Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 017 - 079
Klassifikation S3

Behandlung des Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer induzierten Angioödems

Anmeldedatum:

12.12.2018

Geplante Fertigstellung:

31.12.2019

Gründe für die Themenwahl:

Im Rahmen ACE-Hemmer-induzierter Angioödeme kommt es zu plötzlichen ödematösen Schwellung der Haut- und Schleimhautes des Kopf-Hals-Bereiches. Regelmäßig ist die obere Atem-Schluckstraße beteiligt. Diese durch Atemwegsverlegung lebensbedrohlichen Ödemmanifestationen machen häufig eine hoch risikobehaftete Atemwegsintervention notwendig. Der Tod durch Asphyxie tritt dann immer wieder ein. Bislang gibt es keine zugelassene medikamentöse Therapie für diese gefährliche Angioödem-Entität. In Deutschland werden 6 Millionen Patienten mit ACE-Hemmern behandelt. Die Inzidenz des ACE-Hemmer-induzierten Angioödems beträgt ungefähr 0,5 %. Demnach sind in Deutschland jährlich 35.000 Fälle zu erwarten. Da diese Ödeme Bradykinin-induziert sind, sind die üblichen anti-allergischen Medikamente wirkungslos. Verschiedene Publikationen konnten die Wirksamkeit von Medikamenten, die für das ebenfalls Bradykinin-vermittelte hereditäre Angioödem zugelassen sind (C1-Inhibitorkonzentrat, Icatibant), zeigen. Die geplante Leitlinie soll eine effiziente Diagnose und Therapie ACE-Hemmer-induzierter Angioödeme unterstützen und damit zu einer Reduktion der Mortalität und Hospitalisierungsrate führen. Zwar existiert bereits eine Leitlinie für die C1-Inhibitor-induzierten Angioödeme und die Urtikaria, jedoch unterscheiden sich die ACE-Hemmer-induzierten Angioödeme bezüglich der Pathogenese deutlich von beiden genannten Entitäten. Im Gegensatz zur Mastzell-vermittelten Urtikaria handelt es sich hier um eine Bradykinin-vermittelte Erkrankung und im Gegensatz zur beim hereditären Angioödem vorliegenden Bradykininaufbaustörung liegt hier eine Bradykinin-Abbaustörung vor. Dementsprechend unterscheiden sich auch die (genetischen) Risikofaktoren für das Auftreten einer Attacke und die Therapiemöglichkeiten.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie richtet sich an Ärzte die Patienten mit einem akuten ACE-Hemmer-induziertem Angioödem behandeln. Dies sind HNO-Ärzte, Notfallmediziner, Anästhesisten, Internisten und Dermatologen. Im Rahmen der Leitlinienentwicklung sollen verbindliche Diagnosekriterien für das ACE-Hemmer-induzierte Angioödem etabliert werden. Weiter soll die Wirksamkeit der auf dem Markt verfügbaren anti-Bradykininergen Substanzen für diese Indikation geklärt werden. Hierzu soll die verfügbare Literatur systematisch ausgewertet werden.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Murat Bas

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)Visitenkarte

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN)Visitenkarte

Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Leitliniensekretariat:

Dr. med. Ulrich Straßen

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Koordination:

PD Dr. Jens Greve

 

Dr. med. Ulrich Straßen

Adressaten:

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Anästhesisten, Notfallmediziner, Internisten, Dermatologen

Versorgungssektor:

- ambulanter und stationärer Bereich

- Diagnostik und Therapie

- spezialisierte Versorgung

Patientenzielgruppe:

erwachsene Patienten mit Angioödemen bei Einnahme von ACE-Hemmer

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

1. Im ersten Schritt erfolgt eine systematische Suche nach geeigneten Publikationen (Mesh Search Term: ACE inhibitor and angioedema). Im zweiten Schritt wird die Relevanz der gefundenen Publikationen von zwei unabhängigen Experten beurteilt. Die Konsensusfindung wird über das Programm Rayyan QCRI dokumentiert. 2. Formale Konsensustechnik ist das Delphi-Verfahren