Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 013 - 024
Klassifikation S2k

Psychosomatische Dermatologie

Anmeldedatum:

15.10.2021

Geplante Fertigstellung:

31.03.2023

Gründe für die Themenwahl:

Patienten mit Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis, Psoriasis, Urtikaria, Akne vulgaris, malignes Melanom u.a.) haben im Vergleich zu hautgesunden Menschen eine größere Chance, auch unter psychischen Belastungen zu leiden bzw. eine psychische Erkrankung wie z.B. eine Depression, eine Angsterkrankung oder eine körperdysmorphe Störung aufzuweisen. Zudem sind besonders belastende Hautsymptome wie der Juckreiz mit psychischen Belastungsfaktoren wie Stress, Depression oder erhöhter Selbstaufmerksamkeit verknüpft. Psychotherapeutische Interventionen reichen von einzelnen achtsamkeitsbasierten Interventionen, Entspannungstrainings und Habit-Reversal-Trainings bis zur komplexen Verhaltenstherapie oder psychodynamischen Therapie und zeigen in verschiedenen Studien positive Effekte zum einen auf den Hautzustand und zum anderen auf psychische Faktoren in der Behandlung von Patient:innen mit chronischen Hauterkrankungen. Diese Erkenntnisse machen es notwendig, bei Patient:innen mit dermatologischen Erkrankungen neben der Verwendung unterschiedlicher externer und interner Pharmazeutika auch eine psychologische Diagnostik und ggf. Einleitung psychotherapeutischen Interventionen zu erwägen, um eine Krankheits-Verbesserung zu erzielen.

Zielorientierung der Leitlinie:

Das Ziel dieser Leitlinie ist es, Behandler:innen von Patient:innen mit dermatologischen Erkrankungen (Allgemeinärzt:innen, Dermatolog:innen, Rehabilitationsmediziner:innen) einen Überblick über Hauterkrankungen zu liefern, welche mit psychischen Komorbiditäten einhergehen. Dabei soll zum einen dargestellt werden, in welchen Zusammenhängen ein Assessment psychischer Belastung und Erkrankung indiziert ist, mit welchen validierten diagnostischen Verfahren vorgegangen werden kann und wie diese im klinischen Alltag ökonomisch eingesetzt werden können, um einen Überblick darüber zu erhalten, ob und wenn ja welche psychischen Faktoren bei den Patient:innen weiter untersucht werden sollten. Zum anderen soll die Leitlinie einen Überblick über psychotherapeutische Interventionen liefern, welche bei Patient:innen mit Hauterkrankungen erfolgversprechend eingesetzt werden können. Hierbei werden Verfahren der klassischen kognitiven Verhaltenstherapie, Verfahren der dritten Welle der Verhaltenstherapie (z.B. achtsamkeitsbasierte Interventionen) und psychodynamische Therapien diskutiert. ­

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Christina Schut

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie e.V. (DGMP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V. (DGRW)Visitenkarte

Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin e.V. (DKPM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitskreis Psychosomatische Dermatologie (APD) der DDG (mit-federführend)

Bundesverband Deutscher Dermatologen, BVDD

Psoriasis-Netz

Deutscher Psoriasis Bund e.V. (DPB)

Bundesverband Neurodermitis e.V.

Zentrale Kontaktstelle für Selbsthilfe

Leitliniensekretariat:

Dr. Christina Schut

Institut für Med. Psychologie
Justus-Liebig-Universität Gießen
Klinikstraße 29
35392 Gießen

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Eva M. J. Peters

 

Dr. Christina Schut

Adressaten:

 Ärzt:innen und Psycholog:innen, die im ambulanten oder stationären Sektor Patient:innen mit dermatologischen Erkrankungen behandeln (Allgemeinmediziner:innen, Dermatolog:innen, Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärtz:innen für Psychosomatik, Psychoonkologen) sowie betroffene Patient:innen, die sich darüber informieren möchten, was eine geeignete Behandlungsmethode für das eigene Krankheitsbild ist. 

Versorgungssektor:

ambulant, stationär, teilstationär

Prävention Diagnostik, Therapie

Rehabilitation

primärärztliche Versorgung, spezialärztliche Versorgung 

Patientenzielgruppe:

Erwachsene, Kinder/Jugendliche

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Es erfolgt zunächst eine umfassende Literaturrecherche durch Kleingruppen von Leitlinienmitgliedern zu zuvor zugeteilten Themenbereichen. Die Literaturrecherche soll sowohl in Pubmed als auch Web of Science anhand von vorher in der Kleingruppe abgestimmten Schlagwörtern erfolgen. Die gefundenen Ergebnisse werden anschließend in den Kleingruppen zusammengefasst und Empfehlungen aus ihnen abgeleitet. Die Zusammenfassungen und Empfehlungen werden allen Leitlinienmitgliedern zur Durchsicht zur Verfügung gestellt. Anschließend findet im Rahmen einer online-durchgeführten Konsensuskonferenz eine Diskussion und Abstimmung der Empfehlungen durch die Expert:innen in einem Gruppenprozess statt. Der Konsensusfindungsprozess wird durch einen AWMF-Leitlinienberater moderiert und strukturiert. Jedes Mitglied der Expert:innenengruppe hat eine Stimme entsprechend der zu vertretenden Fachgesellschaften.

Ergänzende Informationen:

Es ist geplant, auf der Website des Arbeitskreises Psychosomatische Dermatologie der DDG über die Arbeit an der Leitlinie zu berichten: https://www.akpsychderm.de/