Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 007 - 107
Klassifikation S2k

Rationaler therapeutischer Einsatz von kaltem physikalischem Plasma

Anmeldedatum:

05.09.2018

Geplante Fertigstellung:

31.10.2020

Gründe für die Themenwahl:

Die Einführung von physikalischem Atmosphärendruck-Plasma mit Körpertemperatur in die Behandlungsstrategie von chronischen und infizierten Wunden gehört zu den Sprunginnovationen in der Medizin. Erstmals ist es möglich, die Redoxbalance und die Signalkaskaden in pathogenen und erkrankten Zellen mit gezielten physikalischen Einwirkungen therapeutisch verwertbar zu beeinflussen und sogar zu sanieren. Das Spektrum dieser Zielzellen reicht von multiresistenten Erregern bis zu den funktionalen Zellen der Wundheilung und des Immunsystems.  

Seit 2013 sind Kaltplasmaquellen als Medizingeräte (Klasse IIa) zugelassen zur Behandlung schlecht heilender und infizierter Wunden, und sie wurden zunächst insbesondere in der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie und Ästhetischen Chirurgie sowie in der Dermatologie zum Risiko- und Komplikationsmanagement eingesetzt. Inzwischen findet Kaltplasma Anwendung in vielen weiteren Disziplinen, die sich mit Wundheilungsstörungen befassen. Als Vorteil wird hier gegenüber den Standard-of-Care-Verfahren die berührungslose, nicht-chemische, nicht-mechanische, auf einem physikalischen Verfahren basierende, apparativ einfache und schmerzfreie Anwendung geschätzt, die auch multiresistente Erreger beseitigen kann und von der bei korrekter Anwendung keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt sind.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie soll zu einem rationalen therapeutischen Einsatz von kaltem physikalischem Plasma beitragen, der sich ausschließlich am wissenschaftlichen Forschungstand orientiert, um einerseits das Potential dieser neuen Methode voll auszuschöpfen und andererseits Behandlungsfehler oder eine Überextension der Indikationsstellung zu vermeiden. Im Übrigen soll die Leitlinie  der weiteren Entwicklung der Plasmamedizin als Beitrag zur prospektiven Qualitätssicherung wissenschaftliche Struktur und klinische Orientierung geben. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

Univ.- Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Hans-Robert Metelmann

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)Visitenkarte

Leitliniensekretariat:

Univ.- Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Hans-Robert Metelmann

Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen, Universitätsmedizin Greifswald
Ferdinand-Sauerbruch-Str. DZ 7
17475 Greifswald

Tel.: (03834) 867160

Fax.: (03834) 867316

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Koordination:

Univ.- Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Hans-Robert Metelmann

Adressaten:

Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte der beteiligten Fachgesellschaften und Organisationen, sowie Pflegefachkräfte in Krankenhäusern, Tageskliniken, Ambulanzen, Praxen sowie Einrichtungen der Altenpflege und in Hospizen

Versorgungssektor:

Ambulante und stationäre fachärztliche, zahnärztliche, pflegerische und primärärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Alle Patientinnen und Patienten mit Wundheilungsstörungen. Eine strukturierte Patientenorganisation entsteht derzeit am Nationalen Zentrum für Plasmamedizin e.V., an das sich schon jetzt viele Menschen wenden, die über Behandlungsmöglichkeiten mit Plasma informiert werden wollen, geeignete Praxen und Kliniken suchen oder Erfahrungen mitteilen und austauschen möchten.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Strukturierter Review der Literaturlage aller medizinischen, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächer, die an der plasmamedizinischen Grundlagen- und Anwendungsforschung beteiligt sind, darauf aufbauend Konsensus-Konferenz mit nicht am Leitlinienprojekt beteiligter, unabhängiger Moderation.

Ergänzende Informationen:

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien: Plasmamedizin unter Einsatz von Kaltplasma-Geräten ist ein neues Verfahren, das sich in den Leitlinien der AWMF noch nicht wiederfindet.

Wissenschaftlicher Partner des Leitlinienprojektes ist das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) Greifswald.
  

Die Beteiligung folgender AWMF-Fachgesellschaften wird angefragt: Deutsche Dermatologische Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde/Kopf und Hals-Chirurgie, Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen, Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Deutsche AIDS-Gesellschaft, Deutsche Diabetes Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Deutsche Gesellschaft für Geriatrie, Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie, Deutsche Gesellschaft für Adipositas, Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Lasermedizin, Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft, Deutsche Gesellschaft für Parodontologie, Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie.   

Die Beteiligung folgender Fachgesellschaften und Organisationen wird angefragt: Nationales Zentrum für Plasmamedizin, Plasma Germany, Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft, Deutsche Physikalische Gesellschaft