Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 018 - 032OL
Klassifikation S3

Interdisziplinäre S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit einer chronischen lymphatischen Leukämie

Anmeldedatum:

14.06.2022

Geplante Fertigstellung:

30.06.2023

Gründe für die Themenwahl:

Der Aktualisierungsbedarf der S3-Leitlinie für Patienten mit einer chronischen lymphatischen Leukämie ergibt sich zum einen durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus mehreren Phase III Studien sowie neuen Erkenntnissen zu Versorgungsproblemen, die die Überprüfung bestehender Empfehlungen erforderlich machen. Darüber hinaus stehen neue Medikamente zur Verfügung, die in Abhängigkeit von bestimmten prognostischen Markern einen Nutzen für die Patienten versprechen können. Die Evidenz dafür soll kritisch herausgearbeitet und Empfehlungen mit den Mandatsträgern erarbeitet werden. Es soll sichergestellt werden, dass die Leitlinie auf aktuell wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und diese rasch in die Versorgung einfließen, um dem einzelnen Patienten zugutezukommen.  Darüber hinaus zeigen Rückmeldungen auf www.leitlinienwatch.de zur aktuellen Version der Leitlinie, dass die Leitlinie insbesondere in Bezug auf ihre Transparenz und Berichterstattung verbesserungswürdig ist. So wird beispielsweise angeregt, dass Erklärungen zu Interessenskonflikten auch extern begutachtet und ausgewertet werden sollten. Außerdem sollte mehr auf die Unabhängigkeit der Mitglieder der Steuerungsgruppe geachtet werden. Ferner wünschen sich die Leserinnen und Leser der Leitlinie eine transparente Dokumentation der Abstimmungsergebnisse aus der Konsensuskonferenz und der während der Konsultationsphase eingegangenen Kommentare im Leitlinienreport. Bei der Leitlinienaktualisierung sollen außerdem alle "kann"-Empfehlungen (derzeit 24 kann-Empfehlungen) auf ihre Notwendigkeit überprüft und wenn möglich durch geeignetere Empfehlungen ersetzt werden. Des Weiteren soll der Anteil evidenzbasierter Empfehlungen und Statements erhöht und dadurch der Anteil konsensbasierter Empfehlungen verringert werden. Derzeit liegt der Anteil evidenzbasierter Empfehlungen bei 19%. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Das primäre Ziel des beantragten S3-Leitlinien-Updates ist es, die Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Patienten mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) zu standardisieren und zu optimieren, um sowohl bei der Ersterkrankung als auch im Rezidiv ein individuell adaptiertes, qualitätsgesichertes Therapiekonzept zu gewährleisten. Diverse Fragestellungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des CLL_Patienten werden kontrovers diskutiert und entsprechend unterschiedlich in der Patientenversorgung umgesetzt.
Außerdem sind derzeit einige neue Therapieoptionen verfügbar, weitere befinden sich derzeit in Prüfung in randomisiert kontrollierten Studien.
Die Aktualisierung der S3-Leitllinie und die damit verbundene Evaluation der aktuell verfügbaren Evidenz sind essentiell für die langfristige und kontinuierliche Qualitätsoptimierung bei der Versorgung von Patienten mit einer CLL.
Mit der Aktualisierung der Leitlinie wird erstmalig die Implementierung von maschinenlesbaren Empfehlungen in Krankenhausinformationssysteme in der Onkologie pilotiert. Die S3-Leitlinie zur CLL wurde im März 2018 publiziert und gehörte zu einer der ersten S3-Leitlinien in Deutschland, die Empfehlungen transparent und nach international etablierten und validierten Methoden mit Hilfe des GRADE System generierte und darstellte. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, MSc

i.A. des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH
Berlin

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und Bildgebende Verfahren e.V. (DGE-BV)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V. (GfH)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL)Visitenkarte

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der DKG, PSO

Arbeitsgemeinschaft für Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin (AGORS)

Arbeitsgemeinschaft für radiologische Onkologie der DKG, ARO

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie (AGSMO) in der DKG

Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation (DAGKBT)

Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (DLH)

Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und internistischen Onkologen in Deutschland e.V. (BNHO)

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)

Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

Deutsche CLL Studiengruppe (DCLLSG)

Kompetenz Centrum Onkologie

Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., GEKID

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. Nicole Skoetz

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. med. Michael Hallek

 

Prof. Dr. med. Nicole Skoetz

Adressaten:

Primäre Zielgruppe sind Ärzte, die Patienten mit einer CLL behandeln oder sie im Rahmender Nachsorge langfristig betreuen. Hier seien Onkologen, Hämatologen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Nuklearmediziner, Radioonkologen, Psychoonkologen, Allgemeinmediziner, Internisten und Pflegekräfte genannt. Zielgruppe sind auch Patienten mit einer CLL, die direkt durch eine optimierte Versorgung profitieren werden, insbesondere jene Patienten, die außerhalb von klinischen Studien therapiert werden. Die Patientenleitlinie wird die Patienten außerdem in einer partizipativen Entscheidungsfindung unterstützen. 

Versorgungssektor:

ambulant, stationär

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Gemäß den Kriterien der evidenzbasierten Medizin werden folgende Quellen als besonders relevant für die Leitlinienerstellung eingestuft: Ergebnisse aus Sekundärquellen aufbereiteter Evidenz (früher Nutzenbewertungen, S3- Leitlinien, systematische Übersichtsarbeiten, Meta-Analysen, HTA-Berichte) und aus Primärpublikationen in Form von randomisierten klinischen Studien. Demgegenüber werden Daten aus nicht-randomisierten Studien (z.B. Beobachtungsstudien, Kohortenstudien) nur bei Bedarf berücksichtigt. Die exakten Einschlusskriterien werden bei der Formulierung der jeweiligen Schlüsselfragen konkretisiert. 

Zur Identifikation der Primärpublikationen werden die Datenbanken MEDLINE (über OVID) und die Cochrane Library inklusive CENTRAL und die Referenzlisten von systematischen Übersichtsarbeiten durchsucht. Für Fragestellungen, für die so noch keine ausreichende Evidenz vorliegt, werden Nachrecherchen unter Berücksichtigung nicht-randomisierter Studien durchgeführt. 

Der Prozess der Konsensusfindung wird unter Beratung und Mitwirkung von zwei neutralen, in den Konsensustechniken geschulten und erfahrenen Moderatoren geführt werden. Geplant sind die Techniken des nominalen Gruppenprozesses und formale Konsensuskonferenzen. Jede teilnehmende Fachgesellschaft/Organisation wird im Konsensusverfahren eine Stimme erhalten, das Mandat schriftlich von der Organisation erklärt. Ausschließlich die benannten Mandatsträger sind in den Abstimmungsprozessen stimmberechtigt. Die übrigen Mitglieder der Steuergruppe und eventuell hinzu geladene Experten haben lediglich beratende Funktion und sind nicht stimmberechtigt. Eine Empfehlung gilt ab einer Zustimmung von >75% als angenommen. Ab einer Zustimmung von >95% wird der Konsens als starker Konsens bezeichnet.

Ergänzende Informationen:

Die Beteiligung folgender Fachgesellschaften oder Organisationen wurde angefragt:

  • Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO)
  • Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN)
  • Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS)
  • Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)
  • Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK)

Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, DKG und DKH (www.leitlinienprogramm-onkologie.de)