Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 013 - 048
Klassifikation S2k

Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus

Anmeldedatum:

30.05.2022

Geplante Fertigstellung:

01.08.2022

Gründe für die Themenwahl:

Das partielle Update der AWMF Leitlinie wird wegen Neuzulassung eines Medikamentes bei mäßigen bis schweren Pruritus bei Erwachsenen mit einer chronischen Nierenerkrankung und Hämodialyse durchgeführt.

Zielorientierung der Leitlinie:

 Das Ziel der gesamten Leitlinie ist:  

  • Eine Übersicht über die Häufigkeit und Ursachen von chronischem Pruritus zu geben
  • Einen Leitfaden für die Anamnese bei chronischem Pruritus zu bieten
  • Die aktuelle Nomenklatur und Klassifikation in die Klinik zu integrieren
  • Eine laborchemische und radiologische, schrittweise Diagnostik bei chronischem Pruritus unklarer Genese zu definieren und als Algorithmus zu präsentieren
  • Das prinzipielle, schrittweise und ökonomische Vorgehen in der Therapie bei chronischem Pruritus und chronischer Prurigo zu definieren und Empfehlungen der Expertenkommission dazu zu erstellen (S2k)
  • Die verschiedenen Aspekte des Krankheitsbilds und der Therapiesäulen darzustellen
  • Durch Empfehlungen für eine wirksame Therapie das Symptom zu behandeln und so die Lebensqualität der Patienten/innen zu verbessern
  • Allgemeine Empfehlungen zu Therapiemaßnahmen zu erstellen, um eine Optimierung des Hautstatus zu gewährleisten und so einer Prolongierung oder Verstärkung des Symptoms bei trockener Haut vorzubeugen
  • Therapieoptionen bei nephrogenem Pruritus aufzuzeigen
  • Therapieoptionen bei hepatobiliärem Pruritus aufzuzeigen
  • Therapieoptionen bei der atopischen Dermatitis aufzuzeigen
  • Therapieoptionen des aquagenen Pruritus aufzuzeigen
  • Therapieoptionen des paraneoplastischen Pruritus aufzuzeigen
  • Therapieoptionen der chronischen Prurigo und des Pruritus unklarer Genese aufzuzeigen
  • Die flächendeckende Umsetzung der Leitlinie in deutschsprachigen Ländern wird zu einer Verbesserung der Versorgung hinsichtlich Ursachensuche und Therapie der Patienten/innen mit chronischem Pruritus führen. Die Lebensqualität bei chronischem Pruritus ist eingeschränkt und hängt stark mit der Symptomintensität und -stärke, aber auch sichtbaren Kratzläsionen und Schlafstörungen zusammen. Daher wird die Umsetzung der Therapieempfehlung zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen. Durch eine frühe Intervention kann die Chronifizierung des Symptoms verhindert und die Therapiedauer verkürzt werden. Zusammenfassend ist daher mit einer Ökonomisierung der Patientenversorgung, Senkung der Therapiekosten und Wiederherstellung der Lebensqualität und dadurch gesteigerter Leistungsfähigkeit zu rechnen.  

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. Sonja Ständer

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie e.V. (DGMP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)Visitenkarte

Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin e.V. (DKPM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsökonomie und Evidenz-basierte Medizin der DDG (AGED)

Arbeitskreis Psychosomatische Dermatologie (APD) der DDG

Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV)

Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV)

Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., BVDD

Deutsche Kontaktallergie-Gruppe e.V. (DKG) der DDG

Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD) in der DDG

Arbeitsgemeinschaft Pruritusforschung

Leitliniensekretariat:

Martin Dittmann

Division of Evidence-Based Medicine (dEBM)
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin

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Koordination:

Prof. Dr. Sonja Ständer

Kompetenzzentrum chronischer Pruritus (KCP)
Klinik für Hautkrankheiten
Universitätsklinikum Münster
Von-Esmarch-Straße 58
48149 Münster

Tel.: 0251 / 83-57458

Adressaten:

 Die Leitlinie richtet sich an Dermatologen, Allergologen, Nephrologen, Hämatologen, Gastroenterologen, Internisten und Psychosomatiker in ambulanter, tagesklinischer und stationärer Versorgung und dem Rehabilitationsbereich. Die Leitlinie dient zur Information für Gynäkologen, Pädiater, Allgemeinmediziner, Kooperationspartner der Ärzteschaft z. B. Fachberufe im Gesundheitswesen und Kostenträger. 

Versorgungssektor:

ambulant, stationär, teilstationär

Diagnostik, Therapie

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene, Kinder/Jugendliche
Die Leitlinie ist gültig für alle Patienten/innen mit chronischem Pruritus (länger als sechs Wochen bestehend) und chronischer Prurigo bei dermatologischen Erkrankungen, internistischen Erkrankungen, durch Medikamenteneinnahme, bei Schwangerschaft, bei neurologischen Erkrankungen, bei psychiatrischen/psychosomatischen Erkrankungen oder bei chronischem Pruritus unklarer Genese. Die Leitlinie ist auch gültig für Patienten/innen mit Pruritus auf normaler Haut, bei Vorliegen einer Dermatose oder dem Bestehen von chronischen Kratzläsionen sowie generalisiertem oder lokalisiertem Pruritus (Notalgia parästethica, brachioradialer Pruritus, genitoanaler Pruritus). Die Leitlinie ist gültig für:  

  • alle Altersgruppen (Kinder, Erwachsene, Hochbetagte)
  • Männer und Frauen
  • Chronischer Pruritus jeglicher Ursache und Komorbiditäten
  • Pruritus ab sechs Wochen Dauer
  • Chronischer Prurigo

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Strukturierte Konsensuskonferenz unter Verwendung eines nominalen Gruppenprozess mit neutraler Moderation (AWMF Leitlinienberater*in), Delphi-Verfahren

Ergänzende Informationen:

Dr. Claudia Zeidler: zeidler@ukmuenster.de