Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 020 - 021
Klassifikation S3

Sauerstoff in der Akuttherapie beim Erwachsenen

Anmeldedatum:

01.09.2018

Geplante Fertigstellung:

30.06.2020

Gründe für die Themenwahl:

Sauerstoff ist ein Arzneimittel und wurde 2015 bei  14% von über 55.000 britischer Patienten im Krankenhäusern   angewendet, aber nur bei  42% verordnet  (O´Driscoll et al. 2015).  Davon abgeleitet, wurden 2016 in Deutschland ca. 3 Millionen Krankenhauspatienten in Deutschland laut statistischem Bundesamt 2016 mit Sauerstoff behandelt. Es existiert in Deutschland keine Leitlinie zur Akutbehandlung mit Sauerstoff, wohl aber eine zur Sauerstofflangzeittherapie, die derzeit in Überarbeitung  ist. Die Sauerstofflangzeittherapie (LTOT) ist von der Sauerstofftherapie bei akuten Krankheitsbildern klar abzugrenzen. Es liegen eine britische (O´Driscoll et al. 2017) und australische Leitlinie (Beasley et al. 2015) zur Sauerstoffbehandlung  in der Akutmedizin vor, deren Empfehlungen allerdings nicht deckungsgleich sind. In aktuell publizierten  randomisierten Studien wurde die Gabe von Sauerstoff zum Beispiel beim akuten Myokardinfarkt, Schlaganfall oder in der Wundheilung untersucht. In einer  Metaanalyse von Chu et al.2018 wurde deutlich,  dass Sauerstoff bei normoxämischen Patienten in der Akutmedizin keinen  Nutzen hat und bei Risiko-Patienten (z.B. solchen mit Hyperkapnie-Risiko und Intensivpatienten) sogar mit erhöhter Sterblichkeit verbunden ist.  Trotz allem haben viele Patienten in deutschen Notaufnahmen und auf Intensivstationen unter Sauerstoff im klinischen Alltag  SpO2-Werte von über 96% und sind deswegen z.T. gefährdet. Eine nationale Leitlinie ist deshalb unabdingbar.   

Zielorientierung der Leitlinie:

Entwicklung von Empfehlungen zur Sauerstofftherapie in der Akutbehandlung im Krankenhaus und Rettungsdienst. Erhöhung der Patientensicherheit durch Vermeidung von Komplikationen, sowie Kostenersparnis.  

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. med. Jens Gottlieb

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI)Visitenkarte

Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutscher Berufsverband Rettungsdienst e.V. (DBRD)

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. Jens Gottlieb

Frau Susanne Hoyer
Klinik f. Pneumologie OE6870
Medizinische Hochschule Hannover
30623 Hannover

Tel.: 0511-532-4601

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. med. Jens Gottlieb

Adressaten:

Ärzte insbesondere der og. Fachgesellschaften, Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter

Versorgungssektor:

Akut stationär und vorstationär (Rettungsmedizin)

Patientenzielgruppe:

Erwachsene mit akuten Erkrankungen

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Strukturierte Literaturrecherche mit geplanter Suchstrategie (basierend auf der Metaanalyse von Chu et al. 2018, ergänzend BTS), Erstellung von Evidenztabellen. Konsensfindung im Rahmen einer Konsensus-Konferenz mit methodischer Beratung und unabhängiger Moderation, nominaler Gruppenprozess, ggf. Delphi-Technik

Ergänzende Informationen:

Deutscher Berufsverband Rettungsdienst e.V., Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), beide als Experten für bestimmte Fragestellungen