Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 013 - 048
Klassifikation S2k

Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus

Anmeldedatum:

05.04.2019

Geplante Fertigstellung:

31.05.2021

Gründe für die Themenwahl:

 Chronischer Pruritus, länger als 6 Wochen bestehendes Jucken, ist ein schwer belastendes Symptom, welches insbesondere in der Dermatologie, aber auch fachübergreifend auftreten kann und weiterhin eine diagnostische und therapeutische Herausforderung darstellt. Viele Patienten leiden nicht nur an dem Symptom selbst, sondern erleben Folgeerscheinungen wie Depressionen, Schlafstörungen, der Einschränkung der Lebensqualität und verminderte Leistungsfähigkeit. Die Versorgung der Patienten außerhalb der Expertenzentren ist weiterhin heterogen, nicht leitlinienadaptiert und optimierungswürdig. Auf Basis von Studien in der Versorgungsforschung und Datenbanken konnte gezeigt werden, dass Pruritus bis zu 30% von Patienten in dermatologischen Praxen betrifft, die Patienten zu über 70% Vortherapien erhalten haben, die aber nicht wirksam waren. Aktuelle Analysen zeigen, dass die Beachtung der Leitlinie zu einer deutlichen Einsparung von direkten und indirekten Gesundheitskosten führt (Steinke und Ständer, unpubliziert). Ziel ist eine Optimierung der Versorgung auf der Ebene von Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität und damit einhergehend eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten durch eine früher beginnende und effizientere Therapie. Die Ableitung von Qualitätsindikatoren ist derzeit in Arbeit und soll in der Versorgungsforschung eingesetzt werden.

Zielorientierung der Leitlinie:

 Die Leitlinie zielt durch kontinuierliche Aktualisierung der Empfehlungen eine Verbesserung der Versorgung hinsichtlich Diagnostik und Therapie der Patienten mit chronischem Pruritus zu erreichen. Adressat sind neben der Dermatologie auch andere Fachrichtungen. Durch eine flächendeckende Umsetzung der Leitlinie in deutschsprachigen Ländern kann die Lebensqualität bei Patienten mit chronischem Pruritus verbessert werden. Ebenso kann durch eine frühe Intervention die Chronifizierung des Symptoms verhindert werden. Daher ist durch eine bessere Patientenversorgung mit einer Senkung der Therapiekosten und Wiederherstellung Leistungsfähigkeit zu rechnen. 

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Claudia Zeidler

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)Visitenkarte

Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD) in der DDG

Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsökonomie und Evidenz-basierte Medizin der DDG (AGED)

Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., BVDD

Deutsche Kontaktallergie-Gruppe e.V. (DKG) der DDG

Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV)

Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV)

Leitliniensekretariat:

Martin Dittmann

Division of Evidence-Based Medicine (dEBM)
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin

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Koordination:

Prof. Dr. Dr. Sonja Ständer

Adressaten:

 Ärzte im ambulanten und stationären Bereich der Fachrichtungen Dermatologie, Innere Medizin und Psychosomatik. Ebenfalls soll die Leitlinie als Information für Ärzte im Reha Bereich und Ärzte anderer Fachrichtungen wie Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Psychiatrie dienen. 

Versorgungssektor:

Die Leitlinie bezieht sich auf die Versorgung der Patienten mit chronischem Pruritus durch Ärzte aller Fachdisziplinen im ambulanten und stationären Bereich, insbesondere in der Dermatologie, Inneren Medizin, und Psychosomatik

Patientenzielgruppe:

Patienten aller Altersgruppen und Geschlechts mit chronischem Pruritus jeglicher Schwere und Art (bei Dermatosen, chronischer Prurigo, internistischen Erkrankungen, neurologischen Erkrankungen, psychosomatischen/psychiatrischen Erkrankungen).

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Gemäß Anforderungen der S2k Struktur erfolgt eine eigenständige Literaturrecherche der Leitlinienmitglieder. Im Rahmen einer Konsensuskonferenz werden durch die Mitglieder die bereits im Vorfeld gesichteten Vorschläge der Empfehlungen und Kernaussagen unter Verwendung eines nominalen Gruppenprozesses in den Schritten Reihendiskussion, Vorherabstimmung, Diskutieren und endgültige Abstimmung konsentiert. Der strukturierte Konsensusfindungsprozess wird durch Herrn Privatdozent Dr. med. Alexander Nast (AWMF-Leitlinienberater) moderiert. Jedes Mitglied der Expertengruppe hat eine Stimme entsprechend der zu vertretenden Gesellschaften; zwei Stimmen pro Mitglied kann vorkommen.

Ergänzende Informationen:

Aktuell noch gültige Leitlinie mit der AWMF-Register-Nr.: 013 – 048 zu finden unter: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-048.html