWMF-zertifizierten Moderator und Delphi-Verfahren über Leitlinienportal Öffentliche Konsultationsphase und Review des präfinales Manuskriptes

Ergänzende Informationen:

Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird im Text das generische Maskulinum verwendet. Gemeint sind jedoch immer alle Geschlechter.

zur Beteiligung angefragte Fachgesellschaften: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS); Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH), angefragt Deutsche Diabetes-Gesellschaft; Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN); Swiss Working Group for Cystic Fibrosis (SWGCF); Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

www.muko.info/leitlinien