Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 018 - 038OL
Klassifikation S3

Diagnostik, Therapie und Nachsorge für erwachsene Patienten mit einem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom

Anmeldedatum:

16.06.2020

Geplante Fertigstellung:

31.07.2022

Gründe für die Themenwahl:

Das DLBCL gehört zu den aggressiven Lymphomen und ist mit einer Inzidenz von 7/100.000 Einwohnern das häufigste Lymphom. Unbehandelt führt das DLBCL rasch zum Tode, bei baldigem Therapiebeginn sind Heilungsraten bis zu 70% möglich. Patienten, die nicht auf eine Erstlinientherapie ansprechen, haben nach wie vor aber ein sehr hohes Risiko zu versterben. Hier ist die Fragen nach prognostischen Markern, insbesondere auch nach genetischen Risikofaktoren bezüglich ihrer Bedeutung in der Erstlinien-therapie und im Rezidiv unklar. Je nach Alter und potenziellen Begleiterkrankungen des Patienten stehen in der Erstlinientherapie verschiedene Therapieoptionen der Chemoim-muntherapie zur Verfügung. Ungeklärt ist derzeit die Frage nach Konsolidierungstherapie in der Erstlinientherapie mittels Strahlentherapie oder Hochdosis-Chemotherapie. In der Rezidivsituation des DLBCL gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die in Abhängigkeit von der Belastbarkeit des Patienten und der Therapielinie (erstes versus zweites oder späteres Rezidiv) von einer Intensivierung der Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation bis zum Einsatz neuer Substanzen oder Interventionen reichen. Hierzu zählen „targeted drugs“ wie Ibrutinib oder Polatuzumab, sowie zelluläre Immuntherapien mit chimären Antigen-Rezeptor T-Zellen (CAR T-Zellen) oder der allogenen Stammzelltransplantation. Für viele dieser Verfahren ist die Evidenzlage kritisch zu bewerten. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Das primäre Ziel der beantragten S3-Leitlinie ist es, die Diagnostik, Therapie und Nach-sorge von erwachsenen Patienten mit einem diffusen großzelligen B-Zell Lymphom (DLBCL, diffuse large B-cell lymphpoma) zu standardisieren und zu optimieren, um sowohl bei der Ersterkrankung als auch beim Rezidiv ein individuell adaptiertes, qualitätsgesichertes Therapiekonzept zu gewährleisten.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, Msc

Berlin
i.A. des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und Bildgebende Verfahren e.V. (DGE-BV)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V.Visitenkarte

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM)Visitenkarte

Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Andrologie e.V. (DGA)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft Bildgebung in der Onkologie (ABO) der DKG

Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie der DKG, AIO

Arbeitsgemeinschaft für radiologische Onkologie der DKG, ARO

Arbeitsgemeinschaft für Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin (AGORS)

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie in der DKG

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pharmazie (OPH) der DKG

Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) der DKG

Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege der DKG, KOK

Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Hämatologie und Onkologie (AGIHO) in der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. (mit-federführend)

German Lymphoma Alliance (GLA)

Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (DLH)

Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und internistischen Onkologen in Deutschland e.V. (BNHO)

Cochrane Cancer

Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF)

Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten e.V. (BVDST)

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V., DGF

Leitliniensekretariat:

PD Dr. med. Nicole Skoetz

Cochrane Cancer
Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
Kerpener Str. 62
50937 Köln

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Koordination:

PD Dr. med. Nicole Skoetz

 

Univ.-Prof. Dr. med. Peter Borchmann

Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
Kerpener Str. 62
50937 Köln

e-Mail senden

Adressaten:

Primäre Zielgruppe der Leitlinie sind Ärzte, die Patienten mit einem DLBCL behandeln oder sie im Rahmen der Nachsorge langfristig betreuen. Dazu gehören u.a. Onkologen, Hämatologen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Nuklearmediziner, Pathologen, Radioonkologen, Psycho-onkologen, Allgemeinmediziner, Internisten und Pflegekräfte.

Versorgungssektor:

 Der Anwendungsbereich für die Leitlinie umfasst sowohl den ambulanten als auch den stationären Versorgungssektor sowie die Rehabilitation. 

Patientenzielgruppe:

Zielgruppe der Leitlinie sind Patienten mit einem DLBCL, die direkt durch eine optimierte Versorgung profitieren werden, insbesondere jene Patienten, die außerhalb von klinischen Studien behandelt werden. Die Patientenleitlinie wird die Patienten außerdem in einer partizipativen Entscheidungsfindung unterstützen.

Die Leitlinie gilt für alle Patienten, unabhängig vom Alter und Geschlecht, mit einem histologisch gesicherten DLBCL. 

Die Leitlinie wird Empfehlungen sowohl für neu diagnostizierte Patienten als auch für Patienten mit einem Rezidiv geben, unabhängig vom Stadium oder Risikofaktoren. Außerdem werden Empfehlungen für Patienten nach einer Therapie zur strukturierten Nachsorge sowie zur Rehabilitation gegeben.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Der aktuelle medizinisch-wissenschaftliche Kenntnisstand, bestehend aus wissenschaftlicher Evidenz und klinischer Expertise, wird transparent dargestellt werden und unterstützt somit die anwendenden Ärzte durch evidenzbasierte und formal konsentierte Empfehlungen. Hierzu werden nach vorab definierter Methodik und unter Berücksichtigung klinischer Aspekte das jeweilige diagnostische oder therapeutische Verfahren bewertet, gegensätzliche Standpunkte offen dargelegt und unter einer Nutzen-Risikoabwägung das derzeitig optimale Vorgehen definiert.

Gemäß den Kriterien der evidenzbasierten Medizin werden folgende Quellen als besonders relevant für die Leitlinienerstellung eingestuft: Ergebnisse aus Sekundärquellen aufbereiteter Evidenz (S3-Leitlinien, systematische Übersichtsarbeiten, Meta-Analysen, HTA-Berichte) und aus Primärpublikationen in Form von randomisierten klinischen Studien. Demgegenüber werden Daten aus nicht-randomisierten Studien (z.B. Beobachtungsstudien, Kohortenstudien) nur bei Bedarf berücksichtigt. Die exakten Einschlusskriterien werden bei der Formulierung der jeweiligen Schlüsselfragen konkretisiert. Anschließend werden in einer strukturierten Konsensuskonferenz mit unabhängiger Moderation die Empfehlungen diskutiert und konsentiert

Ergänzende Informationen:

Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe; weitere Informationen auch über das OL-Office (leitlinienprogramm[@]krebsgesellschaft.de)