Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 002 - 046
Klassifikation S2k

Einsatz von Exoskeletten im beruflichen Kontext zur Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention von arbeitsassoziierten muskuloskelettalen Beschwerden

Anmeldedatum:

22.12.2017

Geplante Fertigstellung:

31.12.2018

Gründe für die Themenwahl:

Ein Exoskelett stellt eine äußere Stützstruktur für den Menschen dar. Während sich erste Entwicklung vor allem auf den Bereich der Rehabilitation und des Militärs konzentrierten, hat die Entwicklung von Exoskeletten für die Anwendung im betrieblichen Setting in den letzten Jahren enorm zugenommen. Das primäre Ziel des Einsatzes von Exoskeletten ist es, körperliche Belastungen zu reduzieren, um Beanspruchungsreaktionen und Beschwerden bei den Beschäftigten zu verringern und damit sekundär auch die Produktivität zu steigern. Bislang gibt es jedoch kaum wissenschaftliche Studien, die die Wirkung (insbesondere die Langzeitwirkung) von Exoskeletten auf den arbeitenden Menschen untersucht haben. Um Potentiale und auch Risiken von Exoskeletten im betrieblichen Setting einschätzen zu können, sind Kenntnisse zum Ausmaß der Belastungsreduktion, möglichen Belastungsumverteilungen (auf bislang unbelastete Körperregionen) und Produktivitätssteigerungen unabdingbar.   

Diese Leitlinie soll Studienergebnisse, Expertenmeinungen und Erfahrungen von Anwendern aus dem betrieblichen Setting zum Einsatz von Exoskeletten für die Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention von muskuloskelettalen Beschwerden bei Beschäftigten zusammenfassen und zukünftigen Anwendern eine Hilfestellung bei der Auswahl eines Exoskeletts geben bzw. bei der Abwägung, ob ein Exoskelett sinnvoll ist oder nicht.

Zielorientierung der Leitlinie:

Ziel dieser Leitlinie ist es:

  • Potentiale und Grenzen von derzeitigen Exoskeletten im betrieblichen Setting aufzuzeigen
  • Arbeitsmediziner, Ergonomieexperten, Arbeitssicherheitsingenieure, Arbeitsplaner, Betriebsleiter und Arbeitsgeber bei der Auswahl passender Produkte zu unterstützen.
  • Arbeitsmediziner, Ergonomieexperten, Arbeitssicherheitsingenieure, Arbeitsplaner, Betriebsleiter und Arbeitsgeber in der Entscheidungsfindung zu unterstützen, ob die Anwendung eines Exoskelett sinnvoll ist oder nicht.
  • Arbeitsmediziner, Ergonomieexperten und Arbeitssicherheitsingenieure zu befähigen Betriebe/ Arbeitsgeber und Anwender hinsichtlich des Einsatzes von Exoskeletten zu beraten. 

Die Anwendungsfelder für die Exoskelette können hierbei in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention liegen, wobei für Fragen der Tertiärprävention auch klinische Disziplinen in die Leitlinienerstellung eingebunden werden.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Benjamin Steinhilber

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA)

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, DGUV

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. Monika A. Rieger

Leitlinienbeauftragte des DGAUM-Vorstands
(organisatorische Fragen)

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Koordination:

Tessy Luger PhD

Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung, Tübingen
Wilhelmstr. 27
72074 Tübingen
(inhaltliche Fragen)

e-Mail senden

 

Dr. Benjamin Steinhilber

Adressaten:

Arbeitsmediziner, Ergonomieexperten, Arbeitssicherheitsingenieure, Arbeitsplaner (Produktionsplaner), Betriebsleiter, Arbeitsgeber, und zur Information für Ärztinnen und Ärzte, die die beruflich-orientierte Rehabilitation von Erwerbstätigen mit Muskel-Skelett-Erkrankungen planen. 

Versorgungssektor:

Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention

Patientenzielgruppe:

  • Gesunde Beschäftigte mit (erhöhten) physischen Belastungen bzw. herabgesetzter physischer Belastbarkeit.
  • Beschäftigte mit Muskel-Skelett-Erkrankungen

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

  1. Konferenz zur Sammlung von zu beantwortenden Fragen
  2. Systematische Literatursuche und Bewertung (Das methodische Vorgehen bei der Literaturrecherche orientiert sich an dem Manual zu systematischen Literaturrecherchen für die Erstellung von Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften)
  3. Formulierung von Empfehlungen
  4. Abstimmung von Empfehlungen. Bei der Abstimmung über die Empfehlungen wird folgende Konsensustechnik verwendet: nominaler Gruppenprozess
    Die Konsensusfindung wird durch einen neutralen und unabhängigen Moderator unterstützt.

Ergänzende Informationen:

Angefragt werden für eine Beteiligung: Deutsche Physiologische Gesellschaft e. V. (DPG) (Arbeitsgruppe Angewandte und Klinische Physiologie sowie Pathophysiologie)  

Für die klinische Fragestellung (Tertiärprävention/ beruflich-orientierte Rehabilitation) werden folgende Fachgesellschaften um Benennung von Mandatsträgern gebeten:

  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM)
  • Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)
  • Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP)
  • Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
  • Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.

Folgende weitere Fachgesellschaften und Verbände werden als potentielle Adressaten dieser Leitlinie hinsichtlich einer Beteiligung angefragt:

  • Deutsche Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft
  • Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin
  • Deutschen Verband für Physiotherapie
  • Deutscher Verband für Ergotherapeuten
  • Vertreter aus der betrieblichen Praxis (Ergonomieexperten, Arbeitsplaner, Betriebsärzte)
  • Wissenschaftler aus dem Bereich der Entwicklung von Exoskeletten

http://www.robo-mate.eu/uploads/7/0/9/9/70997359/robo-mate_whitepaper_safety_standards_in_exoskeletons.pdf http://www.robolaw.eu/RoboLaw_files/documents/robolaw_d6.2_guidelinesregulatingrobotics_20140922.pdf