Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 007 - 061
Klassifikation S3

Inflammatorische Erkrankungen des Kiefergelenks : Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) und Rheumatoide Arthritis (RA) des Kiefergelenks

Anmeldedatum:

26.11.2019

Geplante Fertigstellung:

31.12.2020

Gründe für die Themenwahl:

  • V.a. unbehandelt sind bei chronisch-rheumatischer Grunderkrankung mit Kiefergelenkbeteiligung schwerwiegende Komplikationen, wie kondyläre Resorption, Kiefergelenkankylose und bei Kindern Wachstumsstörungen des Unterkiefers möglich.
  • Im Rahmen der chronischen-rheumatischen Grunderkrankungen, v.a. bei juveniler idiopathischer Arthritis, ist das Kiefergelenk weitaus häufiger betroffen als lange Zeit angenommen.
  • Eine frühzeitige Diagnose und ein unmittelbarer Therapiebeginn sind entscheidend für, den Funktionserhalt des Gelenks und die Vermeidung schwerwiegender Folgen.
  • Aufgrund von gering-/asymptomatischen Verläufen und einem fehlenden Konsens hinsichtlich Definition und Diagnosekriterien ist das Diagnostizieren einer Kiefergelenksentzündung eine besondere Herausforderung für Ärzte.
  • Frühe Manifestationen und Erstmanifestationen der Grunderkrankungen im Kiefergelenk sind möglich. Eine vermehrte klinische Beachtung dieses Gelenks, v.a. im Rahmen der juvenilen idiopathischen Arthritis sollte angestrebt werden.
  • Es existiert bisweilen kein Konsens hinsichtlich des therapeutischen Vorgehens bei Kiefergelenkentzündungen im Rahmen von juveniler idiopathischer Arthritis, ins besondere bei operativen Verfahren zur Korrektur von ästhetischen oder funktionalen Einschränkungen.
  • Ausgehend von einer eingeschränkten Studienlage (verhältnismäßig geringe Anzahl an Publikationen, niedriges Evidenzniveau, heterogene Studienmethodik, geringe Fallzahlen) lassen sich häufig keine Aussagen höheren Evidenzgrades treffen.

Zielorientierung der Leitlinie:

Schaffung eines evidenz- & konsensbasierten Leitpfads zur Vereinheitlichung und Optimierung der Diagnostik und Therapie von chronisch-rheumatisch bedingter Kiefergelenkarthritis

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. Dr. Andreas Neff

(Leitlinienkoordinator Kiefergelenkchirurgie)

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)Visitenkarte

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. Dr. Benedicta Beck-Broichsitter

Leitliniensekretariat der DGMKG

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Koordination:

Prof. Dr. Dr. Andreas Neff

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Adressaten:

Die Leitlinie richtet  sich  an  Ärzte  für  Mund-,  Kiefer-  und  Gesichtschirurgie,  Rheumatologen, Kieferorthopäden,  Zahnärzte  (speziell  im  Bereich  der  Funktionsdiagnostik/-therapie  und zahnärztlichen Prothetik) sowie Physiotherapeuten.

Versorgungssektor:

ambulant, stationär

Diagnostik, Therapie

spezialärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

Die Leitlinie betrifft alle Patientengruppen mit rheumatisch bedingter Kiefergelenkentzündung z.B. im Rahmen von juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) oder chronischer rheumatoider Arthritis (RA). Hierunter fällt nicht die degenerative Kiefergelenkarthrose (Osteoarthrose), Stoffwechselerkrankungen wie Gicht und Pseudogicht im Kiefergelenk, die septische Kiefergelenksentzündung, die reaktive Arthritis (z. B. M. Reiter im Rahmen bakterieller Infekte) mit Kiefergelenkbeteiligung, die idiopathische Kondylusresorption sowie Affektionen und/oder Destruktionen des Kiefergelenks im Rahmen neoplastischer Erkrankungen oder durch Fremdkörperriesenzellreaktionen unterhaltene Gelenkdestruktionen (z.B. Proplast-Teflon).  

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

S3-Niveau

Erstellung eines DGMKG-internen Leitlinienentwurfes auf Basis einer systematischen Literaturrecherche (inkl. Bewertung der Evidenz durch zwei Gutachter) sowie Konsentierung in DGMKG-internen Delphirunden zur Erstellung eines Entwurfs (bereits durchgeführt).

Anschließende externe Überarbeitung und Konsentierung durch oben genannte Fachgesellschaften und Miteinbeziehung oben angeführter Patientenvertreter (soweit möglich im Delphiverfahren, gegebenenfalls abschließend extern moderierte Konsensuskonferenz)

Ergänzende Informationen:

Auf folgende Leitlinien wird verwiesen, allerdings liegen keine inhaltlichen Überschneidung vor: Nr. 060/004 „Therapie der rheumatoiden Arthritis mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten“; Nr. 013/001 „Therapie der Psoriasis vulgaris“; Nr. 060/003 „Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen“; Nr. 027/020 „Therapieleitlinie der Juvenilen idiopathischen Arthritis“, Nr. 060-002: „Frühe rheumatoide Arthritis, Management“, Nr. 007-066:  Idiopathische  Kondylusresorption.

Anfragen zur Beteiligung an externen Delphirunden sollen erfolgen an: - Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie AGKi  - Deutsche Gesellschaft für Chirurgie DGCH - Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie DGFDT - Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie DGKFO - Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie DGOOC - Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien DGPro - Deutsche Schmerzgesellschaft DSG - Deutscher Verband für Physiotherapie ZVK - Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie  DGRH - Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin DGKJ - Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie GKJR - Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Rheumatologie DGORH - Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde DGHNO sowie Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde DGZMK als Verteiler für die o.g. nicht genannten zahnmedizinischen Fächer

Anfragen zur Mitwirkung sollen erfolgen an folgende patientenvertretende Organisationen: patientenvertretende Organisationen: - Deutsche Rheuma-Liga: Bundesverband - Bundesverband Kinderrheuma e.V. - Hamburger Elterninitiative rheumakranker Kinder e.V. - Hilfe für das rheumakranke Kind e.V. - Deutsche Kinderrheuma-Stiftung - Young Rheumis - (Regional/auf Landesebene organisierte Untergruppen der Deutsche Rheuma-Liga) - Kinder-Rheumahilfe München e.V.