Leitlinien-Detailansicht

Zahnbehandlungsangst beim Erwachsenen

Registernummer 083 - 020
Klassifikation S3

Stand: 31.10.2019 , gültig bis 30.10.2024

Verfügbare Dokumente

Langfassung der Leitlinie "Zahnbehandlungsangst beim Erwachsenen"

Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Zahnbehandlungsangst beim Erwachsenen"

    Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Leitlinie richtet sich an Zahnärzte bzw. oralchirurgisch tätige Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen sowie an Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie und Psychologische Psychotherapeuten. Sie dient zur Information für Hausärzte und Ärzte aller anderen Fachrichtungen, zahnmedizinisches Fachpersonal und Entscheidungsträger im Gesundheitswesen sowie der Allgemeinbevölkerung zur Information über gute diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen. Diese Leitlinie ist nicht als „Richtlinie“ im Sinne einer Reglementierung des Handelns zu sehen, sondern siedient als Orientierung für individuelle Therapieentscheidungen.

    Patientenzielgruppe

    Der Anwendungsbereich dieser Leitlinie bezieht sich auf erwachsene zahnärztliche Patientinnen und Patienten (>16 Jahre), die unter ihrer Zahnbehandlungsangst leiden.

    Versorgungsbereich

    Der Versorgungsbereich liegt in bzw. betrifft die Bundesrepublik Deutschland. Die Leitlinie wurde für  den ambulanten, primärärztlichen und spezialisierten Versorgungssektor entwickelt. Sie bezieht sich auf die Diagnostik und Therapie der Zahnbehandlungsangst bei Erwachsenen.
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
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    Deutsche Gesellschaft für ärztliche Entspannungsmethoden, Hypnose, Autogenes Training und Therapie (DGäEHAT) e.V.
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    Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich (DGI)
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    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)
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    Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DG PARO)
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    Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)
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    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
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    Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien e.V. (DGPro)
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    Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ)
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    Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Arbeitskreis Psychologie und Psychosomatik in der Zahnheilkunde der DGZMK (AKPP) (mit-federführend)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Bundeszahnärztekammer, BZÄK
    Deutsche Akademie für anästhesiologische Weiterbildung (DAAF)
    Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)
    Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ)
    Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie e.V. (DGH)
    Deutsche Gesellschaft für Medizin-Psychologie (DGMP)
    Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs
    Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Hypnose (DGZH)
    Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V.
    Interdisziplinärer Arbeitskreis Zahnärztliche Anästhesie, IAZA
    Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, KZBV
    Verband medizinischer Fachberufe e.V.
    Zentrum Zahnärztliche Qualität, ZZQ

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Dr. med. dent. Anke Weber, M.Sc. Leitlinienbeauftragte der
    Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
    Liesegangstr. 17a
    40211 Düsseldorf Tel.: 0152 31 79 35 44 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. dent. Norbert Enkling Oberarzt der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffwissenschaften
    Universität Bonn
    Welschnonnenstraße 17
    53111 Bonn
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Für Menschen, die unter einer sehr starken Angst vor der Zahnbehandlung leiden, ist die zahnärztliche Behandlungeine so große Anstrengung, dass die Konsultation der Zahnarztpraxis häufig vermieden wird oder dass zahnärztliche Behandlungen nicht regulär durchführbar sind. Dies führt in Folge regelmäßig zu einer erheblichen Reduktion der Zahn- und Mundgesundheit mit zusätzlichen sozialen und psychischen Beeinträchtigungen.

    Definition: Zahnbehandlungsangst mit Krankheitswert

    Zahnbehandlungsangst mit Krankheitswert ist eine interventionsbedürftige Störung und wird in der vorliegenden Leitlinie als intensive Gefühlsreaktion auf Elemente der zahnärztlichen Behandlungssituation definiert, die für den Betroffenen Leiden verursacht und die angesichts der tatsächlichen Gefahren in der Situation übertrieben erscheint. Sie äußert sich nicht nur durch Gefühle von Angst, Bedrohung und Unbehagen,sondern führt auch zu kognitiven Verzerrungen bei der Situationswahrnehmung, zu typischen physiologischen Veränderungen und zu Flucht-, Ausweich- und Vermeidungsreaktionen. Sie ist mit Risiken für die Zahngesundheit verbunden und kann auf psychopathologische Prozesse hinweisen. Die genaue psychische Diagnose obliegt nicht dem Zahnarzt, sondern dem Psychiater, Psychosomatiker oder psychologische Psychotherapeuten.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Das Ziel der Leitlinie ist es, die zahnmedizinische Betreuung und Versorgung von Patientinnen und Patienten, die unter Zahnbehandlungsangst mit Krankheitswert leiden, zu optimieren. Dies bedeutet, dass die Vorbehandlungs-Therapieoptionen und die während der zahnärztlichen Therapie ablaufenden Begleitbehandlungsmöglichkeiten auf ihre Effektivität hinsichtlich der Reduktion der Zahnbehandlungsangst (kurz- und langfristig) und der Herstellung der Behandlungsfähigkeit und der zukünftigen Adhärenz zur Zahnbehandlungevaluiert werden.

    Schlüsselwörter:

    Bio-psycho-soziales Modell, emotionale Belastung, Risikogruppen, Schmerz bewältigen, Anxiolyse