Leitlinien-Detailansicht

Prolongiertes Weaning

Registernummer 020 - 015
Klassifikation S2k

Stand: 29.08.2019 , gültig bis 28.08.2024

Verfügbare Dokumente

Langfassung der Leitlinie "Prolongiertes Weaning"
Leitlinienreport
Angaben zu Interessenkonflikten

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Prolongiertes Weaning"
    Leitlinienreport
    Angaben zu Interessenkonflikten

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Leitlinie wendet sich an alle im Krankenhaus tätigen Ärzte und weitere Berufsgruppen, die Patienten im prologierten Weaning betreuen. Hierzu gehören Fachärzte für Anästhesiologie, Chirurgie, Geriatrie, Innere Medizin, Intensivmedizin, Kardiologie, Neurologie, Palliativmedizin, Pneumologie, Pädiatrie und Rehabilitationsmedizin sowie Pflegekräfte, Logopäden, Physiotherapeuten und Atmungstherapeuten. Zugleich soll sie als Orientierung für Personen, Organisationen, Kostenträger, der medizinische Dienst der Krankenkassen, die Hersteller von Beatmungstechnik sowie medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften und Berufsverbände dienen, die direkt oder indirekt mit diesem Thema in Verbindung stehen. Vertreter der Patienten waren in dem Erstellungsprozess nicht eingebunden.

    Patientenzielgruppe

    Patienten im prologiertem Weaning und langzeitbeatmete Patienten aller Altersgruppen

    Versorgungsbereich

    - stationäre Betreuung und spezialisierte Versorgung
    - andere Einrichtungen für beatmete Patienten und ambulante Beatmungspflege
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
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    Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)
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    Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM)
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    Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
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    Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN)
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    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)
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    Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
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    Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. (DGNC)
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    Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI)
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    Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR)
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    Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)
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    Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
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    Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)
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    Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin e.V. (GNPI)
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    Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie e.V.
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Außerklinische Beatmung (DIGAB)
    Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V., DGF
    Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)
    Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Dr. Nina Hämäläinen Universitätsstraße 2
    10117 Berlin Tel.: 030-555 79 10 40 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Bernd Schönhofer Hannover
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Beatmungstherapie stellt einen zentralen und wesentlichen Bestandteil der modernen Intensivmedizin dar. Die maschinelle Beatmung dient der direkten Behandlung der Atmungsinsuffizienz und schafft Zeit für die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache. Der überwiegende Anteil beatmeter Patienten kann nach kurzzeitiger Beatmungstherapie und kausaler Behandlung unproblematisch von der Beatmung entwöhnt werden. Allerdings muss die Beatmung bei ca. 20% der Patienten auch noch dann fortgesetzt werden, wenn die ursprüngliche Indikation (z.B. eine schwere Pneumonie) längst behoben ist, so dass sich die Phase im Weaning (Entwöhnung von der maschinellen Beatmung) deutlich verlängert. Ungefähr 40-50% der gesamten Beatmungszeit eines Intensivpatienten entfallen aufgrund einer prolongierten Atmungsinsuffizienz auf den Prozess, den Patienten von der Beatmung zu trennen. Neben der respiratorischen Funktionsstörung tragen häufig hohes Alter und Komorbiditäten der Patienten zum prolongierten Weaning-Prozess bei.Das Patientenkollektiv mit prolongiertem Weaning stellt das behandelnde Team vor eine besondere Herausforderung. Ganz wesentlich für den Therapieerfolg ist die eng verzahnte interdisziplinäre Behandlung der Patienten im prolongierten Weaning. Nicht selten sind es der fehlende multidisziplinäre Ansatz und die unzureichende Beachtung der multifaktoriellen Ursachen, die ein erfolgreiches Weaning verhindern. Dieses erfolgreich durchzuführen, setzt eine hohe Expertise in der modernen Intensivmedizin, der Anwendung invasiver und nichtinvasiver Beatmungsverfahren, ein klares Weaning-Konzept, und eine enge, fachübergreifende inderdisziplinäre Zusammenarbeit voraus.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Diese Leitlinie verfolgt das Ziel, konsentierte Aussagen zur Diagnostik und therapeutischen Strategien bei Patienten im prolongierten Weaning zu vermitteln.

    In der Leitlinie werden Definitionen, Epidemiologie und Weaning-Kategorien, die zugrundeliegende Pathophysiologie, Strategien zur Prävention von prolongiertem Weaning, das gesamte Spektrum der verfügbaren Therapiestrategien, die Weaning-Einheit, die Überleitung in eine außerklinische Beatmung und schließlich Empfehlungen zu Therapieentscheidungen am Ende des Lebens bei prolongiertem bzw. erfolglosem Weaning abgehandelt.

    Weitere Ziele der revidierten Leitlinie sind, den aktuellen Wissensstand zum Thema „Prolongiertes Weaning“ wissenschaftlich zu bewerten und auf Basis der Evidenz und der Erfahrung von Experten Empfehlungen hinsichtlich des „prolongierten Weanings“ nicht nur für den Bereich der Akutmedizin, sondern auch für den Bereich „Chronic critical care“ zu geben.

    Besondere Schwerpunkte in der Revision der Leitlinie sind folgende Themenfelder:

    - Eine neue Klassifikation der Untergruppen der Patienten im prolongieren Weaning

    - Wichtige Aspekte der pneumologischen Rehabilitation und Neurorehabilitation im prolongieren Weaning

    - Infrastruktur und Prozessorganisation in der Versorgung von Patienten im prolongierten Weaning im Sinne eines kontinuierlichen Behandlungskonzeptes

    - Therapiezieländerung und Kommunikation mit Angehörigen

    Die Besonderheiten bei pädiatrischen Patienten werden weiterhin innerhalb der einzelnen Kapitel jeweils gesondert behandelt.