Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 002 - 030
Klassifikation S2k

Gesundheitliche Aspekte und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit

Anmeldedatum:

16.10.2019

Geplante Fertigstellung:

31.07.2020

Gründe für die Themenwahl:

In Deutschland arbeiten ca. 17 Mio. Menschen in einer Form von Schichtarbeit, davon allein 3,5 Mio. in regelmäßiger Nachtarbeit (Mikrozensus 2011). Schichtarbeit, insbesondere Nachtschichtarbeit, hat vielfältige gesundheitliche Auswirkungen, so z.B. auf die Leistungsfähigkeit und das Sozialleben der Arbeitsnehmer. 2007 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Schichtarbeit, die mit zirkadianen Störungen einhergeht, als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ (IARC Monograph Vol. 98: „Overall evaluation: Shiftwork that involves circadian disruption is probably carcinogenic to humans (Group 2A)“) ein. Im Jahr 2019 wurde die Einstufung 2A bestätigt (IARC Monograph Vol. 124), die Formulierung zur Exposition wurde 2019 in „night shift work“ geändert (night shift work is probably carcinogenic to humans (Group 2A)) . Im Jahr 2019 wurde die Einstufung 2A bestätigt (IARC Monograph Vol. 124). Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) gab im Jahr 2006 eine S1-Leitlinie zum Thema Nacht- und Schichtarbeit heraus, die aktualisiert wird (Upgrade). 

Zielorientierung der Leitlinie:

Ziel ist es, den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Wirkungen von Nacht- und Schichtarbeit auf die Gesundheit von Arbeitsnehmern zusammenzufassen und daraus Empfehlungen

  • Zu der Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit abzuleiten, um deren Umfang sowie die Anzahl der betroffenen Arbeitsnehmer – unter Berücksichtigung der Umsetzbarkeit im Betrieb – auf das geringst mögliche, unvermeidbare Maß zu begrenzen, und
  • Zu präventiven und kompensatorischen Maßnahmen abzuleiten, die die durch Nacht- und Schichtarbeit erhöhte Beanspruchung mindern. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

Univ.-Prof. Dr. med. Volker Harth, MPH

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e.V. (DGEpi)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e.V. (DGSMP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA)

Leitliniensekretariat:

Univ.-Prof. Dr. med. Monika Rieger

Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung der Universität Tübingen

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Koordination:

Univ.-Prof. Dr. med. Volker Harth, MPH

Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin (ZfAM)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Adressaten:

Betriebsärzte und Arbeitsmediziner, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Versorgungssektor:

Ambulant (und in Betrieben, Unternehmen),

Prävention,

spezialisierte Versorgung (Arbeits- und Betriebsmedizin)

Patientenzielgruppe:

Beschäftigte, die Nacht- und Schichtarbeit leisten müssen. 

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Suche nach bereits existierenden Leitlinien und GRADE-Bewertung,

Erstellung systematischer Reviews bzw. einer Übersicht über aktuelle systematische Reviews mit Ergänzungen durch neue Originalarbeiten zu

-         Wirkungen von Nacht- und Schichtarbeit auf die Gesundheit und

-         Effekten verschiedener Wechselschichtsysteme

Konsensfindung in moderiertem nominalen Gruppenprozess, neutrale Moderation durch AWMF vermittelte Moderator/innen, Einbringen von Änderungswünschen zu Empfehlungen im Diskussionsprozess  

Ergänzende Informationen:

Dt. Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) wurde angefragt, die DEGAM musste jedoch aufgrund personeller Engpässe eine Mitarbeit an der Leitlinie absagen.  

S2k mit Evidenz-basierten Anteilen (LL umfasst 10 verschiedene Themenbereiche und darin einzelne Kapitel zu Beanspruchungen, Beschwerden und Erkrankungen mit möglicher Assoziation zu Schichtarbeit, Evidenzlage entsprechend unterschiedlich)