Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 007 - 016
Klassifikation S3

Diagnostik und Therapie von lateralen Mittelgesichtsfrakturen

Anmeldedatum:

28.02.2019

Geplante Fertigstellung:

31.12.2021

Gründe für die Themenwahl:

Laterale Mittelgesichtsfrakturen (Jochbein-/-bogenfrakturen mit und ohne Beteiligung der Orbita repräsentieren 40% aller knöchernen Verletzungen des Gesichtsschädels und gehören damit zu den häufigsten knöchernen Verletzungsmustern im Gesichtsbereich; die Therapie wird bis dato aber relativ uneinheitlich gehandhabt (Zeitpunkt, Zugänge, Versorgung); daher evidenzbasierte und interdisziplinär abgestimmte Standardisierung unter Einbindung speziell HNO, Augenheilkunde wünschenswert 

Zielorientierung der Leitlinie:

Fachübergreifender Konsens für Diagnostik und Therapie (Indikation, Zeitpunkt und Abfolge).

Anmelder bei der AWMF (Person):

Univ.-Prof. Dr. Dr. Andreas Neff

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)Visitenkarte

Leitliniensekretariat:

Univ.-Prof. Dr. Dr. Andreas Neff

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
UKGM GmbH, Universitätsklinikum Marburg
Baldingerstrasse
35043 Marburg

Koordination:

Univ.-Prof. Dr. Dr. Andreas Neff

Adressaten:

MKG-Chirurgen, HNO-Ärzte, Augenärzte, Radiologen, Notfallmediziner, Anästhesisten, Zahnärzte

Versorgungssektor:

Diagnostik und Therapie im ambulanten und stationären Versorgungsbereich.

Patientenzielgruppe:

Unfallverletzte (SHT, Mittelgesichtstraumata, panfaziale Frakturen)

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Überarbeitung des Textentwurfs nach systematischer Literaturrecherche und unter Einbezug von neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, Konsentierung über Nominalen Gruppenprozess unter neutraler Moderation (AWMF-Leitlinienberater*in sowie vorbereitend DELPHI-Verfahren auf Ebene der beteiligten Fachgesellschaften.

Zur Bewertung der Literatur wird eine Arbeitsgruppe mit 2 Gutachtern (noch festzulegen seitens Leitliniengruppe, z.B. A.N.; P.P-A) unabhängig voneinander die Graduierung der Evidenz sowie die Bewertung der Qualität der Studien vornehmen. Im Zweifelsfall wird ein weiterer Gutachter (TBD) zugezogen. Die Einteilung der Studien in Evidenzgrade soll erfolgen anhand der Studientypen in Anlehnung an die Oxford-Kriterien 2009 (https://www.cebm.net/2009/06/oxford-centre-evidence-based-medicine-levels-evidence-march-2009/).

Aufgrund der eingeschränkten Evidenzlage (gemäß letzter Recherche für die LL 007-016 absehbar wenige systematische Literaturarbeiten der Grade Ia, IIa, IIIa verfügbar; mehrheitlich Primärquellen der Evidenzgrade IV und V) sollen auch Quellen des Evidenzniveaus IV (z.B. Fallserien) und V (z.B. Fallberichte) in der Leitlinie Berücksichtigung finden. Metaanalysen und Systematische Reviews werden entsprechend der geringgradigsten involvierten Studie eingestuft und mit dem Zusatz ,,a“ gekennzeichnet. Da aufgrund der eingeschränkten Evidenzlage zum Thema auch systematische Reviews / Metaanalysen auf Basis von Fallberichten / Fallserien existieren, sollen diese von reinen Fallserien / Fallberichten unterscheidbar sein. Hierzu soll zusätzlich zur Oxford Klassifikation (welche nur die Evidenzgerade I bis III in ,,a“ und ,,b“ einteilt) auch bei den Evidenzgeraden IV und V diese Unterteilung vorgenommen werden.  

Die methodische Qualität der Studien soll anhand der SIGN-Checklisten[1] bewertet. werden Da SIGN-Checklisten zur Bewertung der methodischen Qualität nur für die Evidenzgrade Ia bis IIIb vorliegen, soll für Studien der Evidenzniveaus IV und V neben der methodischen eine Bewertung unter besonderer Berücksichtigung der klinischen Relevanz bzw. Aussagekraft für die Thematik der Leitlinie verwendet werden.   Als Kriterien sollen in Abhängigkeit von der Thematik und Studienmethodik herangezogen werden:  

·     Patientenzahl

·     Relevanz von Fragestellung & Zielgrößen

·     Offenlegung von Patientencharakteristika sowie Ein- & Ausschlusskriterien

·     Dauer des follow-ups

·     "lost-to-follow-up"-Raten

·     Angemessenheit der Vergleichsintervention / der Kontrollgruppe  

Die Bewertung der Qualität der Studien soll wie folgt stattfinden:

++       qualitativ hochwertig, ein Großteil der Kriterien wurden erfüllt, kein bis niedriges Risiko für bias

+          qualitativ akzeptabel, die Mehrzahl der Kriterien wurden erfüllt, mittleres Risiko für bias

-           qualitativ minderwertig, ein Großteil der Kriterien wurden nicht erfüllt, erhebliches Risiko für bias

0            erhebliche qualitative Mängel, Studie klinisch nicht relevant Nach der systematischen Literaturrecherche und -bewertung erfolgt die Erstellung von Evidenztabellen, insbesondere zur Übersicht über die vorhandene Literatur zu spezifischen Fragestellungen (gemäß PICO-Fragen bzw. aus dem Verlauf entstehend).

[1] http://www.sign.ac.uk/checklists-and-notes.html

Ergänzende Informationen:

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien:

039-093 Radiologie und Diagnostik im Kopf-Hals Bereich S1 (Bereich Orbita soll evidenzbasiert bearbeitet und somit spezifiziert ergänzt erweitert werden)

012-019 Polytrauma/Schwerstverletztenbehandlung S3 Mittelgesichtsfrakturen und Orbitaverletzungen bis dato nur kursorisch (Basics) behandelt – somit spezifizierte Ergänzung und Erweiterung)

007-099 Orbitadefekte (S2e): befasst sich mit den Sekundärkorrekturen, entsprechende Empfehlungen werden überprüft und soweit aktuell übernommen (die LL 007-099 ist als Ergänzung zur LL 007-016 zu sehen)

006-120 Polytrauma im Kindesalter: geplantes Niveau S3 LL ist angemeldet, potenzielle Überschneidungen sind im Teilbereich Kinder möglich und müssten berücksichtigt werden. Die LL 007-016 wäre aber vermutlich als spezifizierende und erweiternde Ergänzung zur LL 006-093 zu sehen